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„Ungebetene Gäste“ im Leseraum?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 24. August 2026


Vor einigen Jahren teilte der Vorstand der Zweigkirche Christi, Wissenschaftler, der ich angehörte, den Mitgliedern mit, dass sich unser Leseraum der Christlichen Wissenschaft in einer „Albtraum“-Situation befand.

Bei einer routinemäßigen Termiteninspektion wurden einige „ungebetene Gäste“ entdeckt – ein Befall, der bereits seit einiger Zeit andauerte und zu baulichen Schäden am Gebäude geführt hatte. Der Inspektor berichtete, dass das Gebäude erhebliche Probleme aufwies. Die Angelegenheit müsse unverzüglich in Angriff genommen werden.

Dieser Leserraum befindet sich in einer wunderschönen Gegend, die für ihren Sommertourismus bekannt ist. Eine umfassende Sanierung würde sich schwierig gestalten. Wir wussten, dass das Bauamt der Stadt darauf bestehen würde, dass die Arbeiten außerhalb der touristischen Hochsaison durchgeführt werden, was das Risiko von Regenschäden erhöhen würde.

Doch die Finanzierung war vielleicht der beängstigendste Teil des Problems. Die Reparaturen, für die eine sehr hohe Summe veranschlagt wurde, umfassten die Entfernung des Schieferdachs, die Sanierung der darunterliegenden Konstruktion und die erneute Verlegung des Schiefers – und das alles, ohne den Tourismus auf dieser Straße in der Innenstadt zu beeinträchtigen. Es schien unmöglich, die benötigte Geldsumme aufzubringen.

Auf Wunsch des Vorstands startete die Mitgliedschaft umgehend eine Spendenaktion, um die Kosten zu decken. Diese Aktion lief mehrere Monate lang, doch es kam nur ein Bruchteil der benötigten Mittel zusammen.

Ungefähr zu dieser Zeit wurde ich in den Vorstand gewählt. Es schien ein äußerst ungünstiger Zeitpunkt zu sein, diese Position zu übernehmen, da die Herausforderung, vor der wir standen, so groß war. Ich fragte mich, ob wir den Leseraum für immer schließen müssten.

Natürlich mussten zuerst meine eigenen Gedanken geklärt werden. Ich hatte Angst vor der Aufgabe, die vor uns lag – ja, ich empfand sogar einen gewissen Unmut. Mir wurde klar, dass ich diese Last, die ich spürte, loslassen musste. Ich erinnere mich, dass mir ein Praktiker der Christlichen Wissenschaft riet, mit diesem Zitat aus Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy zu arbeiten (S. 391): „Lösche die Bilder des sterblichen Denkens und dessen Glauben an Krankheit und Sünde aus. Wenn du dann dem Urteil der Wahrheit, Christi, überantwortet wirst, wird der Richter sagen: ‚Du bist gesund!‘“

Auch wenn es hier nicht um Krankheit oder Sünde ging, half mir dies zu erkennen, dass das sterbliche Denken – oder der menschliche Glaube – der Ort war, wo unser Problem im Leseraum auftrat und behandelt werden musste. In Gott oder in Seinen Gedanken und Ideen gibt es niemals Disharmonie. Als ich auf diese Weise betete, begann ich zu erkennen, dass es zu einem harmonischen Ergebnis kommen würde, auch wenn ich nicht wusste, wie. Meine Bedenken hinsichtlich meiner Wahl in den Vorstand verschwanden. Ich begann mich darauf zu freuen, zu sehen, wie Gott diese Angelegenheit lösen würde.

In der Zwischenzeit kam der Vorstand zusammen, um unsere nächsten Schritte zu besprechen. Wir beschlossen, eine Praktikerin oder einen Praktiker um Hilfe bitten, um für den Leseraum zu beten, bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden würden. Wir beauftragten eine Praktikerin, die den Fall gerne übernahm. Sie betete jeden Tag darum zu erkennen, dass in unserer gesamten Kirche Harmonie bereits vorhanden war. 

Alle ein bis zwei Wochen traf sich der Vorstand, um dieses Thema zu besprechen. Anfangs verspürten wir keinen Frieden, also beteten wir einfach weiter.

Plötzlich, eines Abends, empfanden alle Beteiligten Ruhe und Frieden angesichts der Situation. Niemand war mehr so aufgewühlt wie zuvor. Der christusgleiche Gedanke „Du bist gesund“ wurde mit allen Mitgliedern geteilt.

Angesichts dieser Veränderung schien es der richtige Zeitpunkt zu sein, eine Neubewertung der Immobilie vornehmen zu lassen. Wir beauftragten dieselbe Person, die den Termitenschaden entdeckt hatte, mit einer weiteren Inspektion. 

Danach war der Inspektor sprachlos: Nicht nur der Schädlingsbefall war verschwunden, auch die von ihm zuvor dokumentierten strukturellen Schäden waren nicht mehr vorhanden. Es gab ein paar kleinere Mängel zu beheben, wie zum Beispiel einige Beschädigungen an einem Fensterrahmen. Es lagen jedoch keine nennenswerten baulichen Schäden vor, wie sie zuvor festgestellt worden waren.

Er gab unserem Leserraum ein erstaunlich gutes Gutachten, obwohl er nicht verstehen konnte, was passiert war. Er sagte, er habe die Schäden zuvor deutlich gesehen. Für mich ähnelte sein Bericht den Heilungszeugnissen, in denen Ärzte, die nach einer Heilung mit Hilfe der Christlichen Wissenschaft eine zweite Röntgenaufnahme machen und darauf die auf der ersten Aufnahme noch erkennbare Erkrankung nicht mehr finden können.

Unsere Mitglieder waren begeistert. Wir ließen Kostenvoranschläge erstellen und die kleineren Mängel beheben. Als weiterer Beweis für Gottes Fürsorge lagen die Kosten für diese Reparaturen fast genau auf dem Niveau der Summe, die bereits durch die vorherige Spendenaktion zusammengekommen war.

Als ein Freund von dieser Heilung hörte, erinnerte er mich an diese Verheißung aus Wissenschaft und Gesundheit (S. 400): „Indem du das Denken über den Irrtum, oder die Krankheit, erhebst und beharrlich für die Wahrheit streitest, zerstörst du den Irrtum.“ Sobald wir uns über die Angst erhoben hatten, konnten wir eine wunderbare Wiederherstellung der Harmonie in unserem Leseraum wahrnehmen.

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