Eine langjährige Freundin ermutigte mich oft, darüber nachzudenken, Pflegerin in der Christlichen Wissenschaft zu werden. Sie hatte die Pflegeeigenschaften gesehen, die ich mit meiner Fürsorge für andere zum Ausdruck brachte, sowohl für meine Eltern und Kinder, als auch während der vielen Jahre, in denen ich für eine gemeinnützige Organisation arbeitete, die Menschen in Not half.
Nach meiner Pensionierung zog ich in einen anderen Bundesstaat, um meinem Sohn und meiner Schwiegertochter mit ihrer jungen Familie zu helfen. Diese große Veränderung war eine Herausforderung für mich. Ich vermisste mein Zuhause, meine Zweigkirche der Christlichen Wissenschaft, meine Freundinnen und Freunde und den Rest meiner Familie. Ich sehnte mich nach einem geistigen Lebensziel, um unsere geliebte Kirche Christi, Wissenschaftler, und ihre weltweite heilende Mission zu unterstützen. Als ich auf Gottes Führung hörte, wurde mir mein nächster Entwicklungsschritt klar. Ich bewarb mich für ein Ausbildungsprogramm für Pflegekräfte in der Christlichen Wissenschaft in einem weiteren Bundesstaat und wurde in einen zweiwöchigen Kurs für Pflegehelferinnen und -helfer in der Christlichen Wissenschaft aufgenommen.
Der Unterricht sollte gerade beginnen, als aufgrund der Pandemie Ausgangssperren verhängt wurden. Die Teilnehmenden des Pflegekurses mussten sich zuvor zwei Wochen lang in einem Zimmer in Quarantäne begeben und durften kaum oder gar keinen Kontakt zu anderen Personen haben, auch nicht untereinander. Die Mahlzeiten wurden uns vor die Tür gestellt. Für mich war dies wirklich eine „Zeit auf dem Berg“, allein mit Gott. Es war eine perfekte Möglichkeit, mich metaphysisch auf diese wertvolle Ausbildung in einer heilenden Umgebung vorzubereiten.
Am ersten Tag der Schulung hatten wir einen wunderbaren ganztägigen Workshop über die Satzung „Pfleger in der Christlichen Wissenschaft“ aus dem Handbuch der Mutterkirche (siehe S. 49) von der Gründerin der Christlichen Wissenschaft, Mary Baker Eddy. Wir sprachen darüber, dass die Eigenschaften der Pflege nicht nur für diejenigen gelten, die als Pflegekräfte in der Christlichen Wissenschaft tätig sind, sondern für alle Mitglieder der Mutterkirche. Diese Satzungsbestimmung eröffnet allen Mitgliedern der Mutterkirche die Möglichkeit, das zu beanspruchen, was ihnen als Kindern Gottes von Natur aus zusteht – die pflegenden und mütterlichen Eigenschaften Gottes.
Nachdem ich die Schulung abgeschlossen hatte, blieb ich dort und arbeitete in der Pflegeeinrichtung in der Christlichen Wissenschaft. Was mich am meisten beeindruckt hat, war der geistige Ansatz der Pflege. Die Pflegekräfte in der Christlichen Wissenschaft streben danach, in allen Patientinnen und Patienten das Bild und Gleichnis Gottes zu sehen, das niemals krank sein kann – das heißt, sie sehen die wahre Identität jedes Menschen, die unberührt von Sünde, Krankheit und Tod ist. Es spielt keine Rolle, wie das äußere Erscheinungsbild oder die mentale Haltung zu sein scheint. Alle werden mit liebevoller Fürsorge behandelt, weil jede und jeder – Pflegende wie Patientinnen und Patienten gleichermaßen – Gott, die göttliche Liebe, widerspiegelt. So wie es Mary Baker Eddy in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 17) beschreibt: „Liebe spiegelt sich in Liebe wider.“
Auch im darauffolgenden Kapitel meines Lebens, als ich Besuchspflegerin in der Christlichen Wissenschaft wurde, führte Gott mich weiter bei dieser kostbaren, bedeutsamen und wichtigen Arbeit. Je weiter ich in meiner Ausbildung, meinen praktischen Fähigkeiten und meinem metaphysischen Verständnis und meiner Erfahrung voranschreite, desto mehr wächst meine Fähigkeit, meinen Blick von den körperlichen Herausforderungen abzuwenden und auf das Antlitz Gottes zu richten. Ich bin dankbar für all die liebevolle Unterstützung, die ich auf meinem Weg erfahren habe, auch von meiner Familie, die nicht der Christlichen Wissenschaft angehört. Es ist ein Segen und ein Privileg, mit Pflegekräften in der Christlichen Wissenschaft zusammenzuarbeiten, deren Beispiel an Hingabe und Selbstlosigkeit im Dienst an anderen mich jeden Tag inspiriert.
Ich habe gebetet und aggressive Auffassungen hinsichtlich Alter, Müdigkeit, Zeitdruck und Angst vor dem Autofahren überwunden, weil ich wusste, dass, wie Christus Jesus sagte, bei Gott alle Dinge möglich sind (siehe Matthäus 19:26). Und in Wissenschaft und Gesundheit (S. 385 ) lesen wir: „Was auch immer deine Pflicht ist, kannst du tun, ohne dir zu schaden.“
Ich bete täglich für meine Bereitschaft und Verfügbarkeit, auf jeden einzelnen Ruf nach Pflege in der Christlichen Wissenschaft zu antworten in dem Wissen, dass ich von Gott die „Gnade für heute“ widerspiegle, „wohin Er auch führe“ und froh gehorchend „den Weg nur mit Ihm“ gehe (P. M., Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 278, Übers. © CSBD).
Ich finde es interessant, dass ich vielleicht nie das tiefe Verlangen entwickelt hätte, in meiner Demonstration der Christlichen Wissenschaft zu wachsen, Gott mehr zu dienen und auf diese Weise der geliebten Sache der Christlichen Wissenschaft zu dienen, hätte ich meinen ersten Schritt nie getan. Jeder Schritt hat den Weg zu meiner Laufbahn als Pflegerin in der Christlichen Wissenschaft geebnet. Tatsächlich sehe ich jetzt, dass mich jeder Job, den ich bis jetzt hatte, in gewisser Weise auf meine Tätigkeit als Pflegerin in der Christlichen Wissenschaft vorbereitet hat. Auch habe ich selbst dankbar die Pflege in der Christlichen Wissenschaft in Anspruch genommen.
Mein Vertrauen in meine von Gott gegebene Fähigkeit wächst weiter, mich mitfühlend um jede Patientin und jeden Patienten zu kümmern und gleichzeitig die Disziplin und Inspiration auszudrücken, die erforderlich sind, um meine Gedanken auf die geistigen Tatsachen zu richten und mich niemals von einem scheinbar alarmierenden Zustand beeindrucken zu lassen. Es gibt nur die Entfaltung des ewigen Lebens, der ewigen Wahrheit und Liebe. Täglich bete ich für mich selbst, meine Lieben und die Welt und erkenne dabei die geistige Tatsache an, dass Gott alles und der Mensch eins mit Gott ist.
