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Tätig sein in dem, was unseres Vaters ist

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 21. Oktober 2019


Der Mensch – die reine Widerspiegelung des Geistes – ist von Gott geschaffen und lebt kraft göttlicher Vollmacht. Gott ist die Quelle und die Substanz seines Daseins. Die eigentliche Aufgabe des Menschen ist es, für die Macht, Aktivität, Gegenwart und Intelligenz seines Schöpfers zu zeugen. Der Mensch spiegelt mit absoluter Präzision und Klarheit die Weisheit und Kreativität Gottes wider. Das ist die Tätigkeit, die er ausübt. Die wahre Arbeit, Beschäftigung oder Tätigkeit des Menschen ist göttlich. Es ist eine ewige Tätigkeit, die Aktivität des Lebens und der Liebe.

Jesus von Nazareth war gelernter Zimmermann. Und obwohl er diesen Beruf über eine Anzahl von Jahren ausübte, zweifellos mit großem Geschick und handwerklichem Können, hatte er schon in seiner Jugend klar zu verstehen gegeben, dass er in dem tätig sein musste, was seines Vaters ist. Christus Jesus war der Weg, die Wahrheit und das Leben. Sein Leben machte der ganzen Menschheit die wahre Tätigkeit des Menschen deutlich.

Bei geschäftlichen Tätigkeiten geht man normalerweise davon aus, dass man es nicht mit geistigen Dingen zu tun hat. Der allgemeinen Auffassung zufolge hat man im Geschäftsleben und im Handel ausschließlich mit materiellen Dingen – mit der Produktion, Herstellung, dem Tausch und der Wartung von materiellen Gütern – zu tun. In der sogenannten Geschäftswelt wird der Wert weitgehend durch Knappheit bestimmt, durch den Umfang, in dem ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung zur Verfügung steht. Man geht davon aus, dass Rohstoffe, Märkte, Kapital usw. begrenzt sind und sich erschöpfen. Man glaubt, dass Erfolg von den Fähigkeiten derjenigen abhängt, die ein Unternehmen führen, vom Geschäftsklima, von persönlicher Macht und Einflussnahme sowie vom Zufall oder Glück. Eine solch materialistische Betrachtungsweise von Geschäft und Handel ist verhängnisvoll. Sie ermöglicht zwar einerseits Gewinn und Erfolg, doch andererseits auch Rezession, Inflation, Stagnation, Arbeitslosigkeit und Fehlschläge. Außerdem öffnet sie Missbrauch, Kommerzialisierung, Gier, Machthunger und Herrschsucht Tür und Tor.

Solange wir solch materialistische Ansichten hegen, wird uns das wahre Wesen geschäftlicher und beruflicher Tätigkeiten verschlossen bleiben. Als Kind war Jesus in dem, was seines Vaters ist. Er arbeitete als Zimmermann in dem, was seines Vaters ist, und das tat er auch als Heiler und Lehrer der Menschheit. Seine Arbeit, seine Tätigkeit bestand darin, in allem, was er tat, Zeugnis für den Christus abzulegen. Mary Baker Eddy schreibt: „Diese geistige Idee oder der Christus durchdrang das Leben des persönlichen Jesus bis in die letzten Einzelheiten. Sie machte ihn zu einem ehrenhaften Mann, einem tüchtigen Zimmermann und einem guten Menschen, ehe sie ihn zum Verklärten machen konnte“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 166). Wir haben in unserem Leben die Aufgabe, für den Christus zu zeugen. Der Christus veranschaulicht die ewige Tatsache, dass der Mensch der Sprössling des Geistes und nicht der Materie ist. In Anlehnung an die Worte des Apostels Paulus kann man sagen, der Mensch lebt, webt und ist im Reich des Geistes. Der Mensch bringt die Aktivität, Gesundheit, Energie, Absicht und Fähigkeit zum Ausdruck, die Geist verleiht. Als Geschöpf des Geistes verfügt der Mensch über die unbegrenzten Mittel der Seele, über die ewige Vitalität und Kraft des Lebens, die unendliche Schaffenskraft und Produktivität des Gemüts. Das Verständnis, das Mangel, Inkompetenz, fruchtloses Bemühen und Versagen heilt, wird uns durch ein unerschütterliches Anerkennen der Wahrheit verliehen. Die Bibel berichtet, dass Simon Petrus und seine Fischerkollegen sich einmal die ganze Nacht über abmühten, aber keinen einzigen Fisch fingen. Am Morgen stieg Jesus in Simons Boot und sprach zu den Menschen über das Reich Gottes. Danach wies er Simon an, weiter hinauszufahren und seine Netze auszuwerfen. Simon erwiderte: „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich das Netz auswerfen.“ Das taten sie und daraufhin „fingen sie eine große Menge Fische“ (Lukas 5:5, 6).

Bekräftigte dieses Erlebnis nicht in überzeugender Weise Jesu Lehre, dass das Reich Gottes herbeigekommen ist? Es veranschaulichte die natürliche Übereinstimmung der menschlichen Erfahrung mit den geistigen Tatsachen, die die Christliche Wissenschaft offenbart. Jesus lehrte, dass es nur einen Gott gibt – den Urheber allen Gesetzes und die Quelle aller Macht. Er machte seine Lehre durch sein Leben deutlich. Er bewies, dass geistiges Verständnis Macht hat und die Zwänge und Strafen der sogenannten materiellen und physischen Gesetze aufhebt. Krankheiten und Leiden wurden geheilt. Die Arbeit der Jünger erwies sich als erfolgreich. Die Sorge um begrenzte menschliche Vorräte verflog angesichts göttlicher Freigebigkeit bei der Speisung der Fünf- und der Viertausend. Diese Begebenheiten waren durchaus keine Wunder. Sie illustrierten seine Lehre. Aufgrund dieser Lehren des Meisters wuchs in Männern und Frauen ein neues Verständnis vom Sein. Diese Kraft des göttlichen Gemüts brach unfruchtbare materielle Vorstellungen auf und offenbarte die Fähigkeit des Menschen, die Fülle Gottes, die Fülle des Guten, zu demonstrieren. 

Was ist geistige Fülle? Sie ist nicht gleichbedeutend mit viel Besitz oder der Kontrolle über riesige Mengen von Aktien und Wertpapieren, Geld oder Grund und Boden. Das sind die Güter dieser Welt, nicht die Reichtümer des Himmels.

Die in dem tätig sind, was ihres Vaters ist, haben Zugang zur Fülle des Gemüts. Die Reichtümer des Gemüts sind Ideen; sie sind aktiv, produktiv und substanziell. Sie bringen das Wesen des Gemüts, Gottes, zum Ausdruck. Der Mensch, die volle und aktive Widerspiegelung des göttlichen Gemüts, besitzt Intelligenz, Weisheit, Kreativität, Können und all die Fähigkeiten und Talente, die ihm von seinem Schöpfer in reichem Maße verliehen worden sind. Das Erkennen und Anerkennen unserer wahren Identität als das Gleichnis Gottes erschließt uns alle Ressourcen des Gemüts und seine ganze Macht.

Diese Reichtümer des Gemüts können weder gehortet noch monopolisiert werden; sie sind universell und unendlich. Doch diese Tatsache schmälert in keiner Weise ihren Wert und kann ihn auch nicht schmälern. Sie unterliegen keinerlei Begrenzungen der Materie. Wenn ich zum Beispiel etwas gebaut habe und es Ihnen gebe, dann haben Sie es, und ich habe es nicht mehr. Aber wenn ich eine Idee habe und diese an Sie weitergebe, dann haben wir beide sie und können beide daraus Nutzen ziehen, können uneingeschränkt von ihr Gebrauch machen und mit ihrer Hilfe vorankommen.

Genauso ist es mit der Intelligenz des Gemüts. Sie ist unendlich, und das Gute, das diese Intelligenz bewirkt, entfaltet sich ohne Ende. Die wahre Aufgabe des Menschen ist es, die Weisheit, Liebe und Güte des Gemüts zum Ausdruck zu bringen. Dazu hat Gott den Menschen geschaffen. Dabei gibt es keine Konkurrenz, nur Gottes unaufhörliche Wertschätzung dessen, was Er, Gemüt, geschaffen hat. Der Mensch, der in dem tätig ist, was seines Vaters ist, bleibt von materiellen Begrenzungen und Bedingungen unberührt und unbeeinträchtigt, denn er ist sich bewusst, dass die einzige Regierung oder Herrschaft die göttliche ist. Er weiß, dass Gott, das Gute, Alles-in-allem ist. Er besitzt die Fülle des Gemüts.

Die Tätigkeit des Gemüts erkennt man nicht an der sprichwörtlichen Erfolgskurve. Geschäftlicher Erfolg lässt sich in Wirklichkeit nicht am Gewinn im laufenden Quartal messen, nicht am Sieg über einen Konkurrenten, am Hinzugewinnen eines neuen Kunden und auch nicht an der erfolgreichen Entwicklung und Einführung eines neuen Produkts. Den Erfolg und das Wachstum der Jünger an der Zahl der Fische zu messen, die sie gefangen hatten, wäre eine Fehleinschätzung. Die wahren Geschäfte des Menschen sind von der Materie, von materiellen Methoden und Bedingungen völlig getrennt. Unser Erfolg in diesem Bereich lässt sich nur an den Heilungen messen, die bewirkt werden.

Die Eingebungen des Gemüts sind es, die uns in unserem täglichen Leben von menschlichen Begrenzungen befreien und uns bevollmächtigen, der Welt Heilung zu bringen. Der Christus, die Wahrheit, ist unser Erlöser, und er erlöst uns von dem Glauben an Begrenzungen, seien es begrenzte Zeit, beschränkte Mittel oder mangelnde Gelegenheiten. Wenn wir uns vom materiellen Augenschein ab- und den geistigen Tatsachen zuwenden, öffnen wir uns den Eingebungen des Gemüts. Dann zeigen sich Harmonie und Intelligenz in dem, was wir tun, und wir handeln effizient und kooperativ. Wir entdecken, dass die Ideen, die das göttliche Gemüt uns eingegeben hat, mit der Substanz und Macht von Gesetz ausgestattet sind. Mary Baker Eddy schreibt: „Der Psalmist sagt: ‚Er hat Seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten.‘ Gott gibt euch Seine geistigen Ideen, und sie wiederum geben euch, was ihr täglich braucht“ (Vermischte Schriften, S. 306).

Wenn wir in allem, was wir tun, Gott an erste Stelle setzen und Seine Gegenwart suchen, werden wir entdecken, dass alles, was wir tun, göttliche Züge trägt und dazu dient, Seinen Willen zu tun. Die Furcht wird ausgetrieben. Das Wirken des Christus zerstört jedes Element der Furcht oder des Zweifels, das uns davon abhalten möchte, uns an Gott zu wenden und darauf zu vertrauen, dass das göttliche Gemüt uns führt und leitet. Der Christus lässt uns dem göttlichen Prinzip des ersten Gebots gehorsam sein – dass wir nur einen Gott haben und sonst keinen. Auf diese Weise demonstrieren wir die unfehlbare Wahrheit, die wir in der Bibel in den Sprüchen finden: „Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern denke an ihn in allen deinen Wegen, dann wird er dich recht führen. … Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, und dem Menschen, der Verstand bekommt! Denn es ist besser, sie zu erwerben als Silber; und ihr Ertrag ist besser als Gold“ (Sprüche 3:5, 6, 13, 14).

Beten, vertrauen, lauschen und folgen – das sind die wesentlichen Elemente geistiger Demonstration. Der Christus offenbart das unauflösliche Band zwischen dem Menschen und dem göttlichen Gemüt. Durch ihn gewinnen wir das wissenschaftliche Verständnis vom Sein und von aller Tätigkeit. Wenn wir von diesem geistigen Verständnis erfüllt sind, ist die Furcht ausgelöscht. Furcht kann unsere Demonstration nicht verdunkeln. Wir erkennen, dass die Schöpfung des Gemüts in reichem Maße Gutes hervorbringt und dass die Tätigkeit des Menschen diese Produktivität widerspiegelt.

Wenn wir diese Gedanken praktisch demonstrieren wollen, müssen wir das geistige Ziel fest im Auge behalten. Jesus riet der Menge, die ihm folgte, dringend: „Bemüht euch nicht um die vergängliche Nahrung, sondern um die Nahrung, die bis ins ewige Leben bleibt, die euch der Menschensohn geben wird; denn diesen hat Gott der Vater versiegelt“ (Johannes 6:27)

Jesu Lehren dienten nicht dazu, den Menschen ein angenehmeres materielles Leben zu verschaffen; sie wiesen auf eine völlig neue Lebensgrundlage hin. Das Leben sollte ganz auf Gott ausgerichtet sein. Gott sollte im Mittelpunkt des Lebens stehen. Das Leben sollte sich völlig von der Materie lossagen und die Herrschaft und Macht des Geistes veranschaulichen.

Paulus war einer der großen Christen. Von Beruf war er Zeltmacher. Integrität, Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Fairness und Geschick waren sicherlich Teil seiner Arbeit. Doch seine geistige Vision und Kraft waren auf mehr als nur materiellen Erfolg ausgerichtet. Die Zeltmacherei, mit der er seinen Lebensunterhalt verdiente, nahm ihn nicht so völlig in Anspruch, dass er die Dinge des Geistes außer Acht ließ. Er ordnete sein Christentum, seine Kirchenarbeit, nie anderen Tätigkeiten unter, ganz im Gegenteil. Seine Berufstätigkeit hatte ihren Platz; sie diente einem guten Zweck, aber sie war lediglich Mittel zur Ausübung der ihm von Gott gegebenen Aufgabe, für den Christus, die Wahrheit, zu zeugen.

Das sollte dem Christen von heute hinsichtlich seiner Motive und Ziele bei der Ausübung seines Berufs zu denken geben. Unsere Teilnahme am Arbeitsleben ist wichtig. Die Demonstration der Christlichen Wissenschaft auf diesem Gebiet ist dringend erforderlich. Doch damit unsere Arbeit eine christlich-wissenschaftliche Demonstration sein kann, müssen wir im Auge behalten, was es bedeutet, in dem tätig zu sein, was unseres Vaters ist. Dazu gehört erst einmal, dass unsere Beziehungen zu anderen von Christlichkeit bestimmt werden. Doch das Ziel eines Christlichen Wissenschaftlers unterscheidet sich zutiefst von den Zielen derjenigen, die nur auf Kommerz orientiert sind oder ausschließlich fachliche Höchstleistungen in ihrem Handwerk oder Beruf anstreben.

Was Jesus in der Bergpredigt lehrt, verdient gründlich durchdacht zu werden: „Niemand kann zwei Herren dienen; entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen treu sein und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Matthäus 6:24). Das heißt nicht, dass wir uns aus dem Berufsleben zurückziehen sollen, aber diese Erkenntnis verändert unsere Einstellung von Grund auf. Diese veränderte Einstellung, die geistigen und moralischen Werte, denen sie Geltung verschafft, die Siege über den Materialismus, dessen Begrenzungen und all seine Übel – das ist es, was die Welt heute am meisten braucht.

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Die Mission des Herold

Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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