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Zweifeln wir an uns selbst oder an Gott?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 20. April 2026


„Zu zweifeln bedeutet, Gott die Ehre zu versagen“, sagte ich zu einer Bekannten, die unsicher war, weil sie vor einer großen Zuhörerschaft sprechen sollte und wenig Übung darin hatte. Als sie für sich selbst bestätigte, dass sie existiert, um Gott zu ehren und nicht die Ehre zu versagen, konnte sie sich von ihren Selbstzweifeln befreien und auf Gottes Gegenwart und Macht vertrauen. Und der Vortrag verlief gut.

Wenn wir mit Selbstzweifeln kämpfen, kommt es uns so vor, als ob unser Erfolg im Leben – oder gar unser Überleben – von uns abhinge, von unseren verfügbaren oder scheinbar nicht vorhandenen Fähigkeiten. Doch die größte, grenzenlose Macht – die göttliche Macht! – stärkt unsere Fähigkeit, Fortschritt zu machen. Wenn wir an eine Macht glauben, die geringer ist als Gott, ist das problematisch. Mary Baker Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 228): „Allmacht hat Allgewalt, und irgendeine andere Macht anerkennen bedeutet, Gott die Ehre zu versagen.“

Uns muss bewusst sein, dass jeder Selbstzweifel, der uns einflüstert „ich bin du“, nichts mit uns und unserem Denken zu tun hat. Wir sind dazu erschaffen, Gott durch unser Wissen und unsere Beweise zu ehren, dass Er die einzige Macht ist. Und in dem Maße, wie wir die gegenteilige Behauptung durchschauen und erkennen, dass Gott die einzige Quelle und der einzige Einfluss auf unsere Fähigkeiten ist, stellen wir fest, dass wir befähigt sind, das zu denken, zu sagen und zu tun, was benötigt wird.

Wir ersetzen hier keine mutlose Haltung mit einer mutigen, sondern geben uns selbst gegenüber aus tiefem Herzen zu, dass Gott Geist ist und dass wir nach Gottes Ebenbild erschaffen wurden. So logisch und sogar unvermeidbar Selbstzweifel auch erscheinen mag, wir haben einen geistigen Sinn, der Gott widerspiegelt und uns die Wahrheit sagt. Diesem geistigen Sinn ist es klar, dass wir durch unsere Widerspiegelung Gottes und nicht durch eigene Kraft fähig sind, über ein reines Existieren so hinaus zu wachsen, dass wir nicht nur selbst Erfolg haben, sondern andere ebenfalls umfassender segnen können.

Jesus hat diese auf Gott basierende Grundlage zur Bewerkstelligung von Gutem auf vielfache Weise bewiesen. Niemand hat so viel bewirkt wie er, und doch sagte er (Johannes 5:30): „Ich kann nichts von mir selber tun.“ Seine Mission zur Heilung der Kranken und zur Wiederherstellung eines zerstörten Lebens durch sein Verständnis von Gott verdeutlicht, dass unsere Fähigkeit, Gutes zu tun, der Höhe unseres Vertrauens auf Gottes Güte und Macht entspricht. Und er hat gezeigt, dass wir keine von Gott getrennte Macht haben. Das mag wie eine Einschränkung aussehen, doch diese Wahrheit zu verstehen ist in Wirklichkeit befreiend. Statt zwanghaft analysieren zu müssen, was wir wohl schaffen oder nicht schaffen, erkennen wir, was Gott, das unendliche Gute, in jedem Augenblick ist und tut. Mrs. Eddy schrieb an die Mitglieder einer Zweigkirche Christi, Wissenschaftler (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 154–155): „Vergesst keinen Augenblick, dass Gott Alles-in-allem ist – dass es daher in Wirklichkeit nur eine Ursache und Wirkung gibt.“

Einige Jahre nach der Rede meiner Bekannten konnte ich mithilfe meines Vertrauens auf die Allheit Gottes mangelndes Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten überwinden, als ich eingeladen wurde, vor einem großen Publikum über ein Thema zu sprechen, von dem ich meinte, nicht genügend Kenntnisse zu haben. Der Versuch, meine Zweifel zu beruhigen, war erfolglos, bis der Christus, Gottes Versicherung Seiner immerwährenden Autorität, mein Denken vom Gefühl der Unzulänglichkeit weg auf Gottes unendliche Allheit richtete. Ich fragte mich: „Ist es möglich, dass du am Tag nach der Ansprache zurückschaust und sagst, dass Gott gestern nicht Alles-in-allem war?“

Mir war klar, dass das unmöglich war, denn wie der Christus, der Ihn zum Ausdruck bringt, ist Gott „derselbe, gestern und heute und auch in Ewigkeit“ (Hebräer 13:8). Genau das hat sich gezeigt. Das, wovor ich Angst hatte, trat nicht ein. Meine Rede wurde gut aufgenommen.

Wir können auf der Grundlage von Gottes Allheit immer sagen (Philipper 4:13): „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“ Christus, Wahrheit – die Wissenschaft des Seins – zu akzeptieren erhöht unsere Fähigkeit, etwas zu unserer Familie, unserem Umfeld, unserer Kirche und mehr beizutragen. Es bringt Eigenschaften in uns hervor, die unsere Widerspiegelung Gottes verdeutlichen, darunter Geduld, Durchhaltevermögen, Sorgfalt, Freude und Klarsicht. Dies wiederum hilft uns, Fertigkeiten zu verfeinern, mit denen wir Gott verherrlichen und unsere Mitmenschen besser lieben können. Mrs. Eddy drückt das in Wissenschaft und Gesundheit sehr treffend aus (S. 128): „Eine Kenntnis der Wissenschaft des Seins entwickelt die latenten Fähigkeiten und Möglichkeiten des Menschen. Sie erweitert die Atmosphäre des Denkens, indem sie den Sterblichen größere und höhere Bereiche erschließt. Sie erhebt den Denker in seine natürliche Sphäre der Einsicht und Scharfsichtigkeit.“

In den größeren und höheren Bereichen unseres Bewusstseins von Gottes Allheit ist kein Platz für Selbstzweifel – er kann weder im Hintergrund lauern oder verharren noch auch nur den Anschein davon erwecken. Auch für die gegenteilige Neigung, die Überzeugung, wir könnten ohne Gott erfolgreich sein, ist kein Platz vorhanden. Diese Vorstellung von einer von Gott getrennten Macht ist sogar schädlicher als Selbstzweifel. In solchen Fällen kann ein nagender Zweifel gut sein, denn er zeigt die geistige Intuition, dass wir zuhören und gehorchen müssen. Wenn wir der göttlichen Führung den Rücken zukehren und die Bedürfnisse anderer mit Füßen treten, zeigen wir eine Eigenwilligkeit, die abgelegt werden muss, indem wir Gottes Führung folgen. Dann sind wir zuversichtlich, dass wir unsere Aufgaben auf der richtigen Grundlage erfüllen können, wodurch andere ebenfalls berücksichtigt und gesegnet werden.

Jede und jeder Einzelne von uns wurde erschaffen, um Gott zu ehren und nicht die Ehre zu versagen. Wir können in unseren Gebeten darauf bestehen und in unserem Herzen akzeptieren, dass es keine Macht außerhalb des Alles-in-allem gibt, und dies zunehmend in unserem Alltag erleben. Somit kann nichts uns davon abhalten, alles zu denken, zu sagen und zu tun, was vonnöten ist, um andere zu segnen und selbst gesegnet zu werden.

Tony Lobl
Geschäftsführender Chefredakteur

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