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EDITORIAL

Können wir es uns leisten, großzügig zu sein?

Aus der März 2026-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Schließlich gibt es so viele Argumente dafür, warum wir es nicht sein sollten. Und nicht nur, was unsere „Sachen“ angeht – unser Geld und unsere materiellen Güter. Was ist, wenn wir unsere Ideen frei teilen und ein anderer Mensch die Lorbeeren dafür einheimst? Was ist, wenn wir bereitwillig unsere Fertigkeiten und unsere Zeit einsetzen und jemand uns ausnutzt? Und natürlich: Was ist, wenn wir das Geld oder die Dinge, die wir weggeben wollen, irgendwann selbst brauchen?

Aus persönlicher Sicht mag die Entscheidung, großzügig zu sein, nicht unbedingt logisch erscheinen. Doch Christus Jesus lehrte (Matthäus 10:8): „Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es auch.“ Und was ist, wenn wir meinen, nichts umsonst erhalten zu haben – dass wir selbst nicht genug Ideen, Fertigkeiten, Zeit oder Geld haben?

Jesus hat seine Aussage nicht mit einer Bedingung verbunden: „Wenn ihr es umsonst empfangen habt, gebt es auch umsonst.“ Seine Worte gehen davon aus, dass wir es umsonst erhalten haben. Es ging hier nicht um eine Vermutung. Er wusste, dass die Quelle unserer Versorgung Gott, das Gute, ist. Er versicherte uns in seiner Bergpredigt (siehe Matthäus 6:25–34), dass, wenn wir zuerst nach dem Reich Gottes und Seiner Gerechtigkeit trachten, uns das alles dann auch zufallen wird. Die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft Mary Baker Eddy führt diese Lehre weiter aus, wenn sie in Vermischte Schriften 1883–1896 (S. 307) schreibt: „Gott gibt euch Seine geistigen Ideen, und sie wiederum geben euch, was ihr täglich braucht.“

Uns im Gebet an Gott zu wenden, unseren persönlichen Willen zum Schweigen zu bringen und demütig auf Gottes Führung zu lauschen – und dann unser Denken und Handeln dem anzupassen, was wir hören –, ist ein guter Weg, nach Seinem Reich zu trachten. In Gottes Reich ist und muss alles gottähnlich sein. Daher ist es ganz natürlich für uns, eine falsche Vorstellung von uns als egoistisch, begrenzt und mit Mangel behaftet abzulegen. Die Engelsbotschaften, die Gott uns sendet, versichern uns, dass das, was wir in 1. Mose 1:26, 27 lesen, stimmt: Wir wurden nach Seinem Bild und Gleichnis erschaffen. Da Er gut und schön ist, müssen wir in Wirklichkeit auch gut und schön sein. Und da Gott Alles ist – unendlich und vollkommen –, fehlt Gott nie etwas. Und somit fehlt uns nie etwas, da wir Ihn widerspiegeln. Er erschafft alles, und alles, was Er erschafft, ist gut, vollständig, ganz und gar versorgt – und das schließt uns alle ein.

Wenn wir Gott als die Quelle alles Guten anerkennen, zögern wir nicht, großzügig zu sein. Er gibt uns allen in der Tat alles umsonst. Wir können das, was Er uns gibt, weitergeben, ohne jemals zu fürchten, dass wir nicht genug haben werden.

Wir mögen glauben, dass ein echter Mangel uns zwingt, nichts zu geben. Doch das stimmt nicht. Vielmehr hält uns unsere falsche Sicht von uns selbst als unzulänglich versorgt und von Gott und Seiner unendlichen Versorgung abgeschnitten davon ab, anderen etwas abzugeben. Wenn wir verstehen, wer wir als Gottes Kinder sind – als Seine Erben, wie Paulus uns sagt (siehe Römer 8:16, 17) –, dann verstehen wir auch, dass Er uns in alle Ewigkeit freigiebig mit allem versorgt. Wenn wir das wahrhaft erkennen, werden wir immer genug haben – für uns selbst und um anderen großzügig etwas abzugeben –, da wir alles aus unendlicher Quelle erhalten.

Und das ist nicht der einzige Bereich, in dem unsere Großzügigkeit wächst. In dem Maße, wie wir uns als die geliebte Schöpfung Gottes, des Geistes, erkennen, wird uns auch bewusst, dass dies auf unsere Mitmenschen zutrifft – wir sehen uns und andere als geistig und nicht materiell, als gut, liebevoll, ehrlich, fürsorglich und würdig. Das bedeutet, wir werden nicht nur mit dem großzügiger, was wir zu geben haben, sondern auch in Bezug auf die Sicht auf unsere Mitmenschen. Diese wahre Sichtweise schließt automatisch das Verständnis ein, dass Gesundheit und Versorgung für alle präsent sind, selbst dort, wo sie zu fehlen scheinen. Dieses Verständnis kann und wird Heilung nach sich ziehen.

Die Bibel berichtet, dass dies im Wirken Jesu zuverlässig geschah, denn Jesus sah andere immer so, wie Gott sie sieht. An einer Stelle berichtet das Matthäusevangelium (14:14–21), wie Jesus die Kranken in einer Menschenmenge von über fünftausend Personen heilte, die zusammengekommen waren, um ihn um Hilfe zu bitten. Am Abend waren die Menschen allerdings immer noch da, und nun war er mit derselben Anzahl hungriger Leute konfrontiert.

Seine Jünger empfahlen, die Menschen fortzuschicken, damit sie sich in den umliegenden Orten etwas zu essen kaufen konnten. Aber Jesus fand, dass sie bei ihm bleiben konnten, und sagte seinen Jüngern, sie sollten sie versorgen. Darauf waren sie nicht vorbereitet. Sie hatten nichts weiter als fünf Brote und zwei Fische. Das hätte für Jesus und die Jünger gereicht, aber für „etwa fünftausend Mann, ohne Frauen und Kinder“?

Jesus war kein bisschen besorgt, das Essen mit denen zu teilen, die zu ihm gekommen waren, um unterwiesen und geheilt zu werden. Er nahm die Brote und Fische, segnete sie und gab sie an seine Jünger weiter, damit diese sie verteilten. Und nicht nur wurden alle satt, es gab zwölf Körbe mit Überresten.

Wir können vielleicht noch nicht Menschenmengen so versorgen wie Jesus. Doch in dem Maße, wie wir geistig wachsen, werden wir alles aus einer geistigeren Perspektive sehen und nach und nach die Fülle erkennen, die unser himmlischer Vater für uns bereitgestellt hat. Wir werden weniger besorgt sein, dass wir etwas entbehren, wenn wir anderen von dem abgeben, was wir haben. Wir verstehen, dass sie wie wir die geliebten Kinder Gottes, der Liebe, sind und von demselben himmlischen Brot genährt werden, das auch uns nährt.

Alle Argumente, die dagegensprechen, dass wir großzügig sind und uns großzügig verhalten, lösen sich im Licht von Gottes Gnade und Herrlichkeit auf. Wir haben umsonst erhalten und können dementsprechend freigiebig geben!

Lisa Rennie Sytsma
Stellvertretende Chefredakteurin

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