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Original im Internet

Kindererziehung als geistige Tätigkeit

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 17. August 2026


Viele sagen, dass Kindererziehung einem Spiegel gleichkommt, denn unsere Kinder reflektieren nicht nur unsere eigenen Hoffnungen und Freuden, sondern auch unsere Schwächen. Wenn unser Kind sich gut verhält, fühlen wir uns erfolgreich und gut. Benimmt sich unser Kind jedoch nicht oder versagt es in irgendetwas, fühlen wir uns schlecht. Dieses heftige Auf und Ab im Einklang mit den Erfolgen und Misserfolgen eines Kindes kann dazu führen, dass Eltern erschöpft sind und ständig nur reagieren, statt gelassen und geduldig zu sein.

Doch durch die Christliche Wissenschaft lernen wir zunehmend, uns von äußeren Umständen nicht bedrängen und beeinflussen zu lassen. Wenn wir uns darauf berufen, wie Gott sich mütterlich und väterlich um Seine Kinder kümmert, erkennen wir, dass wir ein Problem nicht einfach aushalten und uns auch nicht emotional zusammennehmen müssen, was unsere Kinder angeht. Stattdessen können wir den Frieden fühlen, der auf dem Verständnis beruht, was unsere geistige Identität und die unseres Kindes ausmacht. Das bedeutet zu wissen, was jeweils göttlich wahr ist über die Eltern und die Kinder als Gottes vollständig geistiger Ausdruck. Dies verankert das Denken in dem Leben, das Gott ist – vollständig gut. Mit dieser Verankerung sind Ruhe und Gelassenheit bei der Kindererziehung nicht mehr vom Verhalten des Kindes oder dem Können der Eltern abhängig, sondern beruhen auf der immer gegenwärtigen Mütterlichkeit und Väterlichkeit Gottes allen Menschen gegenüber.

In der Bibel (Philipper 2:13) werden wir direkt zum Kern dieser Sache geführt: „Denn Gott ist es, der beides in euch wirkt, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ Das bezieht sich gleichermaßen auf Eltern und Kinder.

Da Liebe, Gott, immer „in uns wirkt“, können wir bestätigen, dass wir diese göttliche Kraft vollständig widerspiegeln. Und wir sind als Eltern nie wirklich auf uns gestellt – ob wir danach streben, unser Bestes zu geben, oder Zeiten bereuen, in denen wir das Ziel verfehlt haben. Gott gibt uns immer Seinen elterlichen Beistand; die Liebe selbst ist tätig und „inspiriert, erleuchtet, bestimmt und führt den Weg“ (Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 454). Wenn wir uns von Liebe führen lassen, löst sich die Intensität bzw. Unsicherheit, die so oft behauptet, ein regelmäßiger Begleiter der Eltern-Kind-Beziehung zu sein, auf, und wir erkennen, dass unsere Aufgabe als Eltern nicht darin liegt, unsere Kinder zu formen oder zu kontrollieren, sondern die Entfaltung des göttlich Guten in unserem Leben und dem unserer Kinder zu bezeugen und zu unterstützen.

Als ich erfuhr, dass ich schwanger war, empfand ich Freude, aber auch die Belastung einer persönlichen Verantwortung. Doch als ich mich augenblicklich Gottes Urheberschaft und nicht meiner eigenen zuwandte, fühlte ich mich gut vorbereitet – und friedvoll. Diese Gebete haben sich fortgesetzt, während meine Kinder aufgewachsen sind, und helfen uns allen, aus den schweren Augenblicken zu lernen.

Alle Kinder haben eine direkte Verbindung zu Gott, dem göttlichen Prinzip, der Quelle ihrer Intelligenz, ihrer Güte und ihres Wachstums. Wenn wir unseren Blick auf Prinzip statt auf den persönlichen Sinn richten, um Führung zu erlangen, lassen wir das emotionale Auf und Ab hinter uns, das durch den Willen oder den Wunsch hervorgerufen wird, Kontrolle zu erlangen, und stellen fest, dass stattdessen stetige Ruhe und echte Freude einsetzen.

Die Geschichte von Hagar in 1. Mose 21 in der Bibel ist hier interessant. Hagar kam in einer sehr gefährlichen Situation in der Wüste an einen Punkt, an dem sie nicht mehr weiterwusste; sie dachte, dass es keine Möglichkeit gab, ihrem Kind zu helfen. Wir lesen in Vers 17: „Da erhörte Gott die Stimme des Jungen. Und der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: ‚Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat die Stimme des Jungen erhört, dort, wo er liegt.‘“

Während sie sich absolut unfähig fühlte, das bereitzustellen, was benötigt wurde, sorgte Gott bereits für ihr Kind, und Hagar bekam ebenfalls etwas ab. Und als ihr geistiges Verständnis der Dinge wuchs und sie Gottes Gegenwart wahrnahm, erkannte sie die praktische Lösung (in diesem Fall eine Wasserquelle). Gebet, das Gott auf jedem Schritt voran als Regierenden anerkennt, entspannt uns so weit, dass wir nicht verzweifelt auf die Umstände reagieren – nicht, weil es uns egal ist, sondern weil wir auf die Führung des göttlichen Gemüts vertrauen. Solch geistige Führung bringt Lösungen hervor, die wir selbst nicht bereitstellen könnten und die uns nicht einmal einfallen würden.

Wir verstehen die Mütterlichkeit und Väterlichkeit Gottes uns allen gegenüber und wehren uns gegen die Vorstellung, dass eine Familie nur durch biologische Verbindungen definiert wird. Wir nehmen vielfach an, dass unsere Kinder nur über uns Zugang zu Gott finden, und meinen, dass unser Erfolg als Eltern davon abhängt, wie erfolgreich unsere Kinder als Erwachsene sind. Doch die Christliche Wissenschaft offenbart, dass Gott Alles ist, dass jedes Kind eine beständige, direkte, unzerreißbare Verbindung zur göttlichen Liebe hat und dass Kinder durch geistigen Sinn Christus, Wahrheit, selbst hören und Gottes Botschaften des Guten wahrnehmen.

Geistiger Sinn erkennt, dass das, was wie eine Verzögerung, ein Kampf oder ein Rückschritt aussieht, nur die menschliche Sicht der Dinge ist, die noch nicht erkannt hat, was in Geist bereits wahr ist, nämlich die Harmonie eines jeden Menschen als Schöpfung Gottes. Wenn ein Kind (oder sonst jemand) uns provoziert, hilft uns unsere Hingabe an die geistige Praxis, humorvoll und ausgeglichen zu reagieren.

Als meine Kinder klein waren, habe ich mir oft eine Auszeit genommen, um geistig zur Ruhe zu kommen, wenn sich nicht gut benahmen. Ich sagte ihnen dann: „Ich gehe jetzt einen Moment ins andere Zimmer, um mich daran zu erinnern, dass ihr ein Segen seid.“ Ich achtete darauf, dass ihnen nichts zustoßen konnte, und nahm mir ein paar Minuten Zeit, um innezuhalten und zu beten, statt zu reagieren.

Immer wenn ich in Zeiten des Stresses oder Streits die Geistesgegenwart dazu hatte, konnte ich mich durch diese Pause Christus, der wahren Idee von Gott, zuwenden und Liebe die Führung überlassen. Das machte dann vielfach den Wendepunkt aus, sodass meine Kinder und ich wieder am selben Strang zogen, statt Kontrahenten zu sein, und falsche Sichtweisen von uns selbst und dem Verhalten, das damit einherging, ablegten.

Die Christliche Wissenschaft lädt uns ein, uns nicht von der Oberfläche der Dinge blenden zu lassen, ob es um die Unsicherheit oder den Trotz von Kindern oder Jugendlichen oder um ungenügende Fähigkeiten der Eltern geht, und zu fragen: Wie können wir hier und jetzt Gott spüren und verstehen? Wir mögen dazu aufgerufen sein, Unschuld, Intelligenz oder Selbstregierung – Gottes Güte statt Biologie, Psychologie oder Sterblichkeit – als den wahren Einfluss auf unsere Kinder anzuerkennen. Dann erlangen wir geistige Gelassenheit und fühlen, wie die Macht der Wahrheit gute, liebevolle Familienbeziehungen wiederherstellt. Und das segnet unsere Kinder und uns gleichermaßen.

Larissa Snorek
Stellvertretende Chefredakteurin

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