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Original im Internet

Für uns selbst beten ist nicht selbstsüchtig

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 31. August 2026


Auf die Frage, ob man für sich selbst beten soll, sagte Mary Baker Eddy zu einer Schülerin: „Je mehr Sie für sich selbst beten, desto weniger müssen Sie für Ihre Patienten beten.“ Und als die Schülerin nachhakte, wie lange sie das tun sollte, war die Antwort: „Drei Stunden!“ (siehe We Knew Mary Baker Eddy, Expanded Edition, Vol. I [Wir kannten Mary Baker Eddy, Erweiterte Ausgabe, Bd. 1], S. 456).

Viele von uns mögen meinen, keine drei Stunden zu haben, um für uns selbst zu beten. Es kann schwer genug sein, für die uns Nahestehenden und die Weltereignisse zu beten, und so mag das Gebet für uns selbst nicht sehr hoch oben auf unserer Liste stehen. Zwar ermutigte Mrs. Eddy Christliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, täglich für sich selbst zu beten, aber sie gab normalerweise keine konkrete Dauer vor. Und doch muss der Geist ihrer Worte Vorrang haben für alle, die geistig wachsen möchten.

Es gibt den Spruch: „Was einer nicht hat, das kann er auch nicht geben.“ Es gibt viele Beispiele für Propheten in biblischen Zeiten, die innehielten, um für sich selbst zu beten – nicht, um sich von Arbeit abzuwenden, sondern um dafür aufzutanken. Wenn wir ihrem Beispiel folgen, hat Gebet für uns selbst nichts mit Ich-Bezogenheit zu tun. Es stärkt uns dafür, noch mehr beizutragen. Wenn wir uns ausgelaugt fühlen – zu müde oder überwältigt, um zu wissen, wo wir überhaupt anfangen sollen –, sind das genau die Augenblicke, in denen wir innehalten, mental einen Schritt zurückgehen und Gottes Gegenwart fühlen können, die uns erneuert und stärkt.

Einer der wichtigsten Wege, Gott in der Christlichen Wissenschaft zu verstehen, ist als reine, unerschütterliche göttliche Liebe. Da Gott Liebe ist, bringt der Mensch als der Nachkomme und die Widerspiegelung der Liebe Fürsorge, Mitgefühl und geistige Einheit zum Ausdruck. Wenn wir diese Eigenschaften für uns selbst im Gebet bestätigen, weisen wir damit Selbstzweifel, Selbstverdammung und die innere Kritik zurück, die sich auf Schwächen und Fehler fixiert oder infrage stellt, ob wir des Guten überhaupt würdig sind.

Die Christliche Wissenschaft identifiziert diese Dinge als Denkfehler, und wenn wir ihnen Aufmerksamkeit schenken – beispielsweise in dem Bemühen, etwas an uns „in Ordnung zu bringen“ –, verleihen wir ihnen eine Macht, die ihnen nicht zukommt. Stattdessen können wir Gott als Wahrheit und Liebe und unsere Identität als Ausdruck Gottes erkennen, und das offenbart unser geistiges Gleichgewicht und schenkt unserem Denken und Handeln Klarheit. Fehler werden durch ein klares Verständnis unserer geistigen Natur ersetzt, die alles Gute von Gott widerspiegelt. Wir handeln aus Ruhe heraus und nicht, weil wir gedrängt werden.

Wenn wir für uns selbst beten, sind wir in Harmonie mit dem, was Gott beständig tut, denn Er „bringt im Menschen die unendliche Idee zum Ausdruck, die sich unaufhörlich entwickelt, sich erweitert und von einer grenzenlosen Basis aus höher und höher steigt“ (Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 258). Reine, vollkommene Ideen werden beständig „vom göttlichen Gemüt durch die göttliche Wissenschaft übertragen, die Irrtum mit Wahrheit berichtigt und geistige Gedanken, göttliche Begriffe, fordert, damit sie harmonische Ergebnisse hervorbringen mögen“ (ebd., S. 259). Gebet, das unser Verständnis von uns selbst als Ausdruck Gottes und von Gott als absolute Wahrheit und Liebe vertieft, offenbart die ewige Wirklichkeit des Menschen. Es zeigt den Menschen als ein vollständig geistiges Wesen, das keiner Verbesserung bedarf. Und dieses Praktizieren christlichen Gebets berührt und segnet andere.

Das Beispiel von Debora in der Bibel, die sowohl Richterin als auch Prophetin war, macht dies deutlich (siehe Richter 4). Ihr feines Gespür kam dadurch, dass sie auf Gott lauschte. Die Bibel gibt keine ausführlichen Gebete von ihr wieder (schreibt ihr allerdings ein schönes Lied der Dankbarkeit Gott gegenüber zu), aber Deboras prophetische Klarheit offenbart ihre Hingabe an Gott.

Sie handelte nicht überstürzt und traf auch keine impulsiven Entscheidungen. Sie befolgte die Anweisungen, die sie durch ihre Einheit mit der göttlichen Liebe erhielt. Sie sprach mit der Autorität ihrer Erkenntnis und führte andere aufgrund einer inneren geistigen Kraft und nicht aus persönlichem Willen. Zu einer Zeit nationalen Aufruhrs und großer Furcht wurden Deboras inspirierte Sichtweise und Führung eine Zuflucht für andere. Ihre Hingabe an Gebet machte deutlich, wie weise, stetige Führung in chaotischen Situationen möglich ist.

Es mag nicht unbedingt so wichtig sein, wie wir unsere Gebete genau formulieren; wichtig ist, dass wir uns die Zeit nehmen, Zwiesprache mit Gott zu halten und unsere rein geistige Natur und unsere Einheit mit der göttlichen Liebe zu verstehen und zu fühlen. Das nicht zu tun ist, wie kein Wasser mehr zu trinken. Wir fangen an, uns geistig ausgetrocknet zu fühlen. Doch wenn wir täglich beten, nimmt das göttlich Gute mehr Platz in unserem Denken ein, und die Ängste, Sorgen und Belastungen, die wir fühlen mögen, nehmen ab. Wir fangen an, klarer zu erkennen, dass auf Sterblichkeit beruhende Konzepte vom Leben falsch und ohne Bestand sind. Sie werden in dem Maße abgelegt, wie der Christus, der Einfluss des Göttlichen im menschlichen Bewusstsein, unser Denken mit dem Frieden der Autorität der Liebe füllt. Und der Friede, den wir fühlen, verbreitet sich über uns hinaus und trägt zu mehr Frieden auf der Welt bei.

Mary Baker Eddy schrieb 1899 an eine Schülerin: „Beginnen Sie mit sich selbst ...; arbeiten Sie für Ihre eigene Heiligung, Spiritualität, Gesundheit, Heiligkeit. Ich stelle fest, dass in dem Maße, wie ich dies für mich selbst tue, die ganze Welt es fühlt“ (Mary Baker Eddy: Christliche Heilerin, erweiterte Ausgabe, S. 240). Wenn wir mehr an die geistige Kraft als an materiellen Widerstand glauben, werden wir uns gut und geistig genährt fühlen. Und wir können wirksamer helfen – und heilen.

Larissa Snorek
Stellvertretende Chefredakteurin

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