Ich möchte Gott danken für einige Heilungen, die ich in der jüngeren Vergangenheit erlebt habe. Vor einem Jahr zeigten sich im Winter bei mir Grippesymptome. Sofort wurde mir bewusst, dass ich einiges an Frust über eine Verwandte empfand, die mich gebeten hatte, mich mit ihr um ihre Kinder zu kümmern, als die Kinder krank waren. Ich bat einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft um Hilfe. Und ich merkte, dass ich eine gewisse Selbstrechtfertigung darüber empfand, wie diese Verwandte ihren Haushalt führte verglichen mit der Art und Weise, wie mein Mann und ich unseren führten. Jetzt ging es mir nicht mehr darum, die Grippesymptome zu heilen; ich wollte schlicht und einfach von diesen Gedanken frei sein.
Unsere Führerin Mary Baker Eddy legt den Mitgliedern der Mutterkirche ans Herz, täglich darum zu beten, von verurteilenden Gedanken und anderem befreit zu werden (siehe Handbuch der Mutterkirche, S. 40). Die zusätzliche Aufmerksamkeit, die ich dieser täglichen Anforderung gewidmet hatte, führte mich nun dazu, von diesem Irrtum frei sein zu wollen.
Der Praktiker half mir zu erkennen, dass das allerwichtigste des wundervollen Geschenks von Gottes Botschaften darin besteht, was wir als Nächstes tun, nämlich, das, was wir hören, auch in die Tat umzusetzen. Dadurch, dass ich Gott liebte, würde ich die Antworten erhalten, die ich brauchte, um diese Gefühle loszulassen. Wir müssen einfach still sein und Gott lieben.
Schon bald fügte ich mich vollständig Gott und Seiner Gegenwart. Ich dankte Ihm dafür, dass Er mich sehr liebt, und für die Gelegenheit, ein Bestandteil des Lebens dieser Verwandten zu sein und ihr liebevoll zur Seite stehen zu können, wenn sie es braucht. Mir kamen die Tränen, als ich Gottes Gegenwart fühlte und Seine Liebe mein Bewusstsein erfüllte. Ich betete nicht darum, Grippesymptome zu heilen, sondern liebte einfach Gott für das, was Er ist und tut. Kurze Zeit später wurde mir bewusst, dass alle Symptome verschwunden waren.
Zwei Wochen später rief eine andere Verwandte an, die Grippesymptome hatte, und bat mich um Hilfe. Ich fuhr hin, um ihr aus den Publikationen der Christlichen Wissenschaft vorzulesen und ihr ein paar Stunden praktische Hilfe zu leisten. Ich war ganz sicher, dass ich hierbei beschützt war und keine Nachteile daraus erleiden würde. Die Unwirklichkeit dieses Anspruchs einer Grippe war durch die vorherige Heilung intensiver in meinem Denken verankert worden.
Ein paar Tage später hörte ich während eines sehr inspirierenden Gottesdienstes diese mentale Suggestion: „Du müsstest jetzt krank werden, denn es ist einige Tage her, seit du bei [der Verwandten] warst.“ Sofort verneinte ich das und dachte an die allegorische Gerichtsverhandlung im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft (siehe Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 430–442), in der ein Mann sich vor dem „Gericht des Irrtums“ dafür verantworten muss, einem kranken Freund beigestanden zu haben. Aufgrund dieses Beistands hat er eine Krankheit bekommen, auf die „die Todesstrafe steht“. In der Allegorie wird der Fall dann vor das „Gericht des Geistes“ gebracht, und „dort hält man den Menschen nicht für schuldig, physische Gesetze übertreten zu haben, denn es gibt keine solchen Gesetze“. Ich wollte wachsam sein und an dem heilenden Gottesdienst teilnehmen und wusste, dass ich für eine liebevolle Tat nicht angegriffen werden konnte.
Am folgenden Tag hatte ich eine wichtige Aufgabe zu erledigen, die durch Grippesymptome sehr erschwert worden wäre. Als die Symptome und die Angst nach dem Gottesdienst zunahmen, betete ich einige Stunden lang, indem ich Gott fragte, was ich wissen und tun musste, um diesen Anspruch zu handhaben. Die Worte „Ich gebe keine Einwilligung“ kamen mir stark in den Sinn. Ja, sie waren so stark, dass sie eindeutig nicht meinem Denken entsprangen. Das war einer dieser Fälle, in denen Christus, Wahrheit, das Sprechen und Verteidigen übernimmt und wir unser Denken davon umwandeln lassen. Danach fiel alle Angst von mir ab und ich setzte meine Aktivitäten fort. Innerhalb einer halben Stunde waren alle Symptome vollständig verschwunden.
Einen Monat später hatte ich wieder mit Erkältungssymptomen zu tun, nachdem ich meiner Verwandten geholfen hatte, als sie sich nicht wohlfühlte. Diesmal dachte ich daran, wie Mrs. Eddy Jesu Heilmethode beschreibt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 476–477): „Jesus sah in der Wissenschaft den vollkommenen Menschen, der ihm da erschien, wo den Sterblichen der sündige sterbliche Mensch erscheint. In diesem vollkommenen Menschen sah der Erlöser Gottes eigenes Gleichnis, und diese korrekte Anschauung vom Menschen heilte die Kranken.“
Mir kam der Gedanke, dass diese Verwandte der vollkommene Mensch ist, auf den hier Bezug genommen wird, und ich dachte an all das Gute, das sie zum Ausdruck bringt, und dass Gott sie als vollkommen sieht. Innerhalb einer Viertelstunde waren alle meine Erkältungssymptome verschwunden.
Und dann traten Erkältungs- und Grippesymptome ein weiteres Mal bei mir auf. Doch die vorherigen Fälle sowie mein klarer Sinn und ruhiges Vertrauen (siehe ebd., S. 495), dass dies keine Wirklichkeit ist, die ich bekämpfen, sondern eine Suggestion, die ich keineswegs akzeptieren muss, ermöglichten es mir, sie zügig zu heilen. Sie konnten mich einfach nicht mehr einschüchtern.
Als jemand, der über viele Jahre mit Erkältungen und Grippe zu kämpfen hatte, waren diese Heilungen so bereichernd und ermutigend. Ich weiß, dass ein wichtiger Faktor bei diesem großen Fortschritt im Denken meine selbstlose Mitarbeit in der Kirche gewesen ist – die Bereitschaft, auf neue und anspruchsvolle Art mitzuwirken.
Meine Dankbarkeit für diese Wissenschaft, für unseren Meister Christus Jesus und unserer Führerin gegenüber dafür, dass sie den Weg zu einem besseren Verständnis von Gott und Seiner geistigen Idee, dem Menschen, geebnet hat, kennt keine Grenzen.
Shannon Woolley
Hudson, Ohio, Vereinigte Staaten
