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Auch die Ahnentafeln in der Bibel lesen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 12. März 2026


Mary Baker Eddy stellt folgende Frage in ihrem Lehrbuch über christlich-wissenschaftliches Heilen, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 495): „Wie kann ich am schnellsten im Verständnis der Christlichen Wissenschaft vorankommen?“ Der erste Satz ihrer Antwort lautet: „Studiere den Buchstaben gründlich und nimm den Geist in dich auf.“

Vor diesem Hintergrund gab uns unsere Lehrerin im Elementarunterricht in der Christlichen Wissenschaft die Aufgabe, die Bibel sowie Wissenschaft und Gesundheit und Mary Baker Eddys andere Schriften zu lesen, und zwar wirklich Wort für Wort, ohne Stellen zu überspringen, und im Gebet den Geist von dem auf uns einwirken zu lassen, was wir lasen.

Ihre Anweisung zum Lesen der Bibel enthielt diesen Rat: „Lesen Sie auch die gesamten Ahnentafeln.“ Ich wusste, was sie meinte, denn ich war mit den langen Listen der Väter vertraut, die Söhne zeugten, die wiederum eigene Söhne zeugten usw. usf. Die Versuchung, diese Listen zu überspringen, war durchaus vorhanden. Doch ich wusste, dass es unserer Lehrerin ernst damit war, dass wir jede Stelle in der Bibel sorgfältig und mit gebetvoller Aufmerksamkeit lesen sollten.

Als ich die Bibel das erste Mal von vorne bis hinten durchlas, erlebte ich beim Lesen des zweiten Buches Mose eine Heilung, als ich den Rat meiner Lehrerin befolgte.

Das zweite Buch Mose (Exodus) berichtet, wie Gott Mose anweist, das Zelt der Begegnung zu bauen, das die Kinder Israel auf ihrer Reise ins gelobte Land begleiten sollte. Die genauen Materialien, Maße und Farben, sogar die Namen der besten Handwerker für die Arbeit sowie Anweisungen für die zu unterbreitenden Opfer wurden vorgegeben (siehe Kapitel 25–31). Ich las all das aufmerksam und stellte fest, dass das Zelt der Begegnung etwas über das Konzept von Kirche einleitet, wie wir sie heute kennen.

Allerdings hatte ich nicht erwartet, dass so viel dieser langen Aufzählung wiederholt werden würde! In Kapitel 35–40 übermittelt Mose die Anweisungen, die Gott ihm zuvor gegeben hatte, an die Kinder Israel, und dann wird deren erfolgreiche Umsetzung in allen Einzelheiten beschrieben. Mir kam der Gedanke, diese Wiederholung zu überspringen, ähnlich wie bei den Stellen, in denen die Ahnentafeln wiedergegeben werden, doch stattdessen legte ich ein Lesezeichen in die Bibel, damit ich später darauf zurückkommen konnte.

Nicht lange danach hatte ich Gelegenheit, für ein Wochenende wegzufahren und es mit Beten und Studieren zu verbringen, um mit einer lähmenden Appetitlosigkeit fertigzuwerden. Ich setzte mich gemütlich hin, schlug die Bibel an der mit dem Lesezeichen gekennzeichneten Stelle auf und dachte an den Rat meiner Lehrerin, alle Passagen der Bibel zu lesen. Und so machte ich mich daran, den ganzen Bericht über das Zelt der Begegnung noch einmal zu lesen, und überlegte, welche geistige Botschaft in all diesen Einzelheiten für mich enthalten sein mochte.

Ich zog einen Bibelkommentar zurate, um die Beschreibungen besser verstehen zu können. Dort stieß ich auf eine Beschreibung der drei Bereiche des Zeltes der Begegnung und was in diesen Bereichen vorhanden sein bzw. getan werden sollte. Der innerste Bereich, das Allerheiligste, war der Ort, der Gottes Gegenwart vorbehalten war.

Einer der vor dem Zelt der Begegnung beschriebenen Gegenstände war ein Becken zum Waschen, bevor man die heiligeren Bereiche betrat. „Du sollst auch ein kupfernes Becken machen ... und Wasser hineintun, damit Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße darin waschen“ (2. Mose 30:18, 19). Ich musste an Mrs. Eddys Satz in Wissenschaft und Gesundheit (S. 481) denken: „Wie einst den Hohenpriestern, so steht dem Menschen der ‚Eintritt ins Heiligtum‘ – ins Reich Gottes – frei“, und ich fragte mich, was ich in meinem eigenen Denken reinigen musste, um Gottes Gegenwart zu fühlen.

Ich schrieb alles auf, was weggewaschen werden musste, und stellte eine Liste von Dingen auf, die ich an mir selbst nicht mochte. Die Liste war lang. Die Reinigung fand statt, als ich an die Anweisung meiner Lehrerin dachte, die falschen Behauptungen zu identifizieren und dann augenblicklich mit der Wahrheit über den Menschen als Gottes Widerspiegelung umzukehren. Das tat ich nun. Ich forschte in der Bibel und in Wissenschaft und Gesundheit, um die Wahrheit bezüglich jedes Punktes auf meiner Liste zu erfahren, und schrieb neben jede falsche Behauptung die jeweilige Berichtigung, so wie ich sie in der Christlichen Wissenschaft verstand.

Ein Punkt auf der Liste war Ängstlichkeit. Mangelndes Selbstbewusstsein bereitete mir Probleme am Arbeitsplatz. Meine Arbeit erforderte echte Zuversicht; diese würde den Leistungen meiner Gruppe sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und auch der Entwicklung der Vision zugutekommen, die unserer Arbeit zugrunde lag.

Als ich mich mit diesem Konzept beschäftigte, stellte ich fest, dass Mrs. Eddy in einer Ansprache in der Mutterkirche 1899 gezeigt hatte, dass Reinheit des Denkens ganz natürlich Mut mit sich bringt. Sie sagt unter anderem (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 131): „Meine Lieben, was die Neigungen läutert, das stärkt sie auch, beseitigt die Furcht, unterwirft die Sünde und rüstet mit göttlicher Kraft aus; das, was den Charakter veredelt, macht einen Menschen gleichzeitig demütig, erhöht und beherrscht ihn, und Gehorsam verleiht ihm Mut, Hingabe und Erfolg.“

Ich konnte spüren, wie die Lüge von Ängstlichkeit im Menschen – in mir – weggewaschen wurde und stattdessen die gottgegebene Eigenschaft wahrer Zuversicht ans Tageslicht kam.

Als ich nicht einmal die Hälfte der Korrekturen für all die falschen Behauptungen hingeschrieben hatte, fing ich an, mich Gott sehr nahe zu fühlen. Und mir wurde bewusst, dass ich hungrig war. Meine Familie war ganz in der Nähe untergekommen, und so rief ich sie an. Wir gingen sofort in ein Restaurant und hatten eine unvergessliche, fröhliche Mahlzeit. Damit war die Appetitlosigkeit überwunden, und auch andere falsche Behauptungen fielen von mir ab. Am Arbeitsplatz brachte ich eine neue, fest verankerte Zuversicht zum Ausdruck, die den Beitrag meiner Abteilung zur Unterstützung des Unternehmens erheblich erhöhte.

Doch das heißt nicht, dass ich die Bibel und Wissenschaft und Gesundheit nicht viele weitere Male gelesen habe. Gelegentlich war ich weniger eifrig bei der Sache, doch immer, wenn ich die Bücher wirklich aktiv las, stellte ich fest, dass das Konzept von Kirche sich im Verlauf der Bibel und auch im Lehrbuch unserer Führerin immer weiter entfaltet.

Die Anwesenheit des Zeltes der Begegnung hatte die Idee weiter gefestigt, dass Gottes Gegenwart die Kinder Israel auf ihrem Weg begleitete. Später brachte Jona das Konzept von Gottes Gegenwart im Bewusstsein klar zum Ausdruck, als er sagte (Jona 2:8): „Als meine Seele in mir verzagte, dachte ich an den Herrn; und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel.“ Jesus erklärte die Anerkennung des Christus als den Felsen, auf den er seine Kirche bauen würde (siehe Matthäus 16:13–18). Und als sich im heutigen Nahen Osten und in Europa die christlichen Kirchen formten, fragte Paulus (1. Korinther 3:16): „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“

Mrs. Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit (S. 583): „Die Kirche ist diejenige Institution, die den Beweis ihrer Nützlichkeit erbringt und die die Menschheit erhebt, das schlafende Verständnis aus materiellen Annahmen zum Erfassen geistiger Ideen und zur Demonstration der göttlichen Wissenschaft erweckt und dadurch Teufel oder Irrtum austreibt und die Kranken heilt.“ Im Handbuch der Mutterkirche hat sie mithilfe detaillierter Satzungsbestimmungen eine stabile organisatorische Struktur für die Kirche gebildet. Sie spricht von der einfachen, wissenschaftlichen Grundlage dieser Satzung und betont, dass „ihre genauen Bestimmungen ... zur Demonstration der wahren Christlichen Wissenschaft so wichtig sind“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 148). Sie sorgen dafür, dass die erhebenden und erweckenden Kirchenaktivitäten, die Gottes heilende Allgegenwart in aller Welt unter Beweis stellen, beständig fortgesetzt werden.

Und was ist mit dem Stammbaum? Gegen Ende des Neuen Testaments lesen wir bei Jakobus über Gott (1:18): „Er hat uns nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien.“ Also hat Er, Gott, uns alle gezeugt. Der Mensch entstammt nicht einer langen Reihe menschlicher Vorfahren, sondern ist der geistige Nachkomme Gottes. Wie wichtig ist es, dachte ich, die gesamte Ahnentafel zu lesen.

Ich bin meiner Lehrerin sehr dankbar für ihre liebevolle Anweisung, die Lehrbücher eingehend zu studieren. Wertvoller als die Heilung, die ich bei meinem ersten Durchlesen der Bibel erfahren habe, ist das sich immer weiter entfaltende Verständnis von Kirche, das mir eine tiefere Liebe zur Kirche Christi, Wissenschaftler, und eine größere Beteiligung an ihren Aktivitäten beschert hat. Jede Aufgabe, die ich dahingehend erfüllt habe, hat mehr Zuversicht und Mut auf der Grundlage eines Verständnisses von Gottes Gegenwart mit sich gebracht.

Die Bibel bietet allen eine feste Grundlage, die sich im wachsenden Erntefeld der Heilungen engagieren, welche durch unsere Kirche vonstattengehen. Die Erkenntnis von Gottes Immer-Gegenwart wächst immer weiter.

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