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Original im Internet

„Ich vermag alles“

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 5. Oktober 2026


Wir erfahren den wahren Ursprung und die wahre Substanz des Menschen, wenn wir in 1. Mose 1:26 lesen, dass Gott sagte: „Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich.“

Etwas später, im 2. Buch Mose, lesen wir, dass Gott zu Mose durch einen Busch sprach, der brannte, aber nicht verbrannte. Dort hört Mose Gott sagen (3:14): „Ich bin, der ich bin.“ Es gab keine andere Identität oder Tätigkeit – nur das Einssein des Schöpfers mit Seinem geistigen Ausdruck, dem Menschen. Mary Baker Eddy definiert Gott in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 587) als den großen Ich bin und schreibt auf S. 281: „Das eine Ego, das eine Gemüt oder der eine Geist, Gott genannt, ist unendliche Individualität, die alle Form und Anmut verleiht und die die Wirklichkeit und Göttlichkeit im individuellen geistigen Menschen und in individuellen geistigen Dingen widerspiegelt.“

Und an anderer Stelle lesen wir folgende Analogie von einem Bild im Spiegel, mit der Mary Baker Eddy deutlich macht, wie der Mensch Gott widerspiegelt (S. 300–301): „Gott offenbart sich nur in dem, was Leben, Wahrheit, Liebe widerspiegelt – ja, in dem, was Gottes Attribute und Seine Macht zeigt, so wie auch das auf den Spiegel geworfene menschliche Gleichnis die Farbe, Form und Tätigkeit der Person wiedergibt, die vor dem Spiegel steht.“ Das Wort Gleichnis ist wichtig, um sich eine korrekte Vorstellung des widergespiegelten Bildes machen zu können.

Ein Spiegelbild ist vollständig abhängig von seinem Original, was das Sein und das Handeln angeht. Und wenn wir es auf materielle Weise betrachten, zeigt es die Umkehrung des Originals und nicht das genaue Gleichnis, was für einige eine Trennung oder Dualität implizieren könnte.

Ich habe jahrelang versucht, meine Identität als Widerspiegelung zu verstehen, indem ich mir ein Bild von Gott und ein zweites als Gottes Spiegelbild vorstellte. Zwei separate Bilder – wenn auch nur symbolisch – im Kopf zu haben und zu versuchen, eine Identität außerhalb von Gott, dem Original, zu finden, brachte mich nicht weiter.

Als ich die Einheit des Originals mit dem Gleichnis verstand und begriff, dass sich meine Identität in dem einen Ego befindet, erkannte ich meine geistige Identität als Teil eines zusammengesetzten Ausdrucks Gottes, des Geistes. Ich erkannte, dass eine materielle Sichtweise und ein Gefühl von Trennung mein geistiges Verständnis des einen Geistes und von unserer ungetrennten Widerspiegelung des Geistes blockiert hatten.

Mrs. Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit (S. 515–516): „Nun vergleiche den Menschen vor dem Spiegel mit seinem göttlichen Prinzip, Gott. Nenne den Spiegel göttliche Wissenschaft und den Menschen die Widerspiegelung. Dann beachte, wie genau, der Christlichen Wissenschaft zufolge, die Widerspiegelung ihrem Original gleicht.“ Um herauszufinden, „wie genau“ ein materielles Bild seinem Original entspricht, müssen wir auf das Original schauen und das spiegelverkehrte Bild umkehren. Doch wenn wir in den Spiegel der göttlichen Wissenschaft schauen, ist keine Umkehrung notwendig. Wir wissen, erleben und bringen das zum Ausdruck, was wahr ist.

Wenn wir unseren Fokus auf Gott, die Quelle aller Wirklichkeit, richten, lösen sich falsche Vorstellungen und materielle Illusionen – jedes Gefühl einer Trennung – auf. Wir finden nur ein „Ich bin“ und erkennen und verstehen uns korrekt als den Ausdruck des „Ich bin“ inmitten des einen unendlichen, geistigen Universums. Wir finden den Christus, die vollkommene Manifestation Gottes, und fangen dabei an, unser wahres Selbst als aktiven Bestandteil des Reiches der Liebe zu erkennen. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit (S. 476–477): „Jesus sah in der Wissenschaft den vollkommenen Menschen ...“ Und Jesus sagte selbst (Johannes 5:30): „Ich kann nichts von mir selber tun.“

Viele Jahre lang fragte ich mich, wie ich meiner Berufskarriere, meinen zwischenmenschlichen Beziehungen und meiner Versorgung jemals Stabilität verleihen könnte. Rückblickend erkenne ich jetzt, dass ich auf der Grundlage eines falschen Egos schaute und glaubte und mich mit diesem falschen Ego identifizierte – einem, das sehr damit beschäftigt war, materielle Lösungen zu erzwingen –, und auf der Stelle trat.

Als ich zunehmend verstand, mich nicht mehr als eine Sterbliche zu identifizieren, die Lösungen plante, änderte sich vieles. In dem Maße, wie ein persönliches „Ich“ den Weg frei machte und ich meinen Fokus auf Gott richtete, zeigten sich Segnungen. Ich erhielt unerwartete Versorgung, dank derer ich mich pensionieren lassen konnte; meine Beziehungen gründeten sich mehr auf einen gemeinsamen Austausch unseres wahren Seins; ich schrieb meinen Lebenslauf als Sterbliche neu und hob darin die geistigen Lektionen hervor, die ich bei jeder Erfahrung gelernt hatte. Ich erkannte, dass meine wahre Karriere darin bestand und weiter besteht, mein geistiges Verständnis und den Ausdruck meiner Beziehung zu Gott durch den Christus zu entwickeln.

Wenn wir vertrauensvoll auf Gott schauen und danach streben, uns als das widergespiegelte Gleichnis der Liebe wahrzunehmen, lösen sich die spiegelverkehrten Bilder menschlicher Identifikationen im „Ich bin, der ich bin“ auf. Uns wird klar, dass die christusgleiche Manifestation eines jeden Menschen – der vollkommene Mensch, der Gott als Sein reines, geistiges Gleichnis widerspiegelt – unser einziges Leben und das einzige Leben aller ist. Mit dem Verständnis unserer aktiven Widerspiegelung, die der Christus offenbart, und von Gott als dem einzigen „Ich“ stellen wir mit von Demut und Dankbarkeit geprägter Herrschaft fest: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus“ (Philipper 4:13) und erkennen, dass Christus bereits alles getan hat, was getan werden muss.

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