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Original im Internet

Das Denken, das heilt

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 1. Oktober 2026


Was genau bewirkt wahre, uns umwandelnde Heilung? Die Bibel enthält hilfreiche Hinweise darauf. Im Lukasevangelium (8:43–48) lesen wir von einer Frau, die all ihr Geld für Ärzte ausgegeben hatte, doch materielle Mittel hatten ihr keine Hilfe geboten. Demütig berührte sie Jesu Gewand, mit dem Ergebnis, dass sie augenblicklich geheilt war. Die Bibel berichtet, dass Jesus die Berührung dieser Frau inmitten des Gedränges einer großen Menschenmenge gefühlt hatte und daraufhin erklärte: „Ich habe gespürt, dass eine Kraft von mir ausgegangen ist.“ Als sie ihm sagte, dass sie geheilt war, antwortete er: „Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dir geholfen.“

Diese Geschichte verdeutlicht, dass das, was Jesu Heilungen ermöglichte, keine materielle Substanz und auch nichts war, das dem Gehirn oder Körper entstammte. Seine Heilungen flossen aus etwas Göttlichem – aus einer geistigen Macht, die zur Menschheit kommt. Dieser Punkt war von ausschlaggebender Bedeutung für die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft Mary Baker Eddy, die das, was wahre Heilung vollbringt, in ihrem Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 583) als den Christus identifiziert, den sie als „die göttliche Offenbarwerdung Gottes“ definiert, „die zum Fleisch kommt, um den fleischgewordenen Irrtum zu zerstören“.

Sie hat festgestellt, dass eine umwandelnde Heilung nie materiell bewirkt wird – wahre Heilung befreit uns nicht nur von dem Problem, sondern richtet uns außerdem moralisch und geistig auf. Eine Tablette kann uns nicht zu einem neuen Menschen machen. Materie kann uns nicht weniger materiell und begrenzt machen. In ähnlicher Weise kann eine von materiellem Denken begrenzte Mentalität nicht heilen, jedenfalls nicht dauerhaft, da sie begrenzt ist und auf einer materiellen Grundlage beruht. Sterbliches Denken bzw. das, was sich in einem Gehirn abspielt, ist kein wahres Gemüt und keine wahre Intelligenz. Es ist nur ein teilweiser oder verzerrter Eindruck von dem, was wirklich vonstattengeht.

All die Energie, die Kraft, das Bewusstsein und die Macht, die das Leben befähigen, kommen von Gott, dem göttlichen Gemüt, das das einzig wahre Gemüt ist. Der Bedarf bei Heilung beruht darauf, mehr von diesem Gemüt als in uns tätig zu erkennen. Und es ist vollständig natürlich für uns, dies zu begreifen, da wir in Wirklichkeit der absolute Ausdruck des Gemüts sind – dessen Bild und Gleichnis, wie die Bibel in 1. Mose 1:27 deutlich macht.

Eines unserer Kinder erlitt bei der Geburt einen Nabelbruch. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass sich dieses Problem selbst behebt, und in unserem Fall normalisierte sich die Situation auch tatsächlich. Weil ich bereit sein wollte zu erkennen, dass Gott alle Hilfe bereitstellt, die wir benötigen könnten, habe ich die Angelegenheit mit viel Gebet begleitet.

Rückblickend erkenne ich, dass ich in meinen Gebeten mehr Bereitschaft entwickelte, mich nicht mit einer rein materiellen Erfahrung zufriedenzugeben, sondern das Verlangen spürte, mehr von dem Leben zu erkennen, das Gott ist. Offenbar öffnete ich mein Denken für weitere Heilungen, denn es ging noch etwas anderes vonstatten. Auch ich hatte direkt nach der Geburt einen Nabelbruch gehabt. In meinem Fall hatte es eine Operation gegeben, die zur Folge hatte, dass mein Bauchnabel recht deutlich hervorstand. Nachdem ich nun um die Erkenntnis gebetet hatte, dass Gott die Situation meines Kindes in der Hand hat, fing ich an, Änderungen an meinem eigenen Bauchnabel zu bemerken, bis ich eines Tages feststellte, dass er völlig normal aussah und sich auch so anfühlte.

Mein geistiger Hunger hatte mich für gute Auswirkungen geöffnet, die ich vorher nicht hatte erlangen können. Ich hatte nichts gedacht, was diese Auswirkungen hätten hervorbringen können. Eine alles verändernde Heilung geht nicht vom menschlichen Gemüt aus. Vielmehr öffnet es sich für solch eine Heilung, damit wir mehr von dem Leben erleben, das göttlich ist. Mrs. Eddy erklärt (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 352): „Menschliche Gedanken haben nicht genügend geistige Kraft, um die Kranken oder die Sündigen zu heilen. Durch göttliche Energien allein muss man entweder aus sich selbst heraus- und in Gott hineingehen, sodass das Bewusstsein zur Widerspiegelung des göttlichen Bewusstseins wird, oder man muss durch Argument und menschliches Wissen sowohl vom Bösen als vom Guten das Böse überwinden.“ Während also unsere menschlichen Gedanken nicht heilen, ist das, worauf wir sie richten, beim Heilungsvorgang ausschlaggebend.

Wenn Sie jemals bei Wellengang am Strand waren, haben Sie vielleicht am Wasserrand gesessen und erlebt, wie die Wellen Sie immer wieder umspielt und angenehm gekühlt haben. Wenn Sie jedoch mehr vom Wasser haben möchten, müssen Sie weiter hineingehen. Wenn wir Heilung anstreben, dann könnten wir das so sehen, dass wir uns nicht nur für Wellen des geistigen Denkens, die uns benetzen und so ein besseres Verständnis bescheren, bereithalten, sondern dass wir ganz in dieses Bewusstsein eintauchen. Geistiger Hunger, Demut und Vertrauen bringen uns nicht nur an den Rand dieser heilenden Wasser der Wahrheit, sondern mitten in sie hinein.

Und wenn wir das Bedürfnis nach mehr verspüren, können wir tiefer hineingehen mit gebetvollen Bekräftigungen, die uns Gottes gutes, vollständig geistiges Wesen und unser wahres Sein als Ausdruck Gottes bewusst machen. In diesem Gebet sollten wir auch die sterbliche Lüge über uns verneinen, dass wir etwas in uns schließen, was Gott, Geist, unähnlich oder entgegengestellt ist, beispielsweise Angst, Zweifel, Krankheit, Begrenzungen aller Art. Wir erhalten diese Bestätigungen der geistigen Wahrheit von Gott und dem Universum aufrecht und leugnen alles, was Gott unähnlich ist, bis wir Seine Wirklichkeit spüren. Dann hören wir, wie Christus uns nicht nur unserer Freiheit vom Bösen, sondern auch der Freiheit aller anderen versichert, einschließlich derer, für die wir beten.

Heilung erfordert sehr oft den großen Einsatz, geistige Wahrheit zu bekräftigen und eine problembehaftete Vorstellung von Leben zu verneinen, doch das tun wir nur mit dem Ziel, unser Denken dafür zu öffnen, etwas vom göttlichen Gemüt zu erhalten, das wirklich heilt. Nicht das Argument zerstört Sünde und Krankheit, sondern die immer gegenwärtigen Wasser des Geistes.

Jesus und Mary Baker Eddy, die ihm nachfolgte, haben gezeigt, dass augenblickliche Heilung ohne das Argument möglich ist, wenn unser Bewusstsein ganz in vollkommene Liebe, Gott, eingetaucht ist. Sie erklärt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 454–455): „Denke daran, dass der Buchstabe und das mentale Argument nur menschliche Hilfsmittel sind, die dabei helfen, das Denken mit dem Geist der Wahrheit und Liebe, der die Kranken und die Sünder heilt, in Einklang zu bringen.“

Diese Schritte ins Wasser müssen wir gehen – wir müssen in die göttliche Liebe eintauchen. Wenn wir uns demütig dem Ziel widmen, das Denken in Übereinstimmung mit dem göttlichen Gemüt zu bringen, erlangen wir Gesundheit. Wir gelangen auch zu der Erkenntnis und dem klareren Verständnis dessen, was wir geistig begreifen müssen, um Gott und Seine Schöpfung zu erleben. Wenn wir diese Empfänglichkeit kultivieren, hören wir die richtigen Ideen, die uns den Weg durch das wüste Terrain weisen, das heute vor der Menschheit liegt, und können die besten Entscheidungen für unser Leben, unsere Kirche und unsere geliebte Welt treffen und Heilungen in diesen Bereichen erleben.

Vielleicht brauchen wir jetzt noch Argumente – die Bestätigungen und Verneinungen, die das Denken dahin bringen, wo es sein muss, damit wir die Inspiration fühlen und erkennen können. Aber wir sollten uns nicht so auf die Argumente versteifen, dass wir vergessen, auf die Inspiration zu lauschen, die Gott jeden Augenblick vermittelt! Er hat uns bereits heil und gesund erschaffen, und wenn wir das erkennen, sind wir geheilt. Das göttliche Gemüt leistet wirklich alles, und wir spiegeln dieses gute Tun wider.

O komm, göttliches Gemüt, komm!

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