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Original im Internet

Ich kann es nicht glauben!

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 13. August 2026


Manche Dinge, die wir in den Nachrichten lesen oder selbst erleben, mögen uns zu den Worten verleiten: „Ich kann es nicht glauben!“ Im Allgemeinen bringen wir damit unseren Frust zum Ausdruck. Liegt diesen Worten jedoch ein anderer Gedanke zugrunde – einer, der auf geistiger Autorität beruht –, dann drücken sie etwas völlig anderes aus. Sie werden zu einem Gebet der Bestätigung, dass das, was wir sehen, nicht die Wirklichkeit ist, die sie zu sein scheint, sondern ein vorübergehender Glaube an eine sterbliche oder materielle Existenz, die dem Licht der Allheit bzw. der Wirklichkeit Gottes, des Geistes, nicht standhält.

Das soll nicht heißen, dass die einfache Weigerung, Dinge zu glauben, von denen wir nicht wollen, dass sie wahr sind, ein Gebet sind. Vielmehr geht es beim Beten darum, die Wahrheit zu erkennen, dass Gott, unser Schöpfer, existiert und gut ist –unendlich gut. Das ist eine Wahrheit, die Jesus durch sein einzigartiges Leben und seine vielen Heilungen bewiesen hat. Die Übel, von Krankheit über Sünde bis hin zum Tod, wichen vor dem Christus, der geistigen Idee von Gott, die Jesus kannte und liebte und vollständig verkörperte. Seine vielen Heilungen bewiesen, dass das, was nicht gut ist, nicht von Gott kommt und daher ein vorübergehender Glaube und nicht die feststehende Tatsache ist, die es zu sein scheint. Und seine Fähigkeit zu heilen illustrierte die in uns allen enthaltene Fähigkeit, Gott, das Gute, als die universale Wirklichkeit zu erkennen.

Selbst ein schockiertes „Ich kann es nicht glauben!“ weist auf diesen geistigen Sinn hin. Es zeigt, dass wir Gutes in unserem Leben erwarten und instinktiv alles ablehnen, was dieser Erwartung entgegensteht. Diese Ablehnung der Missstände, die wir sehen und hören, ist in der Wahrheit verwurzelt, dass Gott nichts erschafft, das Ihm unähnlich ist, also kennt Er nichts anderes als das Gute. Und in unserer wahren, geistigen Identität als Gottes Ebenbild bzw. Widerspiegelung tun wir das auch nicht.

Wenn wir also Dinge sehen oder erleben, die Gottes Fürsorge, Harmonie, Integrität usw. nicht zum Ausdruck bringen, können wir in der Tat im Gebet bestätigen, dass wir es nicht glauben können. Das heißt, dass wir als die geistigen Nachkommen Gottes, des Geistes, nicht auch nur einen Augenblick dazu verleitet werden können, etwas als wirklich anzuerkennen, das das unendliche Gute des Alles-in-allem leugnet. Was wir auch sehen oder fühlen mögen, wir können uns auf die Seite der göttlichen Wissenschaft, der Wahrheit, stellen – auf die Seite des Denkens, das Gott widerspiegelt. Wir können uns weigern, der Vorstellung zu folgen, dass es etwas anderes als die Allgegenwart, Allmacht und Alltätigkeit des unendlichen Guten gibt, dessen wir uns bewusst sein müssen.

Diese geistige Argumentation schwimmt gegen den Strom menschlicher Überzeugungen. Doch Mary Baker Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 130): „Wenn das Denken durch den starken Anspruch der Wissenschaft auf die Oberhoheit Gottes oder der Wahrheit aufgeschreckt ist und die Oberhoheit des Guten anzweifelt, sollten wir dann nicht vielmehr über die heftigen Ansprüche des Bösen staunen und sie anzweifeln und nicht länger meinen, dass es natürlich sei, Sünde zu lieben, und unnatürlich, von ihr zu lassen – uns nicht länger einbilden, das Böse sei immer-gegenwärtig und das Gute abwesend?“

In diesem Buch, dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, führt Mrs. Eddy diese heftigen Ansprüche des Bösen auf eine Mentalität zurück, der es an Liebe, Ehrlichkeit und Integrität mangelt – eine angenommene Fälschung des unsterblichen Gemüts, Gottes, die sterbliches Gemüt genannt wird. Doch wir müssen uns nicht von der Behauptung vereinnahmen lassen, dieses sogenannte Gemüt existiere und könne uns zu verletzenden Worten und Taten anstiften. Solch eine Behauptung würde das Unanfechtbare anfechten – die Allheit des einen Gemüts und die Universalität seiner all-harmonischen Tätigkeit. Wir lesen dazu in Wissenschaft und Gesundheit (S. 563): „Die menschliche Auffassung mag sich wohl über Disharmonie wundern, während für die göttlichere Auffassung Harmonie das Wirkliche und Disharmonie das Unwirkliche ist.“

Durch Kommunion mit Gott im Gebet und in geistigem Studium erwachen wir zu dieser geistigen Wahrnehmung, die Jesus so beständig motiviert hat. Dadurch werden wir möglicherweise zuerst erkennen, dass die Übel des Lebens, wie Krankheit, Angst, Hass und Ungerechtigkeit, Überzeugungen sind, die sich auf eine materielle Sicht gründen. Doch wenn wir ein klareres Verständnis von dem erlangen, was wirklich ist und was nicht, erkennen wir, dass diese Überzeugungen selbst ohne jede Basis sind. Diese Erkenntnis ist Gottes heilendes Licht, das uns aus dem Getümmel heraushält – aus konkurrierenden, um unsere Aufmerksamkeit buhlenden Konzepten von dem, was wahr ist – und uns befähigt, den Frieden des Gemüts zu erlangen. Mit diesem Blickpunkt kommen uns Gedanken, die jede Resignation, was das Falsche angeht, durch die Inspiration ersetzen, aus der korrekte Lösungen erwachsen. Wir erlangen Heilungen für uns selbst und richten ein Licht auf das, was geistig wahr für andere, ja, für die ganze Welt ist.

Im Modus rein menschlicher Reaktionen zu verweilen verhüllt diese heilende Macht, denn dieses Verweilen kommt dem Akzeptieren einer Wirklichkeit des Unwirklichen gleich – und den Blick einfach abzuwenden hat denselben Effekt. Wir müssen uns und andere von dem falschen Glauben an eine von Gott getrennte Macht befreien, indem wir unsere Ängste und Zweifel der Überzeugung von der sanften Kontrolle des Gemüts unterwerfen. Damit helfen wir, in uns und anderen die richtige Einstellung und das richtige Verhalten hervorzubringen.

Wenn wir also über persönliche, lokale oder globale Vorfälle verzweifelt sind, lassen Sie uns mit dem Gedanken „Ich kann es nicht glauben!“ reagieren, der es tatsächlich nicht glaubt. Lassen Sie uns geistig, liebevoll und dankbar akzeptieren, dass wir die Widerspiegelung von Gemüt sind, das nie etwas glauben muss, weil es immer weiß. Und das, was dieses Gemüt weiß, ist der immer aktive, stetig liebende, rein geistige Ausdruck von Gottes Liebe, die das Universum durchströmt, das Er erschafft und bewahrt.

Dann können wir sogar – oder besonders – in schwierigen Umständen unseren geistigen Standpunkt einnehmen, in der Erwartung, dass dies heilende Auswirkungen haben wird. Wir können stetig akzeptieren, dass Gott und das Gute, das Er weiß, unsere gegenwärtige und dauerhafte Wirklichkeit und die aller anderen Menschen sind.

Tony Lobl
Geschäftsführender Chefredakteur

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