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Original im Internet

Die Regeln des Verständnisses und Heilens

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 13. August 2026


Im Frühling fangen einige Vogelarten an, ihr Revier zu verteidigen. Sie meinen, ihr Spiegelbild im Fenster sei ein anderer Vogel, sehen darin einen Rivalen und greifen ihn an. Doch sie greifen nur ihr eigenes Spiegelbild an – einen Phantomrivalen. Dieser „Rivale“ existiert gar nicht; der Vogel meint es nur.

Es könnte lohnenswert sein, sich zu fragen: „Habe ich einen Phantomfeind oder eine Scheinbedrohung – eine irrige Überzeugung, eine Illusion, etwas, das ich in meinem Leben für wirklich halte, obwohl es nicht wirklich ist?“ Wenn ja, würden wir dann nicht eine Heilung erleben, wenn wir von dieser irrigen Überzeugung erwachen und die Wirklichkeit wahrnehmen, nämlich unsere vollkommene Beziehung zu Gott?

Die Christliche Wissenschaft lehrt, dass Gott, das unendliche Gute, den Menschen mithilfe des göttlichen Gesetzes in vollkommener Harmonie mit Sich selbst hält. Gottes allmächtige Gegenwart füllt allen Raum, und somit haben Sünde, Krankheit und Disharmonie keinen Platz. Wenn sie anwesend zu sein scheinen, können wir diese Phantome bzw. Illusionen als solche durchschauen, indem wir ein klareres Verständnis von Gottes ewig guter, ewig mächtiger Gegenwart erlangen, die sich in jeder und jedem von uns zum Ausdruck bringt.

Die Grundlage der Herangehensweise von Christlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an das Heilen findet sich in der Bibel und in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy. Mrs. Eddy erklärt, dass der große Wert ihres Lehrbuchs unter anderem darin liegt, dass es „die ersten Regeln für die Demonstration dieser Wissenschaft“ geliefert hat. Und sie sagt, dass „dieses Buch für Lehrer und Schüler, für Heiler und Patient mehr getan hat, als andere Bücher je vollbracht haben“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 456–457). Somit kann unsere Tätigkeit als Heilerinnen und Heiler auf sehr praktische Weise begonnen werden, indem wir die in diesen beiden Büchern enthaltenen Regeln befolgen. Diese Bücher stellen gemeinsam den Pastor der Christlichen Wissenschaft dar, und er steht rund um die Uhr zur Verfügung. In ihm finden wir die Regeln, die wir befolgen müssen, um das Denken auf Gott, das Gute, zu richten und das geistige Verständnis zu erlangen, das Heilung bewirkt.

Eine solche Regel in Wissenschaft und Gesundheit lautet (S. 275): „Um die Wirklichkeit und Ordnung des Seins in ihrer Wissenschaft zu erfassen, musst du damit anfangen, Gott als das göttliche Prinzip von allem anzusehen, was wirklich besteht.“

Um geistige Wirklichkeit verstehen zu können, müssen wir mit unserem Vater-Mutter-Gott, dem göttlichen Prinzip, beginnen, der uns erschafft, aufrechterhält und versorgt. Wenn wir von Prinzip ausgehen, erkennen wir die absolute Untrennbarkeit von Gott und Mensch. Ein Verständnis dieser Ordnung des Seins – Gott als die eine große Ursache und der Mensch als Seine Auswirkung – befähigt uns, die natürliche Vollkommenheit des Menschen geistig anzuerkennen. Und dieses Verständnis leugnet automatisch Unvollkommenheit. Wenn wir im Gegensatz zum erwähnten Vogel verstehen, dass ein Feind nichts als ein Phantom, eine falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit und niemals eine Tatsache des Seins ist, erkennen wir, dass er kein wirkliches Wesen ist, das uns angreifen und zerstören kann.

Wissenschaftlich geistiges Verständnis zu suchen und zu erlangen offenbart die geistige Wirklichkeit. Dies führt ganz natürlich zu Demonstration – zu Heilung. Missverständnisse von dem, was die Wirklichkeit ist, werden ausgeräumt, wenn wir die Wirklichkeit von Gottes Schöpfung erkennen. Jede falsche Wahrnehmung dessen, was der Mensch wahrhaft ist, kann zerstört werden, denn sie war nie zutreffend. 

Die Bibel enthält folgende Regel von Paulus dafür, wie man Heilungen vollbringt (1. Korinther 6:19): „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ Dieser Satz weist auf die Wirklichkeit hin, dass der wahre Körper des Menschen, der Widerspiegelung Gottes, heilig und rein ist. Das Gesetz Gottes, der Heilige Geist, wirkt im und durch den Menschen und regiert jede Funktion und Tätigkeit des Körpers. Dieses göttliche Gesetz, dieser Heilige Geist, befindet sich im Bewusstsein eines jeden Menschen, und es gibt kein anderes Gesetz, das regiert. Das vermittelt ein klares Verständnis der geistigen Tatsache, dass der Körper wahrlich der Tempel des göttlichen Gesetzes ist.

Man könnte es folgendermaßen umformulieren: „Seid euch bewusst, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist“, wodurch es zu einer Regel wird, wie man die wissenschaftliche Tatsache erkennt oder versteht, dass unser wahrer Körper Gott gehört, da wir Gottes Bild und Gleichnis sind. Gott sorgt dafür, dass er – wie alles, was Ihn zum Ausdruck bringt – rein, unschuldig und unverfälscht ist. Jedes Missverständnis über den Körper oder Gottes Ebenbild wird ausgeräumt, wenn wir das wahre Verständnis vom Menschen als Gottes unmittelbarem Ausdruck erlangen.

Eine weitere Regel findet sich bei Jesaja (28:10): „Denn es ist Gebot auf Gebot, Gebot auf Gebot, Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, hier ein wenig, da ein wenig“ (Elberfelder Bibel 1871). Ich empfinde diese Regel als tröstlich bei dem Gebet, einen tiefen Einblick in die Beziehung des Menschen zu Gott zu erlangen. Sie lehrt uns zwei Dinge: 1. geduldig mit uns selbst zu sein und 2. die Regeln der Wissenschaft korrekt – in Übereinstimmung mit dem göttlichen Prinzip – zu erlernen und zu praktizieren, ob wir in unserem geistigen Verständnis schnell oder langsam vorangehen.

Die Regeln der Bibel und in den Schriften unserer Führerin zu erlernen und zu praktizieren leitet uns vom Sinn zur Seele, vom Glauben an ein Leben in der Materie zu Gesundheit, Glückseligkeit und Harmonie in Gott.

Einer unserer Hunde wurde unlängst von einem Auto angefahren, wodurch er einen Knochenbruch am Zeh erlitt. Kurz davor war er offenbar in einen Kampf mit einem uns unbekannten Tier geraten und hatte üble Bisswunden davongetragen, die stark bluteten. Als sei das nicht genug, hatte er plötzlich schlimme Verdauungsstörungen. Es sah übel für ihn aus.

Meine Familie hat im Verlauf der Jahre viele schöne Heilungen bei Tieren miterlebt, daher war es selbstverständlich für uns, auch in diesem Fall die Christliche Wissenschaft in Anspruch zu nehmen. Als ich für diesen geliebten Hund betete, wandte ich mich an Gott, um die Beziehung unseres Hundes zu Ihm besser zu verstehen. Da der Hund zu Gottes Schöpfung gehört, wusste ich, dass kein Unfall seine geistige Vollkommenheit in Gott berühren kann. Und ich verstand geistig, dass das Tier, das ihn gebissen hatte, in Wirklichkeit auch eine Idee bzw. Schöpfung Gottes war und dass eine Idee Gottes einer anderen keinen Schaden zufügen kann. Außerdem bekräftigte und bestätigte ich, dass die natürlichen Funktionen unseres Hundes von Gott regiert, aufrechterhalten und versorgt werden.

Ich betete in dieser Weise, und der Hund war innerhalb von fünf oder sechs Tagen vollständig geheilt. Er hatte wieder Energie, fraß gut, rannte herum und zog an der Leine! Eine Woche später ging ich mit ihm zum Tierarzt, um ihn wie vorgeschrieben impfen zu lassen. Es war nicht nötig, die Probleme der Vorwoche anzusprechen, da es dem Hund gut ging und er gesund war. Doch dem Tierarzt fiel bei der Untersuchung auf, wie perfekt gerade und gesund der Zeh und die Pfote waren. Er sprach ferner die Bisswunden an und sagte, dass alles in Ordnung sei, was immer der Hund auch erlebt haben mochte. Auch die Verdauungsstörungen waren vollständig verschwunden, und unser Hund fraß wieder wie immer.

David schreibt in Psalm 119:73: „Deine Hand hat mich gemacht und bereitet; unterweise mich, damit ich deine Gebote lerne.“ Dies zu verstehen und zur „Grundlage des Denkens und der Demonstration“ zu machen, ist eine Grundlage für das Praktizieren der Christlichen Wissenschaft. Wie Mrs. Eddy schreibt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 259): „Das christusgleiche Verständnis vom wissenschaftlichen Sein und vom göttlichen Heilen umfasst als Grundlage des Denkens und der Demonstration ein vollkommenes Prinzip und eine vollkommene Idee – einen vollkommenen Gott und einen vollkommenen Menschen.“ Was auch immer das Phantom bzw. die irrige Überzeugung zu sein scheint, wir können die Falschheit der Behauptung einer Trennung von Gott, dem Guten, durchschauen und unsere natürliche, gottgegebene Vollkommenheit und Vollständigkeit geistig erkennen. Die überall im Pastor der Christlichen Wissenschaft enthaltenen Regeln helfen und heilen uns.

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