Ein Kommentar, den ich vor vielen Jahren in einem Interview gehört habe, ist mir unvergesslich geblieben. Der Gast war Buchautor, und die Frage richtete sich an seine erste Begegnung mit einem potenziellen Verleger. Er sagte, die Unterhaltung habe im Büro des Verlegers in einem Hochhaus in New York City stattgefunden; er wollte ein Buch über die Besiedelung des Westens der Vereinigten Staaten vorschlagen.
Der Verleger hatte ihn mitten in seiner Präsentation unterbrochen und gesagt, dass Bücher über die Anfänge des Westens der USA keine wirklichen Abnehmer fänden. Allerdings wollte er einen Vorschlag machen. Er forderte den Autor auf, zum Fenster zu kommen, von wo sie unter sich die Straße sehen konnten. Der Verleger sagte dem Autor, wenn er ein Buch darüber schreiben könne, wie man sein Leben verändert, dann hätte der Verlag großes Interesse.
Er zeigte auf die vielen Menschen unten auf der Straße und sagte, jeder der Tausenden dort unten wollte sein Leben verändern. Er sagte dem Autor, dass der Verlag unendlich viele Bücher verkaufen könnte, die erklärten, wie man diese Veränderungen bewirken kann.
Diese Worte blieben mir im Gedächtnis haften. Ich dachte nicht nur über das Konzept von Tausenden Menschen nach, die solch eine Veränderung anstrebten, sondern auch über die zugrundeliegende Frage der damit verbundenen potenziellen Verkaufszahlen: „Wie kann ich besser leben?“
Ich war einst selbst jemand in dieser Menschenmenge. Es hat Zeiten gegeben, in denen alles schwer und ich so entmutigt war, dass ich die Überzeugung gewann, mein Leben müsse sich ändern. Die meisten von uns kennen dieses hilflose Gefühl, nur einer von vielen zu sein. Und etliche Menschen haben erkannt, dass der Anfang solch einer grundlegenden Veränderung ein Umdenken ist.
Doch das erfordert mehr als nur einen Wunsch oder ein paar Änderungen unserer Alltagsroutine. Dazu ist eine völlig neue Denkweise vonnöten – eine mentale Umwandlung. Der Apostel Paulus bestätigte dies, als er an die frühen Christen in Rom schrieb (Römer 12:2): „Verändert euch durch die Erneuerung eurer Gesinnung, damit ihr prüfen könnt, was der gute, wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“
Paulus hatte erfahren – und viele andere seitdem ebenfalls –, dass das erneuerte Denken, das die größte Veränderung bewirkt, das Entdecken bzw. Wiederentdecken der göttlichen Idee vom Leben ist, die Christus Jesus gab und allen ans Herz legte. Jesus sagte (Johannes 10:10): „Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.“
Jesus beschrieb in seiner Bergpredigt ein Leben, das nicht auf irdischen, materiellen Schätzen aufgebaut ist, sondern auf himmlischen, geistigen. Das ist kein ichbezogenes Leben, sondern eins, das durch eine Fülle an Liebe zu allen belebt wird, einschließlich derer, die wir als Feinde betrachten könnten. Dieses Leben findet sich nicht in der Materie. Das Leben, das Jesus beschrieb und führte, basiert auf Gott, dem einen wahren Leben, das unendlicher Geist ist, und auf der geistigen Tatsache, dass der Mensch Gottes Ebenbild ist, vollständig geistig und individuell zum Ausdruck gebracht.
Wir können unser Denken erneuern und durch Gebet an diesem reichhaltigen geistigen Leben teilnehmen. Man kann Gebet unter anderem als den beharrlichen Wunsch betrachten, die Gedanken aufzunehmen, die Gott, das göttliche Gemüt, uns vermittelt und die uns stützen. Mit Gebet können wir uns, unser gesamtes Sein, so sehen, wie Gott, Leben, uns erschaffen hat – als Sein Ausdruck.
Wenn wir beten und anfangen, mehr über das all-gute Wesen unseres Schöpfers zu lernen, finden Änderungen in unserem Denken und unserer Sichtweise statt. Wir denken weniger in der Weise an uns selbst, wie wir das bis dahin getan haben – als sterbliche, materielle Wesen und gar Opfer der Umstände –, und werden uns der göttlichen Idee vom Leben bewusst, das Jesus repräsentierte: die Wahrheit, dass wir jetzt und immer die vollkommene und innig geliebte geistige Schöpfung eines vollkommenden, allliebenden Schöpfers sind.
Mary Baker Eddy half uns, in dieser neuen Denkart Fortschritt zu machen, und schrieb in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 265): „Die Sterblichen müssen zu Gott hinstreben, ihre Neigungen und Ziele müssen geistig werden – sie müssen sich den umfassenderen Interpretationen des Seins nähern und etwas von der eigentlichen Bedeutung des Unendlichen erlangen –, damit sie Sünde und Sterblichkeit ablegen können.“
Auf geistigere Weise über diese Dinge nachzudenken – den Gedanken, die das göttliche Gemüt jeder und jedem von uns eingibt, mehr und mehr Aufmerksamkeit zu schenken –, bewirkt eine Umwandlung. Es ersetzt die sterbliche, aus Herdendenken gewonnene Sicht auf uns durch das, was seit jeher wahr über das individuelle Leben eines jeden Menschen ist, nämlich, dass wir hier und jetzt der vollständig gute, versorgte und reine Ausdruck des Geistes sind.
Für alle, die sich nach einem besseren Leben sehnen, ist es bestärkend und befreiend zu wissen, dass das, was diesem Wunsch zugrunde liegt und uns immer befähigt, ihn zu erfüllen, „der gute, wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist“.
