Eine christlich-wissenschaftliche Behandlung heilt Sie körperlich und geistig auf der menschlichen Ebene, doch kann sie auch die Gesamtheit der Erlebnisse umwandeln, die außerhalb von Ihnen in Zeit und Raum zu existieren scheint – Ihr Universum?
Als Teenager fühlte ich mich eines Samstagmorgens einsam und fing an, über Beziehungen zu beten. Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, schreibt in Vermischte Schriften 1883–1896 (S. 250): „Ich stelle hohe Anforderungen an die Liebe, verlange tatkräftige Beweise für sie, ihr entspringende hochherzige Opfer und große Leistungen.“ Ausgehend von diesem Satz behauptete ich meine Identität als vollständige Idee der Liebe und verlangte einen sichtbaren Ausdruck dieser Tatsache in jeder Weise, die Gott für mich bereitstellen mochte.
Kurz danach klingelte es an der Tür, und ein sehr sympathisches Mädchen stand da, eine Verwandte von Nachbarn, die ihren Hund meinem vorstellen wollte, da wir beide einen Zwergspitz hatten. Wir verbrachten den Vormittag zusammen, und dabei wurde das Sehnen meines Herzens gestillt.
Diese Erfahrung zeigte mir, dass christlich-wissenschaftliches Gebet das ändern kann, was sich „draußen“ in einer Konfiguration von Menschen und Orten abzuspielen scheint, und sie der geistigen, „hier und jetzt“ bestehenden Tatsache im Bewusstsein anpasst – in diesem Fall, der Gegenwart von Liebe. Wie ist das möglich?
Die Christliche Wissenschaft offenbart, dass wir in einer Welt des Denkens und nicht der Dinge leben. Mrs. Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 123): „Die göttliche Wissenschaft ... löst Dinge in Gedanken auf und ersetzt die Objekte des materiellen Sinnes durch geistige Ideen.“ Die Welt der menschlichen Erfahrung existiert nicht außerhalb unseres Bewusstseins. Unsere Führerin schreibt hierzu (Wissenschaft und Gesundheit, S. 188): „Die sterbliche Existenz ist ein Traum von Schmerz und Lust in der Materie, ein Traum von Sünde, Krankheit und Tod; und er ist wie der Traum, den wir im Schlaf haben, in dem jeder seinen Zustand ganz und gar als einen Gemütszustand erkennt.“
Der Augenschein eines jeden Mangels an Gottes Güte ist nichts anderes als eine hypnotische Traumvorstellung und keine feststehende Tatsache externer Realität. Und Gebet in der Christlichen Wissenschaft durchdringt den Schleier dieser hypnotisierten Perspektive, sodass wir in ausreichendem Maß zu der Erkenntnis erwachen, dass jede gute und wahre Idee, die wir zu brauchen scheinen, bereits nachweislich in unserem Besitz ist, ohne dass Zeit oder Raum erforderlich ist, um die benötigte Sache zu erlangen oder zum Ausdruck zu bringen.
Diese Lektionen waren mir im Berufsleben zweimal eine Hilfe. Das erste Mal war während meines Abschlussjahres am College, als ich auf Arbeitssuche im Rechtswesen war, sich aber nichts Passendes zeigte. Entmutigt durch eine Unterhaltung mit dem Leiter der Berufsberatung am College nur wenige Wochen vor meiner Graduierung dachte ich an den großen Glauben der Propheten und Apostel wie beispielsweise Petrus, der sich darauf verließ, was Jesus ihm sagte – dass er den Geldbetrag für eine fällige Steuerzahlung im Maul eines Fisches finden würde. Und ich dachte an Jesu Worte, dass wir genug Gottvertrauen haben sollten, um Berge zu versetzen. Also fragte ich mich: „Glaubst du, dass Gott hier und jetzt einen Berg versetzen könnte, wenn das nötig wäre?“
Ich sagte Gott, dass es mir nicht um eine Arbeitsstelle ging – ich wollte nur vollständige Zuversicht in meinen Gebeten erlangen. Mit anderen Worten, ich hungerte danach, das Gemüt Christi, nicht die daraus resultierenden Ergebnisse zu haben.
Und schließlich kam ich zu dem Schluss: „Gott ist so groß, dass Er – sofern dies Sein Wille ist – die Welt um mich herum so verändern kann, dass jemand an meine Tür klopft und mir den besten Job anbietet, den ich mir vorstellen kann. Statt menschlicher Netzwerke brauche ich nur Gottes Tun. So sehr liebt Gott mich.“
Ich argumentierte weiter, dass ich eine göttliche Idee bin, die im Universum der richtigen Ideen des göttlichen Gemüts lebt. Also waren die richtigen Ideen reichhaltiger Versorgung und sinnvoller, hervorragender Beschäftigung bereits greifbare Aspekte meines Seins, in dem Moment zugänglich, in dem ich die Fähigkeit des göttlichen Gemüts bekräftigte, sie sichtbar zu machen. Ich verstand, dass es so etwas wie einen menschlichen Job „dort draußen“ in einer Welt von Raum und Zeit nicht gab. Das ist nichts als die begrenzte Darstellung des menschlichen Gemüts von dem, was wirklich ist – der göttlichen Idee der Produktivität und reichhaltigen Versorgung, die bereits „hier und jetzt“ im Gemüt vorhanden ist. Und dieses vollkommene Gemüt kann niemals die Gegenwart der Fülle mit einer umgekehrten Darstellung von Armut verwechseln, die Liebe nicht ausdrückt.
Ich verstand, dass wir in der Christlichen Wissenschaft die Gegenwart wahrer, geistiger Ideen demonstrieren. Menschliche und materielle Dinge – eine Arbeitsstelle, ein Körper oder Ereignisse in Raum und Zeit – sind ebenso wenig greifbar oder authentisch wie Schatten, die nichts als zufällige Darstellungen der Substanz sind, die sie nachahmen. Nach Schatten zu greifen, als seien sie Substanz, bedeutet, nie das zu erlangen, woraus das Universum wirklich besteht: geistige Ideen. In dem Maße, wie wir diese göttlichen Ideen um ihrer selbst willen anstreben, wird sich jedoch ihr angemessener menschlicher Ausdruck zeigen. Es ist, wie Jesus sagte (Matthäus 6:33): „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch das alles zufallen.“
Während ich an jenem Tag in meinem Studentenwohnheim betete, bestand ich ferner darauf, dass Bewusstsein und Umsetzung gleichzeitig existieren – ohne auch nur eine Sekunde Verspätung –, denn es gibt keine Zeit und keinen Raum, in der bzw. dem das göttliche Gemüt sich nicht selbst unter Beweis stellt. Mein Motiv lag nicht darin, hin zu Gemüt zu beten, um dann ein gutes Ergebnis hier auf Erden an einem bestimmten Ort und Zeitpunkt zu erwirken. Es gibt keine Trennung zwischen Bewusstsein und Verwirklichung, denn das Wesen der Wirklichkeit ist eins, nicht zwei – eins im ewigen Jetzt des göttlichen Gemüts.
Und zum Schluss erklärte ich, dass ich nicht traurig über scheinbar unzulängliche Gebete einer Vergangenheit war, die allenfalls geträumt war. Entmutigung und Zweifel aufgrund vergangener Misserfolge sind in einem zeitlosen Universum unmöglich. Was wir für Misserfolge der Vergangenheit halten, sind keine wahren Ereignisse, die sich vor einiger Zeit tatsächlich zugetragen haben, sondern ausschließlich hypnotische Suggestionen, die mir einreden, sie hätten sich zugetragen. Ich lebe im Jetzt, und darin hat es buchstäblich kein einziges unwirksames Gebet gegeben.
Nachdem ich mir diese Wahrheitsgedanken klar gemacht hatte, hörte ich, wie sich die Schiebetür nach draußen im Zimmer unter mir mit lautem Geräusch öffnete. Ein Freund trat durch die Tür, und als er sah, dass mein Fenster offenstand, rief er mir zu, ich solle zur Berufsberatung zurückgehen, denn dort sei eine Stelle für einen Rechtsanwaltsgehilfen ausgeschrieben. Diese Ausschreibung war bei einem Anwalt, der eng mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zusammengearbeitet hatte. Kurz darauf wurde ich für die Stelle genommen, und meine Tätigkeit für diesen Anwalt führte Jahre später zu einer Position als Anwalt in einem Kongressausschuss der USA. Die Macht dieser einen Behandlung setzte mein ganzes Berufsleben auf Kurs.
Die zweite Erfahrung entfaltete sich, nachdem ich meine Tätigkeit im Kongress aufgegeben hatte. Ich hatte kein regelmäßiges Einkommen. Nach einiger Zeit fand ich eine Tätigkeit bei einer Bundesbehörde, doch dann erhielt ich einen Anruf mit der Mitteilung, mein Drogentest weise Ungereimtheiten auf und ein zweiter Test sei bei dieser Bundesbehörde nicht erlaubt. Ich wusste, dass ich keine Drogen genommen hatte, doch man sagte mir, dass ich meinen Arbeitsplatz verlieren würde, wenn ich nicht beweisen konnte, dass das abnormale Testergebnis durch eine Krankheit hervorgerufen worden war.
Statt die Situation innerhalb der Parameter des menschlichen Traums anzugehen, der die daran beteiligten Personen manipuliert, beschloss ich, erst wieder aufzustehen, wenn ich die Unwirklichkeit der telefonisch überbrachten Geschichte erkannt hatte, nach der mir der Inhalt eines Reagenzglases „dort draußen“ im Zusammenhang mit behördlichen Vorschriften schaden könne. Mir fiel Mrs. Eddys Frage ein (Wissenschaft und Gesundheit, S. 250): „Ist mehr Wirklichkeit in dem wachen Traum der sterblichen Existenz als im Traum des Schlafs?“ Und sie beantwortet die Frage folgendermaßen: „Das kann nicht sein, denn alles, was ein sterblicher Mensch zu sein scheint, ist ein sterblicher Traum.“
Ich sagte mir: „Als die Idee des göttlichen Gemüts ist es mir unmöglich, schädliche Ereignisse zu träumen, die ja nichts als der Schauplatz eines Denkens sind, das keine Macht über mich hat. Ich bin in Gottes Universum harmonischer, göttlicher Ideen geborgen.“
Am Abend fühlte ich mich völlig ruhig und fuhr zu einem Restaurant. Auf dem Rückweg raste allerdings ein anderes Auto durch eine rote Ampel und verursachte einen Totalschaden an meinem Wagen. Als ich ausstieg, konnte ich mit dem einen Bein nur mühsam laufen, und mein Oberkörper schmerzte. Die Umstehenden und ein Polizist legten mir nahe, ins Krankenhaus zu gehen, doch ich lehnte ab und rief einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft an. Mein Denken war den ganzen Tag so in Gebet vertieft gewesen, dass mir der Unfall wie ein Traum erschien. Ich hielt an dem Status des Menschen als „gänzlich getrennt von der Vorstellung und dem Traum des materiellen Lebens“ fest und beharrte auf der Tatsache vom „Bewusstsein von der Herrschaft des Menschen über die ganze Erde“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 14). Am darauffolgenden Morgen war mein Bein geheilt, und einige Wochen später war auch mein restlicher Körper wieder in Ordnung.
Ich beschloss, der Behörde einen zweiten Drogentest von einem Privatlabor zukommen zu lassen, aus dem hervorging, dass ich gesund und drogenfrei war, zusammen mit einem Brief des Laborarztes, der zu dem Schluss gekommen war, dass ich am Tag des von der Behörde durchgeführten Tests unbeabsichtigt zu viel Wasser getrunken hatte. Doch die Behörde gab nicht nach, und ich erfuhr, dass die Richtlinie einmaliger Drogentests seit Jahren vor Gericht erfolgreich verteidigt worden war.
Entmutig rief ich den Praktiker der Christlichen Wissenschaft an, der mit mir gebetet hatte. Dieser wies meine Zweifel streng zurück, und kurz darauf bot mir die Behörde den Job nicht nur noch einmal an, sondern erklärte, dass der Beschluss gefasst worden sei, die Regelung hinsichtlich Drogentests neu zu formulieren, wodurch ein zweiter Test möglich werden sollte.
Neun Monate später fühlte ich mich eines Abends inspiriert, diese Heilung aufzuschreiben. Ich verbrachte fast die ganze Nacht damit, und als ich einige Stunden später zur Arbeit kam, übergab mir mein Vorgesetzter einen Brief an die Angestellten der Behörde, in dem die neue Richtlinie für Drogentests mitgeteilt wurde. Dort stand, dass diese Richtlinie noch an diesem Tag in Kraft trat!
Ich dachte über den besonderen Umstand nach, dass diese neue Richtlinie am selben Tag in Kraft treten würde, an dem ich mich der Vollständigkeit der Heilung erfreut hatte, und verstand mithilfe christlich-wissenschaftlicher Behandlung klarer als je zuvor die allmächtige Kraft Gottes, das Universum unseres Lebens augenblicklich umzuwandeln, sodass die göttliche Wirklichkeit sich in ihrer höchstmöglichen menschlichen Ausdrucksform zeigen konnte.
Wir beten nicht, um menschliche Umstände zu verbessern. Das würde bedeuten, dass ein Mensch, der zu dem Glauben hypnotisiert wurde, er sei ein Strichmännchen in einem Buch, mithilfe von Gebet versuchte, dreidimensional zu werden, um zweidimensionale Probleme in einem echten „Flächenland“ zu überwinden. Es ist ebenso unwissenschaftlich, mithilfe von geistigen Ideen eine echte, dreidimensionale menschliche Erfahrung auf einem materiellen, planetarischen Universum verbessern zu wollen. Vielmehr können wir aus dem Traum eines begrenzten Daseins erwachen und unsere wahre Identität als geistige Idee erkennen, die in der unbegrenzten „vierten Dimension“ des Universums des Geistes existiert (siehe Vermischte Schriften, S. 22).
Das lässt sich vielleicht am besten mit dem zusammenfassen, was ein Praktiker der Christlichen Wissenschaft mir einmal gesagt hat: „In der Christlichen Wissenschaft verbessern wir nicht eine wahre Welt menschlicher Unvollkommenheit; vielmehr beweisen wir die Unwirklichkeit der Lüge, dass eine Welt menschlicher Unvollkommenheit Wirklichkeit besitzt.“ Wenn wir dies klar verstehen, wandelt sich das scheinbare Universum menschlicher Erfahrung in das um, was das Universum von Gottes vollkommenen Gedanken korrekter widerspiegelt – und zwar augenblicklich.
