Vor Jahren lebten meine Familie und ich eine Stunde von einem der schönsten Parks in Uruguay entfernt – einem Ort mit Bäumen aus aller Welt, wo man ganz nah am Meer zelten kann.
Mein Mann war für eine Armeeeinheit im Provinz Rocha zuständig, in dem sich die Festung Santa Teresa befindet, und in einem äußerst heißen und trockenen Sommer brach dort ein Brand aus. Sobald er davon erfuhr, machte sich mein Mann auf den Weg dorthin. Unser Haus war nahe an der Hauptverkehrsader des Landes, und wir sahen Dutzende von Autos, die die betroffene Region verließen.
Erst hatte ich Schwierigkeiten, meine Angst durch Gebet auszuräumen. Die Nachrichten waren alarmierend. Das Lokalfernsehen berichtete ununterbrochen über die neuesten Entwicklungen. Die Angst in der mentalen Atmosphäre schien sich schneller zu verbreiten als das Feuer.
Ich betete, um die wahre, geistige Identität meines Mannes, meiner Familie und der Menschen zu bekräftigen, die im Park zelteten. Die Bibel enthält unzählige Berichte von Menschen, die trotz unmittelbarer Gefahr nicht zu Schaden kamen, weil sie sich auf göttlichen Schutz verließen. Das war der Fall bei drei Hebräern – Schadrach, Meschach und Abed-Nego –, die in einen brennenden Feuerofen geworfen wurden und unverletzt wieder herauskamen. Auch Daniel, der eine Nacht in einer Löwengrube verbringen musste, kam unverletzt heraus, und viele andere, die die Macht Gottes kannten und auf Seine Liebe vertrauten, wurden in Gefahr beschützt.
Beim Beten, Gottes Allmacht am Werk zu sehen, klammerte ich mich an dieses Vertrauen in Seine unendliche Güte. Ich dachte daran, dass jeder Mensch seinen Ursprung in Gott, Geist, hat und somit vollständig geistig ist, und dass nichts außer der göttlichen, unendlichen und all-guten Macht, Gott, existiert.
Währenddessen bewegte sich mein Mann durch die gesamte Brandzone, um zu sehen, wie die mit der Brandbekämpfung beauftragten Personen vorankamen. Sie hatten sich in kleine Gruppen aufgeteilt, und jede Gruppe hatte einen Feuerwehrmann zur Seite, der die schwere Arbeit lenkte. Später sagte mir mein Mann, dass es allen sehr schwer gefallen war, sich einen Weg durch das gefallene Laub und die trockenen Äste auf dem Boden zu bahnen, denn die hatten das Feuer noch weiter angefacht.
Die Tragweite des Anblicks war so beeindruckend, dass es die kleine Gruppe völlig vereinnahmte, nach der mein Mann gerade sah. Von ihrem Standort aus konnten sie das Zentrum des Feuers sehen und beobachten, wie über 15 Meter hohe Bäume innerhalb von Sekunden verzehrt wurden. Einer der Männer musste sie darauf aufmerksam machen, dass ihnen die Flammen gefährlich nahegekommen waren und sie fast einkesselten.
Der sie begleitende Feuerwehrmann führte sie in die Richtung, die sie in Sicherheit bringen würde, und obwohl das nicht die klügste Wahl zu sein schien, folgten sie ihm. Sie gingen über Gelände, in dem die Stämme und Äste weiterhin glühten, und konnten entkommen, bevor die Stelle, an der sie gestanden hatten, vollständig niederbrannte.
Mein Mann sagte mir später, alles sei so schnell passiert, dass er sich nicht daran erinnern konnte, etwas von dem, was er über Gott weiß, konkret angewandt zu haben. Erst hinterher habe er begriffen, dass er keinen Augenblick Angst hatte, ihm oder seinen Begleitern werde etwas zustoßen.
Als wir darüber nachdachten, was sich zugetragen hatte, erkannten wir, dass dieses natürliche Gottvertrauen den Weg für die umfassendere Manifestation des Guten ebnet.
Ein Psalmenvers lautet (31:2): „Herr, auf dich traue ich, lass mich niemals beschämt werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit!“ Mein Mann sagte, dass die gottgegebene Intelligenz, Erkenntnis und Gehorsamkeit des Feuerwehrmanns sie davon abgehalten hatten, vom Weg abzukommen, sodass ihre Sicherheit gewahrt war.
Laut Experten erlischt solch ein Brand erst, wenn sehr heftiger Regen fällt. Ein Regen dieser Art war zu der Zeit nicht angekündigt worden, doch plötzlich zeigten sich Wolken am Himmel. Erst waren es nur wenige, doch dann breiteten sie sich schnell über das ganze Brandgebiet aus, und es regnete genau dort reichlich. Der Regen löschte das Feuer vollständig.
Menschen, die später kamen, um sich ein Bild von der umfangreichen Zerstörung zu machen, sagten, dass es Jahrzehnte dauern würde, bis sich die Natur erholt hatte. Doch schon im nächsten Jahr konnten wir sehen, dass die Vegetation deutlich neu wuchs. Frische grüne Blätter fingen an, die verkohlten Stellen zu überdecken.
Wenn ich an diese Erfahrung zurückdenke, danke ich Gott und preise Seine unendliche Macht – die Macht des Geistes, des einen Schöpfers, der Seine Schöpfung beschützt und dessen Macht wir durch hingebungsvolles Gebet manifestiert sehen können. Wir lesen in Psalm 104 (Vers 30, Hoffnung für Alle): „Wenn du deinen Geist schickst, wird neues Leben geschaffen, und die Erde kann sich wieder entfalten.“
Wenn ich die Nachrichten aus aller Welt betrachte, fällt mir auf, dass es eine erstaunliche Ähnlichkeit zwischen dem Flächenbrand gibt, den mein Mann miterlebt hat, und der Feuersbrunst in Form von Gewalt, Terrorismus und Verbrechen, die scheinbar die ganze Welt bedroht. Beide verbreiten sich rapide und lassen eine Spur der Zerstörung und Trauer hinter sich. Doch trotz der unterschiedlichen menschlichen Bekämpfungsmittel können beide durch Gebet ausgeräumt werden.
So wie Feuer sich ausbreitet, wenn es auf trockenes Gelände mit Laub, Ästen usw. stößt, so verbreiten sich Konflikte durch destruktive Gefühle wie Wut und Terror. Ich habe gelernt, dass es nötig ist, mein Denken frei von allem zu halten, das nicht das genaue Ebenbild des Guten ist, und die Eigenschaften Güte, Selbstlosigkeit, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit zu pflegen, die unseren Fokus nur auf das gerichtet halten, was das Leben erhebt und veredelt.
Die Christliche Wissenschaft lehrt, dass Gott unendliches Gutes ist, und zeigt uns, wie wir unser Denken von ungöttlichen Eigenschaften reinhalten. Mary Baker Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 407): „In der Wissenschaft ist alles Sein ewig, geistig, vollkommen und in jeder Tätigkeit harmonisch. Lass das vollkommene Vorbild anstelle seines demoralisierten Gegenteils in deinen Gedanken gegenwärtig sein. Diese Vergeistigung des Denkens lässt das Licht ein und bringt das göttliche Gemüt, bringt Leben, nicht Tod, in dein Bewusstsein.“
Wann immer wir mit einer gefährlichen Situation konfrontiert werden, können wir der Führung der göttlichen Weisheit folgen. Manchmal manifestiert sich das durch den guten Rat einer befreundeten Person oder durch die Stimme, die unserem eigenen Bewusstsein zu entspringen scheint. Gottes Engel, Seine Botschaften, kommunizieren ständig mit uns und teilen uns das mit, was uns aus Gefahr und Versuchungen befreien wird.
Wir können darauf vertrauen, dass sich das Gute immer manifestiert, denn es ist unendlich und immer gegenwärtig. Im Fall des Festungsbrandes ließ der gewünschte Regen den Brandbekämpfern Hilfe zukommen. Wenn sich das Problem als außer Kontrolle geratene Gewalt zeigt, kann sich die Lösung in neuen Gesetzen, in einer veränderten Art der Regierung des Landes oder in Verbesserungen zeigen, wie die Menschen selbst denken und handeln.
Diese Erfahrung und so viele andere verdeutlichen, dass wir in Sicherheit sind, wenn wir anfangen, Gott und unsere einzigartige und unzerstörbare Beziehung zu Ihm zu verstehen. Wenn wir erkennen, dass Gott uns in Ewigkeit vor Gefahr schützt, können wir diese Tatsache angesichts jeglicher Form beweisen, die eine Gefahr anzunehmen scheint.
