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Original im Internet

„Freiheit von“ und „Freiheit zu“

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 3. August 2026


Was ist einfacher zu erlangen: die Freiheit von etwas oder die Freiheit zu etwas? Ist es leichter, frei von schlechten Dingen zu werden oder die Freiheit zu erlangen, gute Dinge zu haben und zu tun? Wenn man die Welt betrachtet, können „Freiheit von“ und „Freiheit zu“ beide schwer erreichbar sein. Politische Gesetze mögen Menschen zu einem Leben voll Ungerechtigkeit verurteilen, während materielle Gesetze sie an Krankheit und Verletzung ketten mögen. Und selbst wenn wir „Freiheit von“ etwas haben können – beispielsweise indem wir alle politischen Rechte der Welt haben und gleichzeitig wohlhabend und gesund sind –, gibt es menschlich gesehen keine Möglichkeit, eine unbegrenzte „Freiheit zu“ etwas zu haben.

Ein gutes Beispiel findet sich in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, deren 250-jähriges Bestehen in diesem Jahr gefeiert wird. Diese Erklärung forderte Freiheit von Tyrannei und bestand darauf, dass jeder Mensch das Recht auf Leben und Freiheit und das Streben nach Glück haben soll. Das Interessante bei Letzterem ist die Implikation, dass Glück etwas ist, das wir möglicherweise nicht bereits haben. Gott hat uns das Recht gegeben, nach Glück zu streben, besagt die Unabhängigkeitserklärung, doch niemand kann garantieren, dass wir es jetzt oder in Zukunft erlangen werden.

Hat Gott uns nur die Freiheit gegeben, etwas Gutes anzustreben, oder hat Er uns in Wirklichkeit bereits alles Gute gegeben? Ein knappes Jahrhundert nach der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung ging Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, weit über die Vorstellung hinaus, dass Gott Seinen Kindern einzig und allein die Freiheit gegeben hat, Glück anzustreben. Sie bestand darauf, dass Gott jeder und jedem von uns das Recht gegeben hat, Glück sowie Wahrheit und Gesundheit zu vermitteln (siehe Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 165).

Um etwas zu vermitteln, müssen wir es erst einmal selbst haben. Und Mrs. Eddy hat in der Tat gelehrt, dass wir in Wirklichkeit alles Gute besitzen. Diese Lehre gründete sich auf ihre Überzeugung, dass Gott die einzige Ursache und der einzige Schöpfer ist, die einzige Quelle, und dass Er gut ist. Es gibt keinen Platz für etwas, das nicht gut ist.

Ferner sagt sie klar und deutlich (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 311): „Gott ist Gemüt: Alles, was Gemüt, Gott, ist oder was Er gemacht hat, ist gut, und Er hat alles gemacht.“ Doch damit lässt sie es nicht bewenden. Sie fährt fort: „Daher ist das Böse nicht gemacht und ist nicht wirklich.“ Da Gott gut ist und alles erschaffen hat, haben wir die Freiheit von allem Bösen. Ebenso haben wir unbegrenzte Freiheit, das zu tun, was gut ist, jedoch nicht das Recht oder die Freiheit, Böses zu tun. Ja, die Aussage „Freiheit, Böses zu tun“ ist ein Widerspruch in sich. Böses zu tun ist nicht mit Freiheit verbunden, sondern Unterwerfung unter menschlichen Willen und die materiellen Gesetze der Begrenzung.

Mrs. Eddy zog ihre Schlüsse aus ihrem intensiven Bibelstudium, besonders aus den Worten und Werken von Christus Jesus. Jesus demonstrierte für uns, dass wir beide Arten wahrer, unbegrenzter Freiheit haben können. Er befreite unzählige Menschen von Sünde und Krankheit. Zwei Mal befreite er Tausende Menschen mit nur ein paar Broten und Fischen von zumindest vorübergehendem Hunger (siehe Matthäus 14:13–21 und 15:29–39). Und er gab uns Beispiele, die verdeutlichten, dass diese gottgegebene „Freiheit zu“ nicht auf das beschränkt ist, was eine materielle Gesetzgebung als möglich erachtet. Er wandelte dem Gravitationsgesetz zum Trotz auf dem Wasser (siehe Matthäus 14:22–33) und brachte sich und andere augenblicklich von einem Ort an einen anderen (siehe Johannes 6:16–21). Und er sagte uns, dass wir dasselbe tun können (siehe Johannes 14:12).

Das ist viel. Wir wandeln vielleicht jetzt nicht gerade auf Wasser, können aber mit viel kleineren Dingen beginnen. Die schlichte Tat, uns aus vollem Herzen Gott zuzuwenden, bewegt uns in die richtige Richtung. Wir tun dies, indem wir unsere Motive reinigen, ein wenig mehr lieben, ehrlich einschätzen, wie wir unseren Mitmenschen besser dienen können, und dann entsprechend handeln. Diese einfachen Dinge erhöhen unsere Empfänglichkeit für den Christus, die wahre Idee von Gott, und das hilft uns, unsere Freiheit vom Bösen zu erlangen, indem es uns unser wahres, geistiges Selbst zeigt – das, was Gott erschaffen hat. Dieses Selbst ist vollständig gut; es ist Gottes Bild und Gleichnis (siehe 1. Mose 1:26, 31). In dem Maße, wie wir danach streben, unser wachsendes Verständnis dieses wahren Selbst in unserem Leben in die Tat umzusetzen, sind wir fähig, Gottes Gegenwart und Macht zu erkennen und entsprechend zu handeln, und das führt zu Heilung.

Das Wichtige ist, sich bewusst zu sein, dass Gott uns dazu fähig gemacht hat. Die Wissenschaft unseres Seins besteht darin, dass Er uns „frei von“ und unbegrenzt „frei zu“ etwas erschaffen hat. Mrs. Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit (S. 260): „Die Wissenschaft offenbart die Möglichkeit, alles Gute zu erreichen, und führt die Sterblichen dazu, das zu entdecken, was Gott bereits getan hat.“ Wenn wir das Motiv haben, Gott und unseren Mitmenschen zu dienen, dann kann unsere Freiheit, das unendliche Gute zu erkennen, das Gott uns allen bereits verliehen hat, durch nichts begrenzt werden. Wir sind der Ausdruck Gottes, des Guten. Das ist die Wirklichkeit, der kein Mensch entrinnen kann. Sie anzuerkennen befähigt uns, entsprechend zu handeln sowie unsere uns innewohnende Freiheit zu entdecken und unter Beweis zu stellen.

Jesus versichert uns (Johannes 8:36): „Wenn euch nun der Sohn frei macht, dann seid ihr wirklich frei.“ Wenn wir Jesu Lehren in uns aufnehmen, lieben und in unsere Gedankengänge und Handlungen einfließen lassen, bewirken sie unsere ewige Freiheit – sowohl Freiheit vom Bösen als auch die Freiheit, das unendliche Gemüt und Leben sowie die unendliche Wahrheit und Liebe, die alle zusammen Gott sind, auf eigene, individuelle Weise zum Ausdruck zu bringen.

Lisa Rennie Sytsma
Chefredakteurin

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