Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer
Original im Internet

Abbilder sind keine Definitionsgrundlage

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 1. Juni 2026


Früher wurden Menschen durch Dinge wie die Anzahl ihrer Familienmitglieder, die Größe ihres Grundbesitzes, ihren gesellschaftlichen Rang usw. definiert. Zwar können wir dankbar sein, dass einige dieser Messwerte heute nicht mehr so gängig sind wie früher, doch gibt es weiterhin Parallelen.

Heute mag es angemessen erscheinen, uns und andere durch unseren Wohlstand, unsere Kreditwürdigkeit, unsere persönliche Geschichte und ähnliche Elemente des Lebens zu definieren. Doch bei diesen Messwerten kann die Angst aufkommen, dass wir unzulänglich versorgt sind, nie gut genug sein werden oder unser Wert bzw. unsere Identität gemindert oder gar gestohlen werden kann. Das ist ein Problem, dem wir entgegentreten sollten.

Mir ist vor nicht langer Zeit in diesem Zusammenhang eine Frage hinsichtlich des Zweiten Gebots in den Sinn gekommen, das u. a. lautet: „Du sollst dir kein Bildnis oder irgendein Abbild machen ... Bete sie nicht an und diene ihnen nicht“ (2. Mose 20:4, 5). Könnte die Sicht auf einen Menschen als materiell eine Art von Bildnis sein? 

Ein Bildnis ist eine bildliche Darstellung oder Nachbildung von etwas (dwds.com). Zahllose Einflüsse in unserem Leben scheinen unserem Denken bildliche, Gott unähnliche Darstellungen einzuprägen. Vom zweiten Kapitel der Genesis in der Bibel an wird der Mensch als sterblich, sündig und begrenzt dargestellt. Dort werden Adam und Eva als materiell – als von Gott, Geist, getrennt – geschildert.

Im Gegensatz dazu beschreibt das erste Kapitel der Genesis den Menschen als zu Gottes Ebenbild erschaffen, und das ist der Schöpfungsbericht, den Christliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als wirklich und korrekt anerkennen. Der wahre Mensch, das Bild und Gleichnis des Geistes, ist Gottes geistige Schöpfung, Sein Kind. Gott hat Seiner Schöpfung alles gegeben, was wir jemals brauchen könnten. Daher sind wir alle bereits vollständig und können von der Welt um uns herum nicht verändert oder beeinflusst werden.

Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, schreibt neben der Randüberschrift „Geistiger Ursprung“ in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 63): „In der Wissenschaft ist der Mensch der Sprössling des Geistes. Das Schöne, das Gute und das Reine sind seine Ahnen. Sein Ursprung liegt nicht wie der der Sterblichen im tierischen Instinkt, noch geht er durch materielle Umstände hindurch, bevor er Intelligenz erlangt. Geist ist seine ursprüngliche und endgültige Quelle des Seins; Gott ist sein Vater, und Leben ist das Gesetz seines Seins.“

Wenn wir dies als wahr akzeptieren, bewegen wir uns vom Sinn zur Seele – von einem falschen Selbstverständnis als materiell und sterblich zu einem Verständnis dessen, wie wir als die Widerspiegelung der Seele, Gottes, schon immer gewesen sind.

Ich habe mich früher immer an der Seitenlinie des Lebens aufgehalten, wo die Angst mir sagte, es sei der sicherste Ort für mich. Dort, so dachte ich, konnte ich mich hinter meinen Unsicherheiten und Ängsten verstecken: Ich war nicht gut genug; ich konnte mit dem, was die Welt von mir erwartete, nicht mithalten; ich war eine Versagerin. Aus dem Schatten zu treten würde bedeuten, dass alle sehen konnten, wie unvollständig ich war. Ich akzeptierte eine falsche Sicht auf mich, auf meine Identität.

Dank meiner tiefen Beschäftigung mit der Christlichen Wissenschaft fing ich an, diese Angst zu hinterfragen. Ich bekam allmählich Zuversicht in Gottes Macht, mein Leben zu regieren, hörte auf, mich an persönliche Kontrolle zu klammern, und kam aus dem Schatten hervor. Ich machte mir beim Beten die Tatsache klar, dass mir meine Identität von meinem Vater-Mutter-Gott verliehen wurde, der sie in alle Ewigkeit aufrechterhält, und dass „das Schöne, das Gute und das Reine“ meine tatsächliche Vergangenheit ausmachen. Ich konnte weder verletzlich sein noch in eine Situation gebracht werden, die außerhalb von Gottes liebevoller Fürsorge ist. Meine wahre, geistige Identität ist in Gottes Geborgenheit stets sicher.

In einer beängstigenden Situation zeigte sich eine Gelegenheit, das, was ich über meine gottgegebene Identität lernte, anzuwenden. Bei einer Datenpanne wurden personenbezogene Informationen über mich gestohlen. Jemand griff in meine Bankkonten ein, hob Geld ab und unternahm den Versuch, meine Konten zu belasten und sogar mein Telefon unter seine Kontrolle zu bekommen. Die Person änderte außerdem einige Passwörter. Als ich darüber betete und auf Gottes Führung lauschte, fragte ich mich, ob meine Identität das ist, was die Welt über mich sagt, und in Gefahr ist, zerstört, gestohlen oder ausgenutzt zu werden. Oder ist meine Identität das, was Gott, Geist, über mich weiß und was daher immer geistig, sicher und intakt ist?

Ich wollte mich nicht der Angst unterordnen, die unvermeidbare negative Folgen dieser Datenverletzung voraussah. Gebet gestattete mir, inmitten dieses Problems ruhig zu bleiben, statt die Legitimität von Furcht anzuerkennen oder zuzulassen, dass mein Verhalten von Angst geprägt wurde. Gott befähigt uns zu wissen, dass Er immer gegenwärtig ist und für uns sorgt. Daher akzeptierte ich nicht, dass ich irgendwo einen Feind hatte, der sich an mir bereicherte. Ich segnete wie von Christus Jesus gelehrt im Gebet die Personen, deren Tat mich augenscheinlich wie ein Fluch belastete (siehe Matthäus 5:44), indem ich ihre wahre, geistige Natur als ehrliche und liebevolle Kinder Gottes anerkannte. Dann erinnerte mich eine Freundin daran, dass meine Identität immer sicher ist, da sie mir von Gott geschenkt wurde.

Ich verstand, dass es wichtig war zu wissen, dass Gott, das Gute, alles Leben unter Kontrolle hat, also auch meins. Er kann nicht die Kontrolle über einen Teil meines Lebens verlieren. Diebstahl und Ausbeutung haben keine Macht, das zu ändern, was Gott etabliert hat. Es war ferner wichtig für mich, meine Unschuld anzuerkennen und an meiner wahren Identität als Kind Gottes festzuhalten. Ich weigerte mich, die Suggestion zu akzeptieren, dass das alles meine Schuld war, da ich meine personenbezogenen Daten nicht sorgfältig genug geschützt hatte. Stattdessen hielt ich mich an die Wahrheit, dass Gott uns vor Fehlern schützt und dass mich keine Schuld traf.

Einige der Probleme ließen sich nur langsam beseitigen, doch meine Zuversicht in Gottes Güte wuchs, als ich beharrlich betete. Ich fühlte mich zu praktischen Schritten geführt, darunter, Kontakt mit Banken aufzunehmen, Passwörter zu ändern, einige Konten vorübergehend zu sperren usw. Es gab Zeiten, in denen ich einen Engelsgedanken von Gott bekam, etwas zu prüfen, wodurch ich weitere Schäden verhindern konnte. Am Ende erhielt ich alles vollständig und ohne Verluste zurück. Ich war dankbar, dass ich nicht von dem Glauben „geprägt“ worden war, ich könnte Schaden nehmen oder müsse mich ins Abseits drängen lassen aus Angst, was andere mir antun könnten. „Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun?“ (Psalm 118:6).

Mein Vertrauen darauf, mich auf Gott zu stützen, während ich zuversichtlich als Kind Gottes, Sein Bild und Gleichnis, und mit einer gottgegebenen Zielrichtung vorangehe, wächst immer mehr.

Mir ist schon immer 1. Johannes 3:1–3 eine geliebte Begleitung: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater geschenkt, dass wir Gottes Kinder heißen sollen! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht. Geliebte, wir sind nun Gottes Kinder; und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn er offenbart wird, dass wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich selbst, genau wie er rein ist.“ Es ist befreiend, die Kriterien abzulegen, mit denen die Welt uns definiert und einschätzt, und stattdessen unsere wahre, geistige Identität zu akzeptieren – wer wir jetzt und schon immer sind und wie Gott uns kennt. 

Wenn Sie mehr Inhalte wie diese erforschen möchten, können Sie sich für wöchentliche Herold-Nachrichten anmelden. Sie erhalten Artikel, Audioaufnahmen und Ankündigungen direkt per WhatsApp oder E-Mail. 

Anmelden

Weitere Artikel im Web

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

                                                                                                                            Mary Baker Eddy

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.