An einem Zeitpunkt während meiner Berufstätigkeit erzählte mir ein Kollege in seinem Wunsch, sich mit mir anzufreunden, wie er seine Frau kennengelernt hatte – und fügte dann hinzu, dass er nicht sicher sei, ob seine Ehe langfristig halten würde. Ich sagte ihm, wie wichtig es sei, die Ehe zu schützen und die damit verbundenen Verpflichtungen einzuhalten.
Mir wurde nach und nach bewusst, dass dieser Kollege sich auf unangemessene Weise von mir angezogen fühlte. Ich fragte mich, ob er mir von seiner Bereitschaft, eine außereheliche Beziehung einzugehen, erzählt hatte, um zu sehen, wie ich darauf reagierte. Ich hatte nur seine professionelle Freundlichkeit als Kollege anerkannt und keinerlei sonstige Aufmerksamkeit von ihm gefördert – noch hatte ich ein Verlangen danach.
Als ich darüber betete, wandte ich mich den Zehn Geboten zu, die helfen, die Wahrheit über Gottes Schöpfung, einschließlich des Menschen, als aufrecht und mit hoher Moral und Integrität handelnd zu offenbaren. Ich beschäftigte mich insbesondere mit dem Siebten Gebot – „Du sollst nicht ehebrechen“ (2. Mose 20:14) – und stützte mich auf die darin geforderte Reinheit. Ich insistierte mehrfach mental auf die Wahrheit, dass diese Reinheit allen Kindern Gottes von Natur aus innewohnt. Ich betete vor und nach jedem Arbeitstag in dieser Weise – auf dem Weg, während Besprechungen und immer, wenn der Mann mir diese unwillkommene Aufmerksamkeit zukommen ließ.
Ich bat Gott im Gebet um Führung, wie ich darauf reagieren könnte, ohne unhöflich zu sein oder dem Mann aus dem Weg zu gehen, und wie ich stattdessen den professionellen Standard der Fröhlichkeit, Freundlichkeit und Wärme zum Ausdruck bringen konnte, um die Harmonie am Arbeitsplatz zu wahren.
Eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, die ich um Hilfe durch Gebet bat, half mir, mich mithilfe der Ideen in einem Artikel auf JSH-Online gegen diese falsche Art von Anziehung zu wehren. Der Artikel „Scientific selection“ [Wissenschaftliche Auswahl] erschien im Christian Science Sentinel, einer Schwesterzeitschrift des Herolds, vom 23. September 1916 und beschäftigt sich mit Gottes Gesetz der Anziehung. Darin wird diese Aussage von Christus Jesus zitiert (Johannes 6:37): „Alles, was mir mein Vater gibt, das wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Aus meiner Sicht sagt Jesus hier, dass gemäß Gottes Gesetz, das alles regiert, sich nur diejenigen zu ihm hingezogen fühlen konnten, die vom Vater gesandt oder dazu inspiriert wurden.
Auch wir können uns bewusst machen, dass dieses Gesetz der geistig wissenschaftlichen Auswahl unser Leben, unsere christlich-wissenschaftliche Heilpraxis und unseren Arbeitsplatz regiert, wenn wir Kunden oder neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen, und natürlich auch bei Freundschaften oder der Partnersuche.
Mary Baker Eddy informiert uns in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 102 und 124): „Es gibt nur eine wirkliche Anziehungskraft, die des Geistes“ und „Adhäsion, Kohäsion und Anziehungskraft sind Eigenschaften des Gemüts.“ Gott, der Geist und das eine unendliche Gemüt ist, führt das zusammen, was zusammengehört – und hält getrennt, was nicht zusammengehört. Die Anziehungskraft, die eine Freundschaft oder den Arbeitsplatz an einem bestimmten Ort aufrechterhält, dauert fort, wenn sie sich auf das gründet, was rein und wahr ist – auf das, was von Gott kommt und von Gott geführt wird.
Eine unangemessene Anziehung kommt nicht von Gott und ist daher nie rein und wahr. Wenn dieser falsche Sinn aufgedeckt, konfrontiert und korrigiert wird, verschwindet er. Er hat keine moralische Grundlage, die ihn absichert.
Die Macht, nur Gottes Gesetz der Anziehung walten zu lassen, errichtete eine undurchdringliche Mauer in meinem Denken, die keine Macht von außen überwinden konnte. Die falsche Anziehung dieses Mannes hörte auf, und wir arbeiteten dann noch an vielen Projekten harmonisch zusammen. Die reinigende, erhebende Wirkung von Gottes Gesetz ermöglichte eine professionelle, von Integrität und Aufrichtigkeit charakterisierte Beziehung zu diesem Mann.
Das Siebte Gebot und Gottes Gesetz der Anziehung als grundlegend in meinem Denken und somit für mein Leben maßgeblich zu etablieren beschützte mich vor der Vorstellung, dass ich den Gedanken einer anderen Person ausgesetzt war. Gottes Gesetz ist immer gegenwärtig, stellt anhaltende Fürsorge, Führung und ständigen Schutz bereit und befähigt uns, jeden Einfluss zu überwinden, der nicht von Gott, dem Guten, kommt. Gottes Gesetz offenbart die wahre Natur des Menschen als moralisch, rein und aufrecht – und bringt unser Erleben in Übereinstimmung mit der geistig wissenschaftlichen Harmonie, die jede Disharmonie ausschließt.
