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Original im Internet

Das Gesamtbild und die Details

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 27. Juli 2026


Es wird gesagt, dass Christopher Wren, der Architekt der St. Paul’s Cathedral in London, bei einem Besuch auf der Baustelle einen Arbeiter fragte, was er da tat. Der Mann, der Mr. Wren nicht persönlich kannte, richtete sich auf, straffte die Schultern und sagte: „Ich helfe Sir Christopher Wren beim Bau dieser großen Kathedrale“ (Bruce Barton, What Can a Man Believe [Was kann ein Mensch glauben], S. 251–252).

Egal wie bescheiden das, was wir tun, auch sein mag, wir können Befriedigung darin finden, wenn wir erkennen, wie es ins Gesamtbild passt. Damit das Gesamtbild wirklich „groß(artig)“ sein kann, müssen die kleinen Dinge so gut und so korrekt getan werden, wie die großen. Das Schwierige ist die jeweilige Entscheidung, auf welches Gesamtbild wir hinarbeiten wollen.

Das größte Gesamtbild von allen ist die Manifestation des Himmelreiches in unserem Leben. Dieses Reich enthält nur Gutes und alles Gute. Alles darin ist nützlich, harmonisch, schön, fähig und geliebt, auch jede und jeder von uns in unserem wahren, geistigen Selbst.

Der Apostel Paulus wies darauf hin, dass unser Umgang mit den kleinen Dingen entscheidend ist, wenn unser angestrebtes „Gesamtbild“ das Verständnis, die Erfahrung und der Ausdruck der Harmonie von Gottes Reich ist. Er schrieb (Kolosser 3:23) „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen für den Herrn und nicht für Menschen.“ Das bedeutet nicht, dass Gott darauf achtet, wie sorgfältig wir das Geschirr spülen. Doch wir können die Worte von Paulus als Ermahnung auffassen, in jedem Bereich unseres Lebens – bei den kleinen und den großen Dingen – über unsere Gedanken zu wachen, damit sie alle auf Gott gerichtet sind. Das schenkt unserem Leben Segen.

Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, weist darauf hin, dass Jesus, unser Vorbild, dies im Hinblick auf den Christus, seine göttliche Natur, getan hat. Sie schreibt (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 166): „Diese geistige Idee oder der Christus durchdrang das Leben des persönlichen Jesus bis in die letzten Einzelheiten. Sie machte ihn zu einem ehrenhaften Mann, einem tüchtigen Zimmermann und einem guten Menschen, ehe sie ihn zum Verklärten machen konnte.“

Im kulturellen Kontext seiner Zeit wurde sicher von Jesus erwartet, dass er wie sein Vater das Leben eines Zimmermanns führen würde. Dass er eine andere Vorstellung von seinem Lebenswerk hatte, wird aus einem Austausch als Zwölfjähriger mit seinen Eltern deutlich (siehe Lukas 2:41–49). Auf einer Reise mit der Familie nach Jerusalem war er auf einmal verschwunden, und seine Eltern hatten ihn drei Tage lang verzweifelt gesucht. Schließlich fanden sie ihn im Tempel, wo er mit den Gelehrten über jüdische Gesetze und Theologie sprach. 

Als seine Eltern wissen wollten, warum er einfach so verschwunden war, ohne ihnen Bescheid zu sagen, fragte er: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ Aus menschlicher Sicht war Josef, ein Zimmermann, sein Vater. Doch Jesus verstand, dass Gott sein wahrer Vater war. Und seine echte Lebensaufgabe war, der Welt Gottes Liebe und Macht und den wahren Menschen als Ausdruck dieser Liebe und Macht zu zeigen.

Die Bibel berichtet, dass Jesus Jahre später seine öffentliche Tätigkeit begann. Bis dahin war er aller Wahrscheinlichkeit nach in der Tat als Zimmermann tätig. Doch laut Mrs. Eddy hatte der Christus, die wahre Idee Gottes, Jesu Leben schon in den Jahren vor seinem öffentlichen Predigen bis in die kleinsten Einzelheiten durchdrungen.

Ist es das nicht, was Paulus von uns verlangt – dass wir Christus jedes Detail unseres Lebens durchdringen lassen? Das ist keine Passivität. Ja, Christus ist immer aktiv in jedem menschlichen Bewusstsein, doch wir müssen beschließen zuzuhören und das, was wir hören, in die Tat umzusetzen. Es existiert die Versuchung, uns als begrenzte, materielle Wesen zu betrachten, die manchmal etwas nur „gut genug“ machen, statt das zu bringen, wozu wir wirklich fähig sind. Vielleicht meinen wir, eine Aufgabe sei unwichtig, die Person, die uns darum gebeten hat, sei unsympathisch oder wir seien einfach müde und hätten nicht die Energie, die Arbeit vollständig abzuschließen.

Doch Gott, Geist, hat den Menschen – die wahre, geistige Idee einer und eines jeden von uns – nach Seinem Bild und Gleichnis zu dem Zweck erschaffen, dass er Ihn widerspiegelt (siehe 1. Mose 1:26, 27). Das ist unsere echte, ewige Rolle: jede Eigenschaft Gottes auf vollständig einzigartige und individuelle Weise zum Ausdruck zu bringen. Im Gegensatz zu vielen menschlichen Beschäftigungen entspricht diese Rolle immer unseren gottgegebenen Talenten und Fähigkeiten. Und wenn wir diese Wahrheit in unser Denken einlassen, können wir Sünde, Verletzung, Krankheit und jede andere Art von Disharmonie heilen.

Deshalb ist die Mahnung von Paulus wichtig. Wenn wir mürrisch, widerwillig, missgünstig oder sonst irgendwie ungöttlich bei der Arbeit sind, dann richten wir unser Denken, Leben und Tun nicht konsequent auf die göttliche Wahrheit aus. Konsequenz in kleinen Dingen ebnet unseren Weg zur Demonstration dessen, was wahr ist, wenn mehr auf dem Spiel steht.

Je mehr wir danach streben, die Wirklichkeit von Gottes Wesen als Geist und von unserem eigenen Wesen als Sein Ebenbild konsequent zu bezeugen, desto besser erkennen wir, dass Gottes Güte in unserem Leben zum Ausdruck kommt. Das wahre, geistige Selbst einer und eines jeden von uns ist ein unverzichtbares Element im unendlich großen Universum des Geistes. Wenn wir die Gelegenheit wahrnehmen, jede noch so kleine Aufgabe dazu zu nutzen, Gottes Qualitäten bewusst in unserem Denken und Handeln zum Ausdruck zu bringen und unsere Gedanken am göttlichen Willen auszurichten, wird uns das Gesamtbild zunehmend deutlich, sodass wir erkennen, wie sich das darin enthaltene Gute in unserem Leben widerspiegelt. Und während dies geschieht, stellen wir auch fest, wie viel mehr Gutes wir für andere tun können.

Lisa Rennie Sytsma
Chefredakteurin

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