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Original im Internet

Nie allein – eine Reise des Vertrauens

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 20. August 2026


Vor einigen Jahren war ich eingeladen, drei Tage in einer Pflegeeinrichtung der Christlichen Wissenschaft zu verbringen, bevor ich einen zweiwöchigen Einsatz als Praktikerin der Christlichen Wissenschaft in einem Sommerlager in der Nähe antrat. Dieses Angebot war ein Geschenk, eine Gelegenheit, mich auszuruhen und geistig auf die bevorstehenden Aktivitäten vorzubereiten.

Damals war gerade meine langjährige Ehe geschieden worden, und meine Kinder waren erwachsen. Die emotionalen und körperlichen Anforderungen dieser Zeit hatten das Gefühl großer Verletzlichkeit in mir hinterlassen. Als ich mich für die Fahrt zu der Pflegeeinrichtung der Christlichen Wissenschaft fertig machte, merkte ich, dass ich meinen Rucksack nicht hochheben konnte. Ich fühlte mich extrem schwach und hatte schmerzhafte und übermäßig starke Menstruationsblutungen. Mir kam der Gedanke: „Wie kann ich anderen zu Diensten stehen, wenn ich mich kaum selbst aufrecht halten kann?“

Ich nahm Kontakt mit meiner Lehrerin der Christlichen Wissenschaft auf und erklärte ihr die Situation. Ich erwähnte, dass viele Frauen in meiner Altersgruppe wegen ähnlicher Schwierigkeiten eine Operation in Betracht zogen. Doch ich wollte mich auf geistiges Heilen verlassen und bat sie um eine gebetvolle Behandlung in der Christlichen Wissenschaft zur Unterstützung meiner eigenen Gebete.

Während der siebenstündigen Fahrt zur Pflegeinrichtung der Christlichen Wissenschaft hörte ich der Audioaufnahme von Mary Baker Eddys Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift zu. Ich nahm die heilenden Wahrheitsgedanken in mich auf und fand die Kraft, die Fahrt durchzustehen. Als ich ankam, erlebte ich allerdings so etwas wie einen vollständigen körperlichen und emotionalen Kollaps. Die Symptome wurden stärker. Ich konnte nicht schlafen. Und ich fühlte mich vollständig allein.

Ich wandte mich den geistigen Wahrheitsaussagen, die ich las und hörte, noch inniger zu und betete darum, meine wahre Identität zu erkennen – vollständig, geistig und durch göttliche Liebe aufrechterhalten. Ich bekräftigte, dass mein Erbe keinerlei Leiden in sich schließt. Mein Erbe der Harmonie wird von unserem Vater-Mutter-Gott bereitgestellt. Obwohl die Symptome anhielten, war ich nie ohne Gottes allgegenwärtiges Wort, das per Lautsprecher in mein Zimmer geleitet wurde. Die Pflegerinnen und Pfleger in der Christlichen Wissenschaft versorgten mich ruhig und liebevoll und brachten Mitgefühl zum Ausdruck, ohne sich in meine Angelegenheiten einzumischen.

Am dritten Tag versiegte die Blutung ganz plötzlich und ich fühlte mich kräftiger. Ich ging am Rand einer großen Bucht spazieren und sah, wie ein Regenbogen das Wasser überspannte. In dem Moment fühlte ich Frieden und Ruhe, und ich wusste, dass die Heilung stattgefunden hatte. Es blieben weder Schwäche noch der Gedanke an eine Operation zurück – nur die Erneuerung, die wir erleben, wenn Geist vorbehaltlos walten lassen. Jetzt war ich bereit für meinen Einsatz.

Ich kam tief in meinem Verständnis von Gottes Fürsorge verwurzelt im Sommerlager an. Gleich zu Anfang wurde ich gebeten, mit einer Teilnehmerin zu sprechen, die sich nicht eingewöhnen konnte und nach Hause fahren wollte. Nachdem ich gebetet und mir ihr geredet hatte, sagte ich ihr einen Gedanken, der mir Trost gebracht hatte, nämlich, dass wir manchmal an einem Ort sind, den wir nicht selbst gewählt haben, doch wir können uns immer der Herausforderung stellen, sie überwinden und Gutes erleben. Sie nickte nachdenklich und beschloss zu bleiben.

Einen Tag später schaute ich bei einer Aktivität zu, bei der die Teilnehmenden auf einen 6–9 Meter hohen Pfahl kletterten und dann absprangen, um ein Trapez zu ergreifen. Zu meiner Überraschung drehte sich dieselbe Teilnehmerin zu mir um, reichte mir das Gurtzeug und zitierte meine eigenen Worte: Manchmal sind wir an einem Ort, den wir nicht selbst gewählt haben, doch wir können uns der Herausforderung stellen, sie überwinden ... Sie drängte mich liebevoll dazu, zur Plattform hochzusteigen.

Widerstrebend willigte ich ein. Als ich oben angekommen war und hoch über dem Boden auf der engen Plattform stand, beschlich mich Angst. Ich fühlte mich wieder isoliert. Doch ich erkannte diese Angst als falsche Suggestion – als nicht von Gott stammend. Ich musste an die Heilung denken, die ich gerade erlebt hatte, und bekräftigte (Nahum 1:7): „Der Herr ist gütig und eine Festung zur Zeit der Not und kennt die, die auf ihn vertrauen.“

In diesem Augenblick, in dem ich mich ganz der göttlichen Liebe übergab, änderte sich etwas in meinem Denken. Das Trapez, das mir weit entfernt vorgekommen war, sah jetzt ganz nah aus. Ich musste an etwas denken, das mir mein Sohn mal über Baseball gesagt hatte: Wenn der Schlagmann ruhig und sicher ist, kommt ihm der Ball langsamer und größer vor. Auch wenn das Objekt gleich bleibt, ändert sich die Wahrnehmung. Ich erlebte jetzt dieselbe geistige Klarheit und sprang mit völligem Gottvertrauen ab – und ergriff das Trapez.

Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass wir nie allein sind. Als eine geistige Idee Gottes sind wir immer eins mit dem göttlichen Geist. Was wie Begrenzung oder Angst aussieht, lässt sich durch Christus überwinden, die göttliche Idee, die Gottes immer gegenwärtige Güte offenbart. Mary Baker Eddy schreibt dazu (Wissenschaft und Gesundheit, S. 495): „Lass die Christliche Wissenschaft statt des körperlichen Sinnes dein Verständnis vom Sein tragen, und dieses Verständnis wird Irrtum durch Wahrheit und Sterblichkeit durch Unsterblichkeit ersetzen sowie Disharmonie durch Harmonie zum Schweigen bringen.“

Ich habe einen Bruchteil der Macht geistiger Wahrnehmung erfasst, die unsere Angst auflöst und göttliche Kraft offenbart. Ich war eingeladen worden, höher zu steigen. Mrs. Eddy schreibt ferner (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 165): „Als aktiver Teil eines unermesslichen Ganzen identifiziert Güte den Menschen mit dem allumfassenden Guten.“ Ich hatte einen Beweis dafür gesehen, dass jeder Augenblick Gottes Regierung unterliegt. Und mit dieser Erkenntnis begriff ich, was es bedeutete, mehr als nur ein Trapez zu ergreifen. Ich konnte auf den immer gegenwärtigen Christus, die Wahrheit, zugreifen.

Marsha Pecaut
Solana Beach, Kalifornien, Vereinigte Staaten

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