Mein Mann und ich waren nicht mehr weit vom Rentenalter entfernt, und ich wusste, dass sich etwas ändern musste, damit wir uns zur Ruhe setzen konnten. Wir waren beide selbstständig, taten körperlich schwere, aber schlecht bezahlte Arbeit ohne Zusatzleistungen und hatten keine Ersparnisse. Wir lebten von der Hand in den Mund.
Seit Jahren schon wollte ich Häuser kaufen, renovieren und dann entweder vermieten oder verkaufen. Das war nicht nur ein Wunsch, sondern auch eine logische Geldanlage, da mein Mann und ich die notwendigen Fertigkeiten zum Renovieren von Häusern hatten. Doch wir hatten weder genug Einkommen noch machbare Optionen, um ein weiteres Haus zu kaufen. Daher wandte ich mich im Gebet an Gott und fragte Ihn, was wir tun sollten.
Ich liebe den 23. Psalm in der Bibel, in dem David schreibt, dass Gott im Angesicht seiner Feinde einen Tisch für ihn bereitet hat. Unser Feind war die Vorstellung, dass es für uns weder Chancen noch ausreichend Zeit für etwas Neues gab. Doch ich wusste, dass Gott auch uns einen Tisch bereitet hatte.
Ich unternahm praktische Schritte, um nach einer Antwort zu suchen. Ich forschte nach Bankkrediten und Erschließungsverträgen und redete mit Maklerfirmen, doch da wir einfach nicht das nötige Geld hatten, führte all das zu nichts.
Wieder wandte ich mich von ganzem Herzen an Gott. Während dieser Zeit dachte ich immer wieder an eine meiner Lieblingsstellen aus der Bibel. Als Antwort auf die Frage, woher Weisheit bzw. Erkenntnis kommt, lesen wir bei Hiob (28:23): „Gott ... weiß den Weg zu ihr und kennt ihren Ort.“ Für mich sagt diese Stelle, dass Weisheit nicht durch bloßes Suchen gefunden wird, sondern Gott, das göttliche Gemüt, weiß, was wir brauchen, und stellt es zur Verfügung!
Und ich dachte darüber nach, was Mary Baker Eddy in Vermischte Schriften 1883–1896 über Engel geschrieben hat. Diese Zeile (S. 307) war mir besonders wichtig: „Gott gibt euch Seine geistigen Ideen, und sie wiederum geben euch, was ihr täglich braucht.“ Da ich selbst nicht die Lösung wusste, betete ich um das Verständnis, dass Gott mir Seine geistigen Ideen zukommen ließ.
Wenig später sagte ein Mann, für den ich arbeitete, ich könnte mich an eine Behörde am Ort wenden, die Häuser wegen nicht bezahlter Steuern zwangsversteigert.
Als ich dieser Idee nachging, war ich erstaunt über das, was ich erfuhr. Viele Häuser waren erhältlich zu Preisen, die wir uns leisten konnten. Die Häuser waren leer und mit Brettern verschlagen. Sie waren deshalb erschwinglich, weil sie heruntergekommen waren. Doch ich wusste, dass sie trotz ihres Zustands die Antwort waren, nach der wir suchten.
Damals stieß ich bei Angehörigen und in meinem Freundeskreis auf Opposition gegen meinen Plan, zwei sich gegenüberliegende Häuser zu kaufen. Doch obwohl ich ihre Besorgnisse zu schätzen wusste, betete ich darum zu erfahren, was Gottes – und nur Gottes – guter Plan für mich war.
Als ich sicher war, dass diese Entscheidung richtig war, kaufte ich das erste Haus. Es erforderte umfangreiche Reparaturen, die wir uns finanziell nicht leisten konnten, doch ich vertraute weiter darauf, dass Gott mir den Weg zeigen würde. Wir fingen mit Projekten an, die sehr wenig kosteten. Nach einem Jahr waren wir in einer Sackgasse angekommen. Wir hatten nicht das nötige Geld für die umfangreichen Reparaturen, und es wurde schwierig, unsere laufenden Rechnungen zu bezahlen.
Eines Nachts war ich in tiefer Verzweiflung und wandte ich mich im Gebet an Gott wie nie zuvor. Als ich auf Seine Führung lauschte, übergab ich Ihm mein gesamtes Leben, alle meine Pläne, Ideen und Ängste. Da kam mir der Name einer Firma in den Sinn, die per Internet Wohnraum kurzzeitig vermietete. Damals war die Firma noch nicht allgemein bekannt, und ich wusste nicht, worauf sich der Name bezog. Nach einer kurzen Suche fand ich die entsprechende Website. Ich wusste, dass das meine Antwort war. Ich bot unser Wohnhaus dort an, und zu meinem Erstaunen wollten innerhalb von zehn Minuten sechs verschiedene Gäste unser Haus mieten. Wann immer unser Haus vermietet war, wohnten wir in dem Haus, das wir renovierten, obwohl es nicht an Versorgungsleitungen angeschlossen war. Von da an gingen regelmäßig Buchungen ein. Ein Jahr später kauften wir das zweite Haus, das wir im Auge gehabt hatten.
Innerhalb von drei Jahren konnten wir das Geld, das wir aus den Vermietungen unseres Hauses einnahmen, für die Renovierung des ersten Hauses nutzen. Dann zogen wir in dieses neu renovierte Haus ein und nutzten unser Wohnhaus vollständig für Kurzzeitvermietungen. Wir fingen an, das zweite Haus zu renovieren, und konnten dieses schließlich ebenfalls für diese Vermietungen nutzen.
Jetzt sind wir seit sieben Jahren Eigentümer dieser Miethäuser. Von dem Einkommen der Kurzzeitvermietungen war es uns möglich, Geld beiseitezulegen, und ferner sind wir weiterhin in Teilzeit in unserer alten Tätigkeit beschäftigt.
Gott, unser Vater und unsere Mutter, hat mir genau in dem Moment, wo ich sie brauchte, die nötigen Ideen gegeben und auf jedem Schritt jedes Gebet beantwortet.
Eileen Stoecklin
