Im vergangenen Sommer war ich mit meinen drei Kindern mit dem Auto auf Reisen. Wir hatten an einem Abend ein Lagerfeuer mit Freunden gemacht, und obwohl wir langärmelige Oberteile und lange Hosen trugen, hatte unsere fünfjährige Tochter viele Insektenstiche an den Knöcheln. Sie wachte mitten in der Nacht in großer Not auf, schrie und kratzte sich.
Meine Bemühungen, hörbar zu beten, um sie mit Liedern und der Versicherung von Gottes Liebe zu beruhigen, schienen vollständig ins Leere zu gehen. Und dann kam mir eine Zeile aus Mary Baker Eddys Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift in den Sinn: „Der Wind hatte sich nicht verändert, aber ihr Denken über ihn ...“ Dieser Satz stammt aus einem Bericht der Autorin, die einer lungenkranken Frau eine christlich-wissenschaftliche Behandlung gegeben hatte. Bei der Frau traten immer Atembeschwerden auf, wenn der Wind aus dem Osten kam. Mrs. Eddy hatte neben der Frau gesessen und ein paar Minuten still für sie gebetet, wodurch die Frau geheilt worden war.
Der vollständige Satz und die restliche Stelle lauten (S. 184–185): „Der Wind hatte sich nicht verändert, aber ihr Denken über ihn, und so waren ihre Atembeschwerden verschwunden. Der Wind hatte die Schwierigkeit nicht verursacht. Meine metaphysische Behandlung veränderte die Wirkung ihrer Auffassung auf die Lungen und sie litt nie wieder unter Ostwind, sondern ihre Gesundheit war wiederhergestellt.“
Wie hatte sich das Denken der Frau geändert, wenn jemand nur still für sie gebetet hatte? Und wie konnte meine weinende kleine Tochter Gott hören, wenn es mir unmöglich gewesen war, sie mit Singen und hörbarem Beten zu beruhigen?
Wir lernen in der Christlichen Wissenschaft, dass Gebet die Gelegenheit ist, auf Gottes Botschaft zu lauschen, die die Allheit, Güte und Vollkommenheit Gottes und Seiner unendlichen Schöpfung, uns eingeschlossen, bekräftigt. Mit unserer Liebe zu Gott, der göttlichen Wahrheit, machen wir die Botschaft, die Er uns gibt, in jeder Situation zu unserem Standpunkt. Wirksames Gebet ändert unsere Grundlage von einem materiell begrenzten Szenario zu einer göttlich unbegrenzten Sichtweise der geistigen, vollständig guten Wirklichkeit.
Mir war so klar, dass Gott, das göttliche Gemüt, uns die heilende Erkenntnis vermittelt, die wir brauchen. Ich war überzeugt, dass die göttliche Intelligenz, die die gesamte Schöpfung regiert, uns genau da erreichte, wo wir waren, und ich war sehr erleichtert. Es war wundervoll inspirierend zu wissen, dass Gott der Heiler ist. Die Insektenstiche und die Not meiner Tochter hatten sich nicht geändert, wohl aber mein Denken darüber. In Wissenschaft und Gesundheit wird das so beschrieben (S. 162): „Die Wirkung dieser Wissenschaft besteht darin, das menschliche Gemüt so aufzurütteln, dass es seine Grundlage verändert, von der aus es dann der Harmonie des göttlichen Gemüts Raum geben kann.“
Das war meine Antwort. Ich fühlte Frieden, und meine Tochter hatte sich beruhigt. Während dieser Augenblicke göttlich inspirierten Folgerns hatte Gott die Disharmonie mithilfe von Harmonie zum Schweigen gebracht, und meine Tochter war eingeschlafen. Am folgenden Tag verschwanden die Insektenstiche vollständig.
Diese Heilung macht mir bis heute Mut. Gott kommuniziert immer direkt mit Seinen Kindern, und sie können Ihn hören. Jesus sagte über den immer gegenwärtigen Christus, das Wort Gottes (Johannes 10:27): „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.“
Mimi Sitterly
Melbourne, Florida, Vereinigte Staaten
