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Original im Internet

Ein guter Kampf

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 23. Juli 2026


Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen über ihre Kämpfe und ihr Hadern sprechen. Wir sagen oft „Ich ringe mit XYZ“, als ob wir uns in einem Ringkampf mit etwas befänden, das uns besiegen könnte.

Das Alte Testament berichtet viel über Jakob, einen Mann, der einen der bemerkenswertesten Kämpfe in der Bibel zu überstehen hatte. Nachdem er seine Familie belogen und betrogen hatte, lebte er zwanzig Jahre weit von ihnen entfernt und ohne Kontakt. Als Gott ihn aufforderte, in seine Heimat – und zu seinem Bruder, vor dessen Groll er geflohen war – zurückzukehren, kämpfte er intensiv mit der furchtbaren Angst, dass sein Bruder Rache üben könnte (siehe 1. Mose 32:24–30). Doch statt zu fliehen oder sich kampfbereit zu machen, bat Jakob in der Nacht vor der Wiederbegegnung mit seinem Bruder Gott um Führung und war demütig bereit, ihr zu folgen.

Die Bibel beschreibt diese angstvolle Auseinandersetzung, die mit einem tiefen Streben nach Gottes Führung einherging, symbolisch als ein Ringen mit einem Mann, „bis die Morgenröte anbrach“. Jakob hatte in seinem Leben schon mehrmals gekämpft, doch wir lesen im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, dass es diesmal ein rein mentaler Kampf war, „als er mit dem Irrtum rang – als er mit der sterblichen Auffassung kämpfte, Leben, Substanz und Intelligenz existierten in der Materie mit ihren falschen Freuden und Leiden –, als ihm ein Engel erschien, eine Botschaft von Wahrheit und Liebe, und die Sehne oder Stärke seines Irrtums schlug, bis er dessen Unwirklichkeit erkannte; und Wahrheit, die er dadurch verstand, gab ihm geistige Stärke in diesem Pniel der göttlichen Wissenschaft“ (Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 308).

Für Jakob war es ein „guter Kampf“ und kein Kampf gegen einen Feind – gegen eine schlechte Wirklichkeit (wie eine Krankheit, eine Charakterschwäche oder sogar eine angebliche sterbliche Mentalität), der ihn an diesen Punkt gebracht hatte. Er kämpfte mit der Wahrheit und für sie und kam an den Punkt, an dem er die Wirklichkeit Gottes, des Guten, und seiner eigenen geistigen Natur verstand. Der gute Kampf findet nicht in einer Kampfarena statt, wo das Ergebnis unsicher ist, sondern dieses mentale und geistige Streben beinhaltet immer Umwandlung, geistiges Wachstum, moralische Klarheit und Heilung. Durch dieses Ringen wird die Wahrheit zu dem, was im tiefsten Innern wirklich wahr für uns ist, und wir können eine höhere Ebene erklimmen.

Obwohl wir vielleicht zu der Erwartung erzogen wurden, Probleme bräuchten unsere Aufmerksamkeit, um gelöst zu werden, bringt uns diese Herangehensweise in Wirklichkeit vom Weg zu dem ab, was wir wirklich tun müssen und was uns am meisten hilft. Wenn wir uns Jakobs Erlebnisse und deren geistige Auslegung zum Vorbild nehmen, erkennen wir, dass nur eine Art von Ringen zu Umwandlung und Heilung führt: Wir müssen uns der Wahrheit des Seins stellen und letztendlich ergeben. Nur sie zeigt uns das Wesen Gottes und unsere Identität als Seine Schöpfung. Die Arbeit liegt darin, alles zurückzulassen, was nicht von Gott kommt, was nicht unserer wahren Identität entspricht, bis unsere wahre geistige Natur zum Vorschein kommt und für andere immer deutlicher sichtbar und greifbar wird.

Diese gänzlich geistige Natur wurde von Christus Jesus verkörpert, der Gott besser kannte als jeder andere Mensch und dem wir folgen können. Mrs. Eddy erklärt dahingehend in Wissenschaft und Gesundheit (S. 316): „Weil der wirkliche Mensch durch die Wissenschaft mit seinem Schöpfer verbunden ist, brauchen sich die Sterblichen nur von der Sünde abzuwenden und das sterbliche Selbst aus den Augen zu verlieren, um Christus, den wirklichen Menschen und seine Beziehung zu Gott, zu finden und die göttliche Sohnschaft zu erkennen.“

Wie im Leben, wo eine schlichte Richtungsänderung einen völlig neuen Blick freigeben kann, so reicht eine kleine Anpassung, um eine neue, göttliche Perspektive zu gewinnen – solange wir dies hin zu Wahrheit, Gott, tun. Aus diesem Blickwinkel fangen wir an, so zu sehen, wie Gott, und mehr von der Tatsächlichkeit und vollständig guten Schöpfung der Liebe zu erkennen – unbelastet von einer sterblichen Vergangenheit und unberührt von Fehlern – und uns selbst und andere in demselben wahren, heilenden Licht wahrzunehmen.

Ist das nicht im Grunde die wahre Praxis der Christlichen Wissenschaft? Sie ist nicht nur ein Mittel zur Problemlösung, sondern eine tägliche Umwandlung, die sich entfaltet, wenn wir an unserem wirklichen Sein als die Töchter und Söhne Gottes festhalten, die wir seit jeher sind. Das befähigt uns, mehr Gutes zu tun und anderen dabei zu helfen, dies ebenfalls zu tun.

Jakobs Problem wurde durch seinen „guten Kampf“ gelöst, doch das viel größere Geschenk aus dieser Erfahrung war die Erneuerung des Denkens und Charakters und das neue, wahre Verständnis von Gott, das er daraus gewann. Dieser Segen ging weit über Jakobs Leben hinaus; er schloss dessen Familie mit ein und etablierte ihn buchstäblich als den Vater einer Nation, nämlich Israel. Obwohl unsere eigene Erfahrung anders aussehen wird, haben wir dieselbe Verheißung des Guten. In Wissenschaft und Gesundheit wird dies folgendermaßen ausgedrückt (S. 261): „Wenn du dich von den Veränderungen von Zeit und Sinn befreist, wirst du weder die festen Zwecke und Ziele des Lebens noch deine eigene Identität verlieren. Wenn du deinen Blick auf die höheren Wirklichkeiten heftest, wirst du dich zum geistigen Bewusstsein des Seins erheben, wie der Vogel, der aus dem Ei geschlüpft ist und sich seine Flügel putzt für einen Flug himmelwärts.“

Ein geistiger „guter Kampf“ lässt uns nie da zurück, wo wir ihn begonnen haben. Wenn wir göttliche Wahrheit, göttliches Leben und göttliche Liebe besser begreifen und im Verständnis dieses Gemüts höher steigen, entdecken wir unsere natürliche geistige Herrschaft und erleben sie nicht als eine vorübergehende Errungenschaft, sondern als einen unumkehrbaren Fortschritt im Leben. Und dieser Sieg breitet sich weiter nach außen aus; er unterstützt andere und inspiriert sie, ähnliche Fortschritte zu machen. So können sie sich von ihren eigenen Auseinandersetzungen mit einer falschen, begrenzten, materiellen Vorstellung von der Existenz lösen und eine höhere und umfassende Freiheit sowie Frieden und Gesundheit erlangen, indem sie ihren eigenen guten Kampf gewinnen.

Ethel A. Baker
auf Einladung der Redaktion

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