Es war der perfekte Herbsttag – sonnig und kühl –, um in einer sehr stressigen Zeit eine Runde laufen zu gehen. Durch das Naturschutzgebiet in der Nähe zu laufen bot mir eine Gelegenheit, in Ruhe nachzudenken und mein Denken in eine neue Richtung zu lenken.
Und dann traten ohne Vorwarnung Herzbeschwerden auf. Ich blieb sofort stehen und wandte mich von ganzem Herzen an Gott, Geist; ich bekräftigte Seine Immer-Gegenwart und meine ungebrochene Einheit mit Ihm, da ich Sein geistiges Bild und Gleichnis bin. Ich war ca. eineinhalb Kilometer von meinem Haus entfernt und fing an, langsam zurückzugehen. Es ging mir nicht sofort besser, und so überlegte ich, ob es vielleicht weise war, einen Krankenwagen zu rufen.
Im Handbuch der Mutterkirche, der Satzung der Kirche Christi, Wissenschaftler, wird medizinische Hilfe nicht verboten, doch mir wurde bewusst, dass eine medizinische Behandlung meine Angst vergrößern könnte und möglicherweise zu einer Einschränkung von Aktivitäten führen würde, die mir viel bedeuteten, darunter auch, an einem kühlen Herbsttag laufen zu gehen. Und, was wichtiger war, ich hatte bereits viele Heilungen durch Gebet erfahren, wie es in der Christlichen Wissenschaft gelehrt wird, und trotz der Schmerzen in diesem Augenblick war ich überzeugt, dass es mir schnell wieder völlig gut gehen würde.
Da ich gehen konnte und sich die Lage nicht verschlimmerte, setzte ich meinen Weg fort. Außerdem beschloss ich, dass ich, wenn Angst oder Zweifel überwältigend wurden, einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft anrufen würde – jemanden, der sich ganz dem Heilen durch Gebet widmet. Auf meinem halbstündigen Weg sagte ich mir „die wissenschaftliche Erklärung des Seins“ aus dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft (Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 468) vor und betete das Gebet des Herrn, wobei ich mich auf meine wahre Identität als geistig und nicht materiell und nicht anfällig für Disharmonie jeglicher Art konzentrierte.
Zu Hause fiel mir ein vertrauter Wahrheitsgedanke ein – etwas, das meine Großmutter, eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, oft gesagt hatte, wenn sie für Personen mit Herzbeschwerden betete: „Das Leben ist nicht vom Herzen abhängig, das Herz ist von Leben abhängig.“
Als ich mir die Wahrheit dieser Aussage – dass Leben, Gott, das Sein völlig unabhängig von der Materie aufrechterhält – ganz und gar zu eigen machte, durchflutete Frieden meine Gedanken, und mein Herz schlug augenblicklich wieder normal.
Dieser einfache Gedanke über das Sein enthält eine tiefe Bedeutung. Die Christliche Wissenschaft lehrt uns, von der Ursache aus zur Wirkung zu denken; dies wird in Wissenschaft und Gesundheit folgendermaßen deutlich gemacht (S. 467): „Wir schließen falsch von der Wirkung auf die Ursache, wenn wir folgern, dass Materie die Wirkung des Geistes ist; aber von Ursache auf Wirkung schließendes Folgern zeigt, dass die materielle Existenz rätselhaft ist.“ Als ich über die Aussage meiner Großmutter nachdachte, wurde jegliche Versuchung ausgeräumt, das falsche Folgern zu akzeptieren, Leben sei von einem materiellen Herzen abhängig. Da Leben – ein Synonym für Gott – ewig, durch sich selbst bestehend und vollständig geistig ist, wird es nicht von einem Körperorgan regiert, sondern regiert seinerseits jede Funktion unserer Existenz.
Durch dieses „von Ursache auf Wirkung schließendes Folgern“ erkannte ich, dass meine Großmutter mit dem ersten Bezug auf das Herz das Körperorgan meinte, während die zweite Erwähnung von Herz eine metaphysische Bedeutung hat. Im Glossar von Wissenschaft und Gesundheit wird Herz auf Seite 587 als „sterbliche Gefühle, Motive, Neigungen, Freuden und Leiden“ definiert. Die Worte „das Herz ist von Leben abhängig“ lenken das Denken auf ein höheres, geistiges Verständnis vom Sein und verankern jegliche Ursache in Gott. Als ich das verstand, begriff ich, dass ein körperliches Herz für mein Wohlbefinden irrelevant ist und dass meine Gesundheit ganz und gar vom göttlichen Leben abhängt. Damit war meine Gesundheit zurückgekehrt.
Ungefähr sieben Monate später bereitete ich mich spät abends auf eine Geschäftsreise vor, als die Symptome plötzlich wieder auftraten. Doch diesmal hatte ich weder Angst, noch war ich in Versuchung, medizinische Mittel in Anspruch zu nehmen. Ja, der einzige Gedanke, den ich berichtigen musste, war Ungeduld darüber, meine Arbeit unterbrechen zu müssen. Wieder ließ ich die Situation von meinem Verständnis berichtigen, dass Gott Leben und Wahrheit ist.
Zusammen mit der Bekräftigung, dass das Herz von Leben abhängig ist, dachte ich an folgende Stelle aus Wissenschaft und Gesundheit (S. 419): „Wenn dein Patient aus irgendeinem Grund einen Rückfall erleidet, dann tritt der Ursache mental und mutig entgegen, weil du weißt, dass es in der Wahrheit keine Reaktion geben kann. Weder die Krankheit selbst noch Sünde oder Furcht hat die Macht, Krankheit oder einen Rückfall zu verursachen.“
Ich wusste, dass ich mich mit Gebet selbst behandeln konnte, wie ich dies während des Elementarunterrichts in der Christlichen Wissenschaft gelernt hatte – einem zweiwöchigen Kurs, der die Studierenden der Christlichen Wissenschaft auf die Arbeit als Praktikerin und Praktiker der Christlichen Wissenschaft vorbereitet –, und ich wies die falsche Suggestion, dass das Leben vom Herzen abhängt, entschieden zurück. Die Symptome verschwanden und kehrten nicht wieder.
Ich bin seit diesem Vorfall, der Jahre zurückliegt, körperlich so aktiv wie immer. Ich laufe, gehe schwimmen, fahre Fahrrad und habe sogar an mehreren „Schlammrennen“ teilgenommen, 15-km-Hindernisläufen durch schlammiges Gelände. An diesen Aktivitäten kann ich mich ohne Einschränkung beteiligen.
Ich bin sehr dankbar für den zeitlosen Wahrheitsgedanken, den meine Großmutter mir mitgegeben hat: „Das Leben ist nicht vom Herzen abhängig, das Herz ist von Leben abhängig.“
Todd Wittenberg
Homewood, Illinois, Vereinigte Staaten
