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Original im Internet

FÜR JUNGE LEUTE

Wie kann ich aufhören zu scrollen?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 3. August 2026


In den Vereinigten Staaten, wo ich lebe, hatte sich etwas zugetragen, über das intensiv in den Nachrichten diskutiert wurde. Da ich mir nicht sicher war, was ich von den Ereignissen halten sollte, schaute ich in sozialen Medien nach, was andere darüber sagten. Die Personen, denen ich in dieser App folge, betrachten die Welt ähnlich wie ich, und ich dachte, dass mir ihre Einschätzung der Dinge helfen würde, ein klareres Bild zu erlangen.

Huch? Das war allerdings seltsam. Soziale Medien als Anleitung, was ich denken sollte? Ich verbrachte bereits mehr Zeit an meinem Handy, als ich wollte – nicht nur, weil ich die Ansichten anderer über die Nachrichten las, sondern auch, weil ich während meiner Pausen oder am Ende eines langen Tages ohne nachzudenken scrollte.

Das war das Gegenteil einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, die ich in der Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft gelernt hatte, nämlich, tief über die Konzepte nachzudenken, die ich lernte. Unsere Lehrerinnen und Lehrer ermutigten meine Sonntagsschulklasse und mich, Fragen zu stellen und über alles zu sprechen, was uns beschäftigte oder beschwerte. Und ich hatte auch gelernt, dass die Ideen, die ich brauche, nicht nur aus meinen Unterhaltungen mit anderen kommen, sondern auch, wenn ich bete und Gott um Antworten bitte.

Die Bibel und Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy zu lesen, hat mir klar gemacht, dass wir alle von Gott erschaffen sind, und so haben auch unsere Gedanken ihren Ursprung in Gott. Da Gott gut ist, lenken uns diese Gedanken auf gute und produktive Weise und geben uns heilende Antworten, wenn wir sie brauchen. Ich erkannte, dass ich, wenn ich anfing, meine Meinungen nach dem zu bilden, was ich in den sozialen Medien las, im Grunde meine gottgegebene Fähigkeit ignorierte, Themen zu durchdenken, über sie zu beten und auf diese Weise konstruktive Lösungen zu finden.

Natürlich ist es nicht schlimm, die Meinungen anderer zu einem Thema zu hören. Doch ständig zu lesen, was andere online zu sagen hatten, bewirkte, dass ich frustriert statt besser informiert war. Da musste ich an diese Stelle in der Bibel denken (Philipper 4:8): „Was ... lieblich und wohllautend ist ..., darüber denkt nach!“ Und es stimmte: Wenn ich mich auf schöne und gute Dinge fokussierte, fühlte ich mich froher und besser, denn diese Dinge führten mich zu Lösungen, statt mich in einem Kreis aus Wut und Hilflosigkeit gefangen zu halten. Und es war ebenfalls wahr, dass vieles von dem, was ich in den sozialen Medien las, kein bisschen wohllautend war. Trotzdem fiel es mir schwer, mit dem Scrollen aufzuhören.

Als ich Gott im Gebet um Hilfe bat, meine Abhängigkeit von sozialen Medien zu überwinden, kam mir ein überraschendes Bild in den Sinn. Ich stellte mir einen vielfarbigen Sonnenuntergang am westlichen Himmel vor. Jemand stand vor diesem Sonnenuntergang, starrte aber nur auf den Boden vor sich, statt die Herrlichkeit um ihn herum zu sehen. Mir wurde klar, dass ich genau das tat, wenn ich scrollte. Wenn ich mich an dem menschlichen Drama beteiligte, das die anderen in dem Moment wütend oder besorgt machte, verpasste ich die Schönheit von Gottes Reich um mich her. Ich begriff, dass ich nicht länger versuchen musste, eine schlechte Gewohnheit abzulegen. Sobald ich besser verstand und mich damit beschäftigte, wie schön, herrlich und gut das Leben ist, wenn wir es aus Gottes Sicht betrachten, würde ich nichts mehr anziehend finden, was mich in die entgegengesetzte Richtung wies.

Diese Erkenntnisse halfen mir, erheblich weniger Zeit mit Scrollen zu verbringen. Es gibt immer noch Zeiten, in denen ich mehr Zeit am Handy verbringe, als nötig, doch ich war nie wieder in Versuchung, mir von sozialen Medien zeigen zu lassen, was ich denken soll.

Ja, als sich dann eine ganze Reihe beunruhigender Vorfälle in meiner Umgebung ereignete, konnte ich mich auf Gebet statt auf Scrollen fokussieren. Und diesmal kam mir eine sehr klare Frage in den Sinn: Wer hat die Macht, die Menschen oder Gott? Es kann uns besonders in Krisen so vorkommen, als hätten fehlerhafte Menschen Macht. Doch die Bibel sagt unmissverständlich, dass Gott die Quelle aller wahren Macht ist. Und das Gebet des Herrn verdeutlicht, dass Gott die Kraft und die Herrlichkeit hat – in Ewigkeit! Durch meine Gebete konnte ich erkennen, dass Gottes Allmacht in meiner Umgebung zutage treten musste.

Diese Ideen halfen mir, Frieden hinsichtlich der Situation zu fühlen, und es zeigte sich schon bald eine Lösung. Mich auf Gebet statt auf soziale Medien zu fokussieren hat außerdem dazu geführt, dass ich konkrete Schritte unternommen habe, denjenigen in meinem Umfeld zu helfen, die Hilfe brauchen.

Ich bin dankbar, klarer zu erkennen, wie schön, gut und bedeutungsvoll das Leben in Gott – und außerhalb meines Handys – ist.

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