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Original im Internet

FÜR JUNGE LEUTE

Berge der Verzweiflung versetzen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 14. September 2026


Wussten Sie, dass sich die Erde am Äquator mit einer Geschwindigkeit von knapp 1675 Kilometern pro Stunde um sich selbst dreht? Das ist schnell, aber um die Sonne dreht sie sich noch schneller, nämlich mit einer Geschwindigkeit von über 107.000 km/h! Wir haben nicht das Gefühl, uns zu bewegen, tun es aber.

Zu einer Zeit, als ich mich mental an einem dunklen Punkt gefangen gefühlt habe, weil ich Angst hatte bzw. dachte, dass es keinen Weg voran gab, haben mir diese Tatsachen sehr geholfen. Das war so:

Als ich längst erwachsen war, musste ich aus familiären Gründen Zeit bei einem Elternteil verbringen. Das sollte ursprünglich nur vorübergehend sein, doch am Ende war ich mehrere Jahre von meinem Zuhause entfernt. Ich konnte auch meinen Beruf als Theaterschauspielerin nicht ausüben. Es fühlte sich an, als ob mein Leben dauerhaft zum Stillstand gekommen war. 

Es fiel mir außerdem schwer zu beten, was ich sonst regelmäßig und oft getan hatte. Doch während eines verzweifelten Augenblicks, in dem ich mich gefangen und weit von Gott entfernt fühlte, musste ich daran denken, wie sich die Erde bewegt, und das hat mich erinnert, dass mehr passiert als wir wahrnehmen. Das, was sich in Wirklichkeit zuträgt, stimmt nicht immer mit dem überein, was ich denke, sehe oder fühle.

Ich dachte: „OK, es kommt mir so vor, als würde ich stillstehen, in einer Sackgasse feststecken und keinen Fortschritt machen, und das ist höchst unangenehm. Aber rein physisch bewege ich mich wahnsinnig schnell vorwärts, angetrieben von einer unsichtbaren Macht, die größer ist als ich, auch wenn die Sinne es nicht wahrnehmen können. Ich fühle nicht, wie das passiert, und muss es auch nicht bewirken. Die Forschungen und Berechnungen, die diese Tatsache belegen, stammen nicht von mir. Andere haben sie für mich erledigt, und ich vertraue darauf, dass ihre Angaben stimmen. Also stecke ich physisch nicht fest, sondern bewege mich voran.“

Diese Argumentation fand ich tröstlich. Und, was wichtiger war, sie sorgte dafür, dass ich in der Dunkelheit um mich her ein klein wenig Licht sehen konnte. Mein nächster Gedanke war: „Ich habe Glauben.“

Glaube war das, was mir meiner Meinung nach fehlte. Nicht blinder Glaube, sondern Gottvertrauen und Vertrauen auf Seine Rolle in meinem Leben. Das war wichtig, denn ich wusste aus meiner jahrelangen Beschäftigung mit der Bibel, dass auch nur das kleinste Verständnis dieser Tatsache alles verändern kann.

Ich musste an die machtvollen Worte und das überzeugende Beispiel von Christus Jesus denken, der seinen Nachfolgern versprach (Matthäus 17:20): „Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: ‚Bewege dich von hier dorthin!‘, und er wird sich wegbewegen; und nichts wird euch unmöglich sein.“ Wenn das nicht Bewegung ist!

Ich habe mich gefragt, ob ich Glauben an Gott habe wie ein Senfkorn – das ist ein sehr kleiner Same. Ja, das hatte ich ja gerade bestätigt.

Und gab es einen Berg, den ich gern versetzen würde? Ja, zwar keinen buchstäblichen, aber eine beachtliche, erdrückende mentale Blockade, einen Berg aus Verzweiflung und dem Gefühl, in einer Situation gefangen zu sein, über die ich keine Kontrolle hatte. Konnte mein Körnchen Glauben diesen Berg versetzen? Laut Jesus ja.

Ich wusste, ich konnte Gott vertrauen, den ich ebenfalls nicht mit den körperlichen Sinnen wahrnehmen kann, aber als immer-gegenwärtige Macht kenne. Mein vorheriges, auf Physik beruhendes Argument kam mir wieder in den Sinn, doch diesmal dachte ich von einem geistigen Standpunkt darüber nach: „Nach meiner Wahrnehmung stehe ich still, sitze in einer Sackgasse fest und mache keinen Fortschritt, und das ist sehr unangenehm. Aber nach dem, was Jesus und seine Jünger über Gott bewiesen haben, kann ich bestätigen, dass ich vollständig frei bin und mich über Berge der Verzweiflung hinwegsetze, weil Gott, die einzige Macht, mich voranbringt. Ich spüre vielleicht nicht, wie das passiert, und muss es auch nicht bewirken. Ich werde mühelos von Gottes sich entfaltender Führung mitgetragen, ob ich es merke und glaube oder nicht. Ich bin nicht die Erste, die diese geistige Tatsache unter Beweis stellt. Viele haben es vor mir getan, besonders Jesus, und ich habe (ein Senfkorn an) Glauben, dass seine Lehren wahr sind. Ich stecke nicht fest, sondern bewege mich voran.“

Ich fühlte Erleichterung und Frieden bei dem Gedanken, dass Gott, der vollständig gut ist, für das zuständig ist, was ich erlebe. Die Umstände hatten sich nicht geändert, aber mein Denken schon. Ich wusste, dass alles in Ordnung sein würde – und es bereits war. Die Verzweiflung war verschwunden.

Heute schreibe ich diesen Artikel in meinem eigenen Zuhause, wo ich glücklich wieder mit meinem Mann zusammenlebe.

Und neulich erhielt ich einen unerwarteten Anruf. Nach meinen vielen Jahren der Abwesenheit wurde ich von einer Theatertruppe eingeladen, eine große Rolle in einem Stück von Shakespeare zu übernehmen.

Gegen Ende des Stücks sagt meine Figur zu einem verzweifelten König: „Ihr müsst den Glauben wecken.“ In dieser Geschichte lösen sich für den König Berge von Unglück und Jahre der Trauer auf.

Ob in einem Schauspiel oder im Drama des Alltags, ein Glaube von der Größe eines Senfkorns kann einen großen Unterschied ausmachen, und er tut das auch.

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