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Original im Internet

Praktizierbare Unendlichkeit

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 26. Februar 2026


Das Konzept der Unendlichkeit ist sowohl in der Christlichen Wissenschaft als auch in der Mathematik wichtig. Um Aufgaben in Analysis, dem Konzept von Bewegung in der Mathematik, lösen zu können, müssen Mathematikerinnen und Mathematiker verstehen, was Unendlichkeit ist. In der Christlichen Wissenschaft ist Unendlichkeit der Schlüssel zum Verständnis des Wesens Gottes; sie unterstützt unsere Fähigkeit zu heilen.

Die Gründerin der Christlichen Wissenschaft Mary Baker Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 265): „Die Sterblichen müssen zu Gott hinstreben, ihre Neigungen und Ziele müssen geistig werden – sie müssen sich den umfassenderen Interpretationen des Seins nähern und etwas von der eigentlichen Bedeutung des Unendlichen erlangen –, damit sie Sünde und Sterblichkeit ablegen können.“

Um „etwas von der eigentlichen Bedeutung des Unendlichen“ zu erlangen, müssen wir über Begrenzungen und begrenzte Konzepte hinaussehen. Selbst in der Mathematik müssen wir immer wieder neu nachdenken, um Unendlichkeit zu verstehen und die praktischen Ergebnisse zu erzielen, die aus diesem Verständnis erwachsen.

Während ich als Mathematiker tätig war, stellte ich überrascht fest, wie sehr mir die Christliche Wissenschaft die mathematischen Konzepte der Unendlichkeit zu verstehen half und wie wiederum diese mathematischen Ideen mir zu begreifen halfen, wie wichtig eine klare Vorstellung des Unendlichen beim Heilen ist.

Um Unendlichkeit verstehen zu lernen, beginnen Mathematikerinnen und Mathematiker mit einer Definition, die einigen Versen aus den Psalmen über die unendliche Reichweite von Gottes Gedanken überraschend nahekommen (139:17, 18): „Wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie groß ist ihre Summe! Sollte ich sie zählen, wären sie mehr als der Sand.“ In diesen Versen wird Unendlichkeit mit den Worten „wären sie mehr als“ – in der King James Bibel mit „hätten sie eine größere Zahl als“ – zum Ausdruck gebracht. Die Mathematik drückt unendlich mit dem Symbol ∞ aus; ∞ ist größer als jede Zahl. Wichtiger als jede Menge von ∞ ist dessen Eigenschaft, immer noch größer zu sein. Größe allein reicht nicht. Die Zahl 1.000.000.000 ist groß, aber sie ist nicht unendlich. Wenn Sie 1.000.000.000 Objekte hätten und anfingen, immer eines nach dem anderen wegzunehmen, würde irgendwann keins mehr übrigbleiben. Doch wenn Sie unendlich viele Objekte hätten, kämen Sie nie an ein Ende. Um unendlich zu sein, reicht es nicht aus, eine große Menge zu haben. Unendlich ist automatisch größer.

In der Mathematik bilden die Kardinalzahlen – 1, 2, 3, 4 und so weiter – das einfachste Beispiel für eine unendliche Menge. Die Menge ist unendlich, denn sie ist unbegrenzt. Um die Konsequenzen dieser Definition von Unendlichkeit zu verstehen, nehmen wir das Zählen von zwei Arten von Kardinalzahlen als Beispiel: die geraden Zahlen (2, 4, 6 usw.) und die ungeraden (1, 3, 5 etc.). Obwohl keine der beiden Arten von Zahlen alle Zahlen in der Menge umfasst, sind beide ebenfalls unendlich. Wenn Sie meinen, die größte gerade Zahl gefunden zu haben, addieren Sie einfach zwei zu dieser Zahl hinzu, und schon ist sie größer. Dasselbe trifft auf die Sammlung ungerader Zahlen zu. Ihr sind nach oben keine Grenzen gesetzt.

Es ist wichtig und vielleicht überraschend, dass für Mathematikerinnen und Mathematiker die Arten der Kardinalzahlen so unendlich sind, wie die Gesamtheit der Zahlen. Diese Gesamtheit ist unendlich. Das gilt für die geraden und ebenso für die ungeraden Zahlen. Eine „halbe Unendlichkeit“ existiert nicht. Die Mathematik kann sogar beweisen, dass es möglich ist, die gesamte Menge der Kardinalzahlen in unendliche Zahlengruppen zu unterteilen – und jede dieser Zahlengruppen ist ebenfalls unendlich.

Wenn wir uns von der Welt der Mathematik abwenden und auf die Wissenschaft des Seins schauen, stoßen wir auf ein ganz ähnliches Konzept. Gott ist das unendliche Prinzip, der unendliche Schöpfer. Seine Eigenschaften, die die für Ihn verwendeten Synonyme beschreiben und nicht nur Prinzip einschließen, sondern auch Leben, Wahrheit, Seele und Geist, sind ebenfalls unendlich. Man kann niemals sämtliche Aspekte von Liebe oder Gemüt – weitere Synonyme für Gott – erlernen.

Gott erschafft den Menschen nach Seinem Bild und Gleichnis, und somit bringt der Mensch die Unendlichkeit Gottes zum Ausdruck. Diese Unendlichkeit wird in Bezug auf Seine Schöpfung nicht in Endlichkeit umgewandelt. Gott teilt nicht jeder und jedem von uns ein klein wenig Unendlichkeit zu. Wir alle erhalten die vollständige Verheißung des unendlichen Guten – wir alle bringen jede Seiner Eigenschaften zum Ausdruck.

Ich habe in meinem Mathematikstudium selbst erfahren, wie anwendbar ein Verständnis von Unendlichkeit ist. Einmal bekam ich das Gefühl, dass Gott mir nur einen begrenzten Umfang an Gutem gegeben hatte – und noch dazu die falsche Art. Eine Auflage in meinem Studium war ein Seminar zum Thema Mathematik in der Medizinforschung, und in diesem Seminar misslang mir alles. Weil ich mit der Christlichen Wissenschaft aufgewachsen bin, waren mir die grundlegenden medizinischen Konzepte unbekannt, und es gefiel mir gar nicht, ihren umfangreichen Beschreibungen ausgesetzt zu sein. Gegen Ende des Semesters hatte ich jede Prüfung und jede Seminararbeit in den Sand gesetzt. Die beiden letzten benoteten Arbeiten – ein Projekt und eine Abschlussprüfung, zu der Materialien gehörten, die wir nicht durchgenommen hatten – mussten gut sein, sonst würde ich das Seminar wiederholen müssen.

An einem Abend wandte ich mich an Gott als den Unendlichen. So wie Mathematikerinnen und Mathematiker ihre Vorstellung einer Endlichkeit von Zahlen aufgeben und die Arithmetik der Unendlichkeit annehmen müssen, so bemühte ich mich, die Regeln eines unendlichen Gottes zu begreifen. Ich verstand, dass Gott, da Er unendlich ist, größer ist als jedes Problem, das auf mich zukommen mochte. Ich wusste auch, dass Gott mir Unendlichkeit verliehen hatte – das Verständnis, dass es immer etwas noch Größeres gibt –, da ich (wie jeder Mensch) Gott als Sein Ausdruck widerspiegele. Also war ich in der Macht enthalten, die größer war als meine Probleme. Mein unendliches Wesen war demnach nicht eine „halbe Unendlichkeit“, denn so etwas existiert nicht. Noch war ich den Problemen, mit denen ich konfrontiert war, nicht gewachsen. Unendlichkeit ist Unendlichkeit und somit größer als jedes Problem, das mir zu schaffen machte.

Als ich ruhiger wurde, fiel mir ein Zitat aus Wissenschaft und Gesundheit ein (S. 258): „Gott bringt im Menschen die unendliche Idee zum Ausdruck, die sich unaufhörlich entwickelt, sich erweitert und von einer grenzenlosen Basis aus höher und höher steigt.“

Nach diesem Gebet konnte ich das Projekt abschließen, ohne dass ich auf den medizinischen Kontext eingehen musste. Ich gründete das Projekt auf eine Aufgabe, die ich in einem industriellen Umfeld gesehen hatte. Die Professorin sagte, dass meine Arbeit außerordentlich nachvollziehbar war und die Mathematik sehr klar ausführte.

Mein neues Verständnis von Gottes unendlichem Wesen konnte auch das zweite Problem zügig lösen, das mich belastete: die Abschlussprüfung, in der Material zum Tragen kommen sollte, das nicht im Seminar behandelt worden war. Als ich mir dieses neue Material anschaute, entdeckte ich schnell, dass ich diese Konzepte schon einmal gesehen hatte, und zwar in meinem Grundstudium. Und ich merkte, dass sie das Material, das wir im Seminar durchgenommen hatten, erklärten, ohne dass ich näher auf die medizinischen Bereiche eingehen musste. Nach nur ein paar Stunden der Wiederholung fühlte ich mich gut auf die Prüfung vorbereitet. Ich bestand sie als Bester im Seminar und wurde zu meiner Überraschung eingeladen, bei dem nächsten Seminar dieser Art als Lehrassistent mitzuwirken. Außerdem schloss ich das Seminar mit viel Zuneigung und Respekt für die Professorin und die anderen im Seminar ab, die miterlebt hatten, wie sehr ich während des Semesters zu kämpfen gehabt hatte.

Die eigentliche Bedeutung des Unendlichen zu erlangen heißt mehr als nur ein schlichtes Akzeptieren, dass Gott ein wenig Gutes für uns alle bereithält. Es öffnet eine neue Stufe des Verständnisses für uns, auf der völlig andere Regeln gelten. Die Unendlichkeit Gottes bedeutet, dass Gott, das Gute, alle Macht hat und somit die einzige Macht ist. Es gibt keine andere Macht, die Gott besiegen, übermannen oder auch nur vorübergehend lähmen könnte. Da wir die Schöpfung Gottes sind, bezeugen wir diese Macht. Die Allmacht Gottes drückt sich in dem aus, was wir tun, und weist zurück zu Gott als deren Quelle.

Wenn wir mit Problemen wie Krankheit, Mangel oder der Art von Schwierigkeiten kämpfen, die ich an der Uni zu überwinden hatte, ist das ein Zeichen dafür, dass wir versuchen, begrenzte Überzeugungen auf einen unendlichen Schöpfer und eine unendliche Schöpfung anzuwenden. Das Gute, das von Gottes Unendlichkeit kommt, manifestiert sich in unserem Leben, wenn wir diese begrenzten Sichtweisen – und sei es in geringem Umfang – aufgeben, und etwas von der eigentlichen Bedeutung des Unendlichen erlangen.

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