Unlängst ging ich am Sonntag nach der Kirche einkaufen. Als ich das Geschäft betrat, konnte ich Geschrei hören. Erst dachte ich, dass es spielende Kinder waren, doch dann erkannte ich, dass eine junge Frau die Urheberin war. Sie war aufgebracht und störte die Kundschaft, indem sie wütend die Gänge auf und ab stapfte und mit Gegenständen um sich warf. Ich sah, dass der Leiter der Filiale mehrmals versuchte, sich der Frau zu nähern, aber sie entfernte sich jedes Mal eilig von ihm und schrie ihn an. Er sagte mir, dass er und andere seit mehr als einer Stunde versuchten, die Frau aus dem Laden zu bekommen.
Ich stand einen Augenblick still da und fühlte mich dann inspiriert, zu der Frau hinzugehen. Sobald ich bei ihr war, beruhigte sie sich. Ich bitte Gott oft um Gelegenheiten, andere zu segnen, und ganz plötzlich befand ich mich mitten in genau solch einer Gelegenheit! Ich liebe folgenden Satz im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, von Mary Baker Eddy (S. 476–477): „Jesus sah in der Wissenschaft den vollkommenen Menschen, der ihm da erschien, wo den Sterblichen der sündige sterbliche Mensch erscheint. In diesem vollkommenen Menschen sah der Erlöser Gottes eigenes Gleichnis, und diese korrekte Anschauung vom Menschen heilte die Kranken.“
Ich habe schon häufig über diese Stelle nachgedacht, und an jenem Tag war ich dankbar, sie in die Tat umsetzen zu können. Ich betrachtete diese Frau als Gottes Gleichnis, rein und vollkommen. Das war mein Gebet für sie.
Sie sah mich an und ich sprach ganz ruhig mit ihr. Ich fragte sie nach ihrem Namen und sagte ihr, dass sie nicht schreien musste, da sie andere Leute damit nervös machte. Sie sagte mir, dass sie „diesen Mann“ (den Filialleiter) nicht mochte, da er „respektlos“ ihr gegenüber sei. Ich redete ein paar Minuten mit ihr und fragte sie dann, ob sie mir beim Einkaufen helfen wolle. Sie sagte ja, und wir gingen in die Gemüseabteilung. Von dem Moment an war sie ruhig und still. Ich betete die ganze Zeit, um sie als Gottes Kind zu sehen und zu lieben. Sie half mir, etwas Gemüse auszusuchen, und dann sah ich, dass zwei Polizeibeamte das Geschäft betreten hatten.
Als die Frau die beiden bemerkte, benahm sie sich gut. Sie waren sehr freundlich zu ihr, sagten ihr aber, dass sie aufgrund ihres Verhaltens nicht zurückkehren durfte. Das schien ihr einzuleuchten, und sie stritt nicht mit ihnen. Während sie mir beim Einkaufen geholfen hatte, hatte ich sie gefragt, ob sie etwas trinken wolle; ich würde das Getränk bezahlen. Sie hatte ja gesagt, und die Polizisten sagten, dass es in Ordnung war, wenn wir ihr ein Getränk holten. Anschließend ließ sie sich ruhig von ihnen aus dem Geschäft führen.
Ich war so dankbar, an jenem Tag dort gewesen zu sein und diese junge Frau und die Atmosphäre im Geschäft unterstützen zu können. Einige Tage später war ich wieder im Geschäft und sah den Filialleiter. Er bedankte sich für meine Hilfe, und ich war dankbar, ihm zu sagen, dass ich an dem Tag gebetet hatte. Gott hatte uns allen geholfen!
Wundern Sie sich nicht, wenn Sie eine einzigartige Gelegenheit bekommen, andere zu segnen. Jeder Mensch möchte sich geliebt fühlen, und wir alle haben ein Herz voller Liebe, die wir mit unserer Welt teilen können. Gott, die Liebe, inspiriert uns alle, unser Licht auf diese Weise leuchten zu lassen.
