Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer
Original im Internet

Wo leben wir wirklich?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 10. August 2026


Es gibt eine App für Ihr Smartphone, die What3Words heißt und der präzisen Standortbestimmung dient. Sie unterteilt die Erdoberfläche in kleine Quadrate und ordnet jedem Quadrat eine 3-Wörter-Adresse zu. Mithilfe dieser App wird Ihr genauer Standort mit einer Genauigkeit von 3 Metern geortet, sogar auf Feld, Wald und Wiese.

Obwohl die App die Worte für jedes Quadrat auf Erden bereits zugeteilt hat, habe ich einmal darüber nachgedacht, welche drei Worte ich verwenden würde, um zusammenzufassen, wo viele Menschen heute leben. Wäre es der Ort „Chaos und Unklarheit“ oder „Disharmonie und Gewalt“? Man könnte es durchaus meinen, wenn man die Ereignisse und Phrasendrescherei betrachtet, die die heutigen Medien beschäftigen, und die Kriege und politischen Zwistigkeiten an so vielen Orten der Welt.

Doch die Christliche Wissenschaft lehrt, dass wir unter den äußeren Anschein blicken können, so wie Christus Jesus dies getan hat; dort stoßen wir auf die tieferen, von Gott geschaffenen Tatsachen. Jesus hat oft eine zwei- und drei-Wörter-Ortsbezeichnung verwendet, um uns zu zeigen, wo wir alle hier und jetzt leben: „das Himmelreich“ bzw. „das Reich Gottes“.

Was wissen wir über dieses Reich? Jesus sagte seinen Nachfolgern und anderen Menschen: „Das Himmelreich ist nahe gekommen“ (Matthäus 4:17) und „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Lukas 17:21). Und er versicherte ihnen (Lukas 12:32): „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.“

Mary Baker Eddy hat intensiv über dieses geistige Reich nachgedacht. Sie definiert Himmelreich im Glossar von Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 590) als die „Herrschaft der Harmonie in der göttlichen Wissenschaft; das Reich des unfehlbaren, ewigen und allmächtigen Gemüts; die Atmosphäre des Geistes, in der Seele allerhaben ist“. Und die Definition von Himmel im selben Glossar (S. 587) lautet unter anderem: „Harmonie; die Herrschaft des Geistes; Regierung durch das göttliche Prinzip.“

Das zeigt uns, dass wir Gottes absolute Regierung Seiner Schöpfung verstehen müssen, wenn wir wahre Harmonie und wahren Frieden erlangen wollen. Und die Namen für Gott, die in diesen Definitionen verwendet werden – Gemüt, Geist, Seele, Prinzip –, helfen uns, dies zu tun, da sie verdeutlichen, dass Gottes Wesen als Integrität, Präzision, Weisheit, Vollständigkeit usw. zum Ausdruck kommt.

Mit diesem Verständnis von Gottes harmonischer Regierung zu leben und diesem Verständnis zu gestatten, unser Denken zu führen, bewirkt ganz natürlich, dass wir die Gegenwart Gottes, des Guten, in unserem Leben erkennen und anerkennen. Wir können sicher sein, dass immer dann, wenn wir von Gott erhaltene Eigenschaften wie Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Freude in unserem Alltag zum Ausdruck bringen, das Himmelreich in und um uns manifestiert wird. Somit ist dieses Himmelreich inwendig in Ihnen, wo immer Sie sich auch befinden!

Gut, doch was tun wir hinsichtlich des Bösen, das wir überall auf der Welt sehen – z. B. Hungersnöte und Gewalt? Wie lässt sich das mit einem Leben im Himmelreich vereinbaren?

Die Christliche Wissenschaft zeigt uns, dass Gott, göttliche Liebe, niemanden bevorzugt. Kein Mensch ist von Gottes Fürsorge ausgeschlossen. In unseren Gebeten für die Welt können wir über das hinaussehen, was sich auf der menschlichen Ebene abspielt, und bestätigen, dass Gott jeden einzelnen Ausdruck des unendlichen Geistes liebt und dass sich das niemals ändern wird.

Paulus führt in einem Brief an eine frühe Christengemeinde verschiedene Übel wie beispielsweise Gewalt auf, die uns das Gefühl vermitteln mögen, allein und ungeschützt zu sein. Doch diese beruhigende Botschaft (siehe Römer 8:35, 37–39) sagt uns, dass nichts „uns von der Liebe Gottes zu scheiden vermag“, egal womit wir konfrontiert sein mögen.

Das sagt Paulus nicht nur so. Die Bibel berichtet, dass er mehrmals gesteinigt, geschlagen und ins Gefängnis geworfen wurde und doch immer wieder bewiesen hat, dass seine Worte der Wirklichkeit entsprechen. Er hat erkannt, dass das Bewusstsein göttlich verliehener Harmonie, das das Himmelreich ausmacht, nicht nur Trost, sondern auch Rettung mit sich bringt. Und das kann die Grundlage für unsere heutigen Gebete für die Welt sein.

Wenn wir über Situationen oder Vorfälle in unserem Umfeld oder der Welt verzweifelt sind, beruht unsere Besorgnis auf dem Missverständnis, dass das, was wir mit den körperlichen Sinnen wahrnehmen, dem Ist-Zustand entspricht. Doch Jesus drängt uns dazu, Gottes Sichtweise anzunehmen. Gott hat alles gemacht, was wirklich existiert, und Er definiert die Natur dessen, was Er erschafft. Genau da, wo wir eine materielle Welt in Aufruhr wahrnehmen, bringt Gottes Reich die göttliche Natur als geistig und gut zum Ausdruck; alle Elemente des Bösen sind ausgeschlossen. Wir lesen in der Bibel (1. Johannes 1:5), „dass Gott Licht ist, und in ihm ist keinerlei Finsternis“.

Jesus kam, um uns zu zeigen, dass wir die Dunkelheit umkehren können, so wirklich sie auch erscheinen mag. Er nannte das Böse eine Lüge (siehe Johannes 8:44), denn er wusste, dass Gott nur das Gute gemacht hat. Wenn wir die Wahrheit kennen, kann eine Lüge uns nicht täuschen. Wie Paulus bewies, kehrt das Akzeptieren der wahren, geistigen Sichtweise Angst und Leid um. Das habe ich selbst erlebt.

Einmal war ich nachts in einem Zug unterwegs, dessen Waggons in sich abgeschlossen waren. Der einzige andere Passagier in meinem Waggon war ein Mann, der erst unmittelbar vor Abfahrt des Zuges eingestiegen war. Er erklärte mir, was er von Frauen hielt, die allein unterwegs waren. Dann setzte er sich neben mich und kündigte seine Absicht an, sich an mir zu vergehen.

Ich konnte nicht vor ihm fliehen – aber ich konnte beten. Ich wandte mich an Gott, um Seine Gegenwart und Regierung der Harmonie zu fühlen und Sein Himmelreich hier bei uns zu erkennen und anzuerkennen. Mir fielen die oben genannten Verse aus dem Römerbrief ein und ich bekräftigte, dass nichts mich von Gottes großer Liebe trennen konnte.

Der große Aha-Moment kam, als ich verstand, dass nicht nur ich untrennbar von der göttlichen Liebe war, sondern auch der Mann. Ich antwortete ihm nicht, sondern betete weiter mit dieser neuen Inspiration, dass er von der Integrität und Reinheit Gottes nicht getrennt werden konnte. Als sich meine Angst auflöste, hörte der Mann plötzlich auf zu reden und setzte sich woanders hin. Er reagierte auf die echte, gottgegebene Liebe und Integrität, die ich bekräftigte. An der nächsten Station stieg eine Gruppe ein, und meine restliche Fahrt verlief ohne Zwischenfall.

Was war geschehen? Ich hatte erkannt, dass es nicht darum ging, eine schlechte Situation in eine gute zu verwandeln. Stattdessen begriff ich, dass Gott bereits präsent war und uns beide regierte. Wir haben beide die geistige Tatsache bezeugt, dass das Himmelreich – Gottes eigene Sicht auf Seine all-gute Schöpfung – hier und jetzt bei uns ist.

Die Christliche Wissenschaft zeigt uns, dass wir uns nicht aus Gottes unendlichem Reich entfernen können. Wo immer wir uns auch befinden mögen, wir können uns von der falschen Sichtweise, dass wir mit etwas Bösem konfrontiert werden, zu der Wirklichkeit wenden, dass Gott, das Gute, die einzige Gegenwart und Macht ist. In dem Maße, wie wir das tun, können wir unseren wahren Standort zutreffender orten als jegliche drei Worte in einer App dies vermögen! Wir befinden uns in alle Ewigkeit im Himmelreich.

Wenn Sie mehr Inhalte wie diese erforschen möchten, können Sie sich für wöchentliche Herold-Nachrichten anmelden. Sie erhalten Artikel, Audioaufnahmen und Ankündigungen direkt per WhatsApp oder E-Mail. 

Anmelden

Weitere Artikel im Web

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

                                                                                                                            Mary Baker Eddy

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.