Auf einem Spaziergang musste ich einmal an Freundschaften denken, bei denen ich meiner Meinung nach Fehler gemacht hatte, und an Freundinnen und Freunde, mit denen ich keinen Kontakt mehr hatte. Ich empfand den dringenden Wunsch, ihnen eine Nachricht zu schicken. Da es so aussieht, als ob die Schule ein ständiges Auf und Ab ist, wollte ich diesen Leuten aus meinem Umfeld erzählen, wie es mir ging, und mich nach ihnen erkundigen.
Es fällt mir schon mein Leben lang schwer, Freundschaften zu schließen und eine gute Verbindung zu Leuten meines Alters aufzubauen, deshalb fühle ich mich manchmal isoliert und allein. Doch in diesem Fall war ich inspiriert, mich zu melden.
Manche gingen nicht auf meine Nachricht ein, aber andere schrieben, wie dankbar sie waren, dass ich mich gemeldet hatte. Sie schrieben, dass sie mich vermissten, und ich schrieb zurück, dass es mir genauso ging.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, sah ich, dass mir sogar Freundinnen und Freunde geschrieben hatten, bei denen ich mich nicht gemeldet hatte, und auch sie sagten, sie würden mich vermissen. Das mag wie ein Zufall oder nach einer einfachen netten Geste klingen, aber für mich ging die Situation tiefer. Ich fühlte mich von Gottes überfließender Liebe umgeben und musste an ein Lied im Liederbuch der Christlichen Wissenschaft denken, das ich sehr mag und das davon handelt, wie Jesus uns diese Liebe von Gott beigebracht hat. Die erste Strophe lautet:
O ich erzähl’ so gerne,
von Dingen, hoch und weit,
von Jesu Lieb’ und Leben,
von seiner Herrlichkeit.
O ich erzähl’ so gerne,
was gut und ewig wahr;
es stillet all mein Sehnen,
ist aller Zweifel bar.
(Katherine Hankey, Nr. 414, Übers. © CSBD)
Ich besuche schon von klein auf die Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft, wo ich heilende Wahrheitsgedanken der Christlichen Wissenschaft und deren Anwendung im Alltag gelernt habe. „Von Jesu’ Lieb und Leben“ zu erzählen bedeutet deshalb für mich, dass es um Gottes nie endende Liebe zu uns geht, die Jesus uns vorgelebt hat und die uns seine Heilungen gelehrt haben.
Zu wissen, dass Gott mich unendlich liebt, tröstet mich sehr. Ich habe gelernt, dass Gott mein Vater und meine Mutter und immer bei mir ist. Ich brauche keine Liebe von anderen, um zufrieden oder glücklich zu sein; Gottes Liebe gibt mir Zufriedenheit. Aber ich war auch dankbar zu wissen, dass die Liebe, die ich von den Leuten in meinem Freundeskreis empfand, als ich mich bei ihnen meldete, in Wirklichkeit Gottes Liebe war, die auf diese Weise zum Ausdruck kam. Sie macht uns die unendliche göttliche Liebe bewusst, die jede und jeden von uns ständig umgibt.
Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, schreibt in ihrem Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. vii): „Für alle, die sich auf den erhaltenden Unendlichen verlassen, ist das Heute reich an Segnungen.“ Wenn wir uns also bei allem, was wir brauchen, auf Gott verlassen, merken wir, dass es sich in unserem Leben auf gute und befriedigende Weise zeigt.
Ich liebe an der Christlichen Wissenschaft, dass es immer noch mehr zu verstehen gibt. Ich bin Schülerin, und Neues über Gott und meine geistige Identität zu lernen, vertieft mein geistiges Verständnis. Ich finde es wunderbar, dass das sogar auf praktische Dinge wie Freundschaften in meinem Leben zutrifft.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Gott ein beständiger bester Freund ist, der uns nie verlässt. Wenn wir das wissen, fühlen wir uns ruhiger und geliebter, und das kommt auch unseren Beziehungen zu anderen zugute.
