Dieser Tage enthalten die Nachrichten fast immer Berichte von Störungen des normalen Alltags sowie Situationen und Taten, die viele als Bedrohung der demokratischen Grundsätze und einer gerechten Regierung betrachten. Diese Berichte rufen manchmal ein Gefühl in mir hervor, das Hiob in der Bibel so beschreibt (Hiob 3:25): „Was ich gefürchtet habe, ist über mich gekommen.“
Bürgerinnen und Bürger können über diverse Kanäle ihre Meinung kundtun. Diese Kanäle sind nützlich, doch reichen sie aus, wenn die Not zu drängen scheint?
Als Christlicher Wissenschaftler habe ich in Umständen, die meiner Familie oder mir hätten Schaden zufügen können, festgestellt, dass die Macht von Gebet eine Lösung aufzeigen kann. Diese Umstände schlossen unter anderem den Verlust der Arbeitsstelle, Komplikationen bei der Geburt unserer Kinder, berufliche Herausforderungen, Probleme mit der Gesundheit, finanzielle Engpässe, extreme Depressionen und Einsamkeit ein. Diese Heilungen haben mir bewiesen, dass Gott uns in schweren Zeiten gezielt hilft. Warum sollte Er dann nicht bei Problemen helfen, die heute oder zu sonst einer Zeit die Menschheit als Ganze betreffen?
Unsicherheit hinsichtlich Gottes Bereitwilligkeit und Fähigkeit, uns bei weitgefächerten Problemen zu helfen, mag auf dem Durcheinander menschlicher Meinungen beruhen, durch das die politische Zwietracht der heutigen Zeit entstanden ist. Viele Menschen scheinen zu denken, dass sie zu Gott beten müssen, damit Er die Dinge entsprechend ihrer persönlichen Vorstellung regeln möge. Doch die Christliche Wissenschaft lehrt, dass das Gesetz der Liebe, Gottes, Harmonie wiederherstellt und jeden Bedarf gemäß der göttlichen Weisheit und nicht nach menschlichen Meinungen deckt.
Das wird durch das Leben und die Lehren von Christus Jesus verdeutlicht. Er war während seiner gesamten Mission von widerstreitenden politischen und religiösen Gruppen umgeben – Römern, Pharisäern, Sadduzäern, Herodianern, Essenern und Zeloten. Trotz der verschiedenen Elemente, die um Einfluss kämpften, erkannte er nur eine Macht an, nämlich Gott.
Jesu Gebete, Lehren und Lebenswerk zeigten seinen Mitmenschen, dass Gott, das Gute, die einzige Macht ist. Er bewies Gottes Allmacht, indem er die Kranken heilte, Menschenmengen speiste, Stürme stillte und sogar die Toten auferweckte. Und er bekräftigte diese Allmacht, als er vor Pilatus gebracht wurde, damit dieser vor der Kreuzigung über ihn richtete. Als Jesus auf einige der Fragen nicht antwortete, sagte Pilatus (Johannes 19:10, 11): „Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich freizugeben?“ Und Jesus antwortete: „Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre.“
Selbst einige, die gar nicht Jesu Nachfolger waren, schienen dies zu erkennen. Kurz nach Jesu Himmelfahrt wurden Petrus und die anderen Apostel vor den Hohen Rat gebracht, da sie das Christentum predigten. Als das Urteil darauf hinauszulaufen schien, dass sie hingerichtet werden würden, riet Gamaliel, ein äußerst respektiertes Mitglied des Rats, sie gehenzulassen. Er argumentierte (Apostelgeschichte 5:38, 39): „Denn wenn dieser Rat oder dieses Werk von Menschen ist, dann wird es untergehen; wenn es aber von Gott ist, dann könnt ihr es nicht zerstören; damit ihr nicht am Ende als solche erfunden werdet, die gegen Gott streiten wollen.“
Der Schlüssel dazu, politische Zwietracht zu heilen, liegt ganz offensichtlich nicht darin, um die Niederlage oder den Sieg einer bestimmten Partei zu beten, sondern sich Jesu standhafte Überzeugung zu eigen zu machen, dass Gott die einzige und alleinige Macht ist. Das Gesetz Gottes, des Guten, ist beständig in Kraft, um Gerechtigkeit zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Wenn eine Handlung ungerecht ist, dann ist sie machtlos, denn sie ist nicht gut und geht daher nicht von Gott aus.
Gebet, das fest in der Wahrheit von Gottes Allmacht und Gerechtigkeit verankert ist, bewirkt Heilung und harmonische Lösungen. Das von Mary Baker Eddy verfasste Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft bestätigt dies (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 394): „Gibt es keine göttliche Erlaubnis, Disharmonie jeder Art durch Harmonie, durch Wahrheit und Liebe zu besiegen?
Wir sollten daran denken, dass Leben Gott ist und dass Gott allmächtig ist.“
Vor einigen Jahren konnte ein guter Freund von mir das in seiner Tätigkeit als Beamter in einer Behörde unter Beweis stellen. Nachdem der Leiter seiner Abteilung erst einen Verweis erhalten hatte, wurde er letztendlich entlassen, und mein Freund wurde auf dessen Stelle gesetzt. Doch nach der nächsten Wahl wurde dieser ehemalige Abteilungsleiter in ein politisches Amt berufen, wodurch er nun der unmittelbare Vorgesetzte meines Freundes wurde.
Sehr schnell wurde deutlich, dass dieser Mann große Feindschaft meinem Freund gegenüber hegte. Er legte ihm bei der Erfüllung seiner zum Teil gesetzlich vorgeschriebenen Arbeit Steine in den Weg. So weigerte er sich beispielsweise, die Sammlung von Daten und das Erstellen von Analysen zu genehmigen, die für die erforderliche Berichterstattung notwendig waren, denn er wusste, dass mein Freund zur Verantwortung gezogen und möglicherweise entlassen werden würde, wenn der Bericht unvollständig war.
Eine Entlassung hätte verheerende Auswirkungen für die Familie und die finanzielle Situation meines Freundes haben können. Der Kollegenkreis und andere, die wussten, was sich abspielte, drängten ihn, die Gerichte einzuschalten, um diesen ungerechten Zustand zu beheben.
Doch mein Freund entschied sich zu beten, so wie er dies sein ganzes Leben lang bei Problemen getan hatte. Er betete das ganze folgende Jahr über.
Als Erstes weigerte er sich, seinen Vorgesetzten negativ zu betrachten. Seine Gebete bekräftigten, dass dieser Mann von Gott erschaffen worden war, genau wie alle anderen Menschen. Es war äußerst schwierig, doch er ließ keine andere Sicht auf seinen Vorgesetzten in sein Denken ein, kritisierte ihn nicht und reagierte auch nicht auf dessen Provokationen.
Außerdem hielt mein Freund an dem Gedanken fest, dass das Vorgehen seines Vorgesetzten ihm gegenüber keine Macht über die Arbeit seiner Abteilung oder das Wohl seiner Familie haben konnte. Folgende Stelle aus Wissenschaft und Gesundheit leitete ihn während dieser Zeit (S. 410): „Je schwieriger der materielle Umstand zu sein scheint, der durch Geist überwunden werden muss, desto stärker sollte unser Glaube und desto reiner unsere Liebe sein.“
Seine Arbeit litt nicht unter den Handlungen, sondern am Ende des Jahres wurde ihr Erfolg dadurch gewürdigt, dass er die größte Prämie erhielt, die von dieser Behörde gewährt wird. Ungefähr zur selben Zeit verließ sein Vorgesetzter die Behörde.
Sich der Wahrheit des Seins zu verpflichten, die in der Tatsache verankert ist, dass Gott alle Macht hat und das Böse machtlos ist, und sich nicht davon abbringen zu lassen, kann helfen, politischen Aufruhr zu heilen.
