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Original im Internet

Die Vergangenheit hat keine Macht über uns

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 6. Juli 2026


Wir können alle bestätigen, dass das Leben zeitweise schwierig ist und uns vor Herausforderungen stellt, die uns nicht mehr loslassen. Diese Angelegenheiten sind nicht leicht, und ich habe etliche davon selbst erlebt. Doch ein tieferes Verständnis vom Wesen Gottes hat mir geholfen, über Schwierigkeiten hinauszuwachsen und jeden Tag und jede neue Herausforderung mit größerer geistiger Ausgeglichenheit anzugehen.

Ein Elternteil von mir litt an Alkoholismus, und ich bin erst als Erwachsener mit der Christlichen Wissenschaft bekanntgeworden. Mit Alkoholismus in der Familie und ohne die Christliche Wissenschaft aufzuwachsen war schwer, und selbst nachdem ich ausgezogen war, litt ich unter dem beharrlichen Glauben, dass die Narben, die solch eine Erfahrung hinterlassen hatte, immer ein Teil der „Überlebenden“ sein werden. Doch die Bibel (Daniel 3) enthält eine Geschichte von drei Hebräern mit Namen Schadrach, Meschach und Abed-Nego, die in einen Feuerofen geworden werden und ohne jegliche Nachwirkungen und auch nur einen Brandgeruch daraus wieder hervorkommen. Durch Gebet habe ich erlebt, dass es möglich ist, ohne die normalerweise erwarteten Auswirkungen aus den Schwierigkeiten des Lebens hervorzugehen.

Durch mein Studium der Christlichen Wissenschaft habe ich ein größeres Verständnis von Gott als Geist und Leben erlangt und verstanden, dass mein Leben nicht an einen bestimmten Zeitpunkt oder eine menschliche Erfahrung gebunden ist. In Wirklichkeit bin ich das geistige Bild und Gleichnis Gottes, die beständige Widerspiegelung bzw. der dauerhafte Ausdruck von Leben, und das schließt kein Bewusstsein vorheriger materieller Ereignisse ein.

Der biblische Hinweis, dass Gott alles „sehr gut“ erschaffen hat (siehe 1. Mose 1:31), war mir dabei eine Hilfe. Damit konnte ich die Dinge aus einer neuen Perspektive betrachten. Ich habe erkannt, dass genau da, wo eine schmerzhafte Situation zu sein scheint, nur Gottes Güte wahrhaft vorhanden ist.

Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 223): „Gott ist unendlicher allgegenwärtiger Geist.“ Somit ist Seine Güte fortdauernd. Die drei Männer im Feuerofen wurden durch ihre Überzeugung von Gottes beständiger Gegenwart und schützender Macht gerettet. Und wir können wissen, dass Er uns nicht nur von den schwierigsten Umständen befreit, sondern auch von den Erinnerungen, die in uns nachklingen.

Eine andere Sache, die mir geholfen hat, mich von dem Glauben zu befreien, dass ich eine schlimme Kindheit hatte, war ein klareres Verständnis meiner wahren, geistigen Identität. In dem Maße, wie ich mich weniger als das Kind eines Alkoholikers und mehr als ein Kind Gottes identifizierte, verstand ich besser, was Mrs. Eddy meint, wenn sie in Vermischte Schriften 1883–1896 (S. 186) schreibt: „Die Heilige Schrift wie auch die göttliche Wissenschaft lehren uns, dass Gott alles erschuf, dass Er als Vater und Mutter des Menschen allumfassend ist ...“

Gott als meinen wahren Vater und meine wahre Mutter zu identifizieren verlieh mir eine bessere Perspektive auf die Zeiten, in denen meine Eltern nicht die guten Eltern waren, die sie hätten sein können. Ich verstand, dass mein Vater-Mutter-Gott mich die ganze Zeit behütet hatte – in schlechten wie in guten Zeiten. Und da meine Eltern beide ebenfalls Kinder Gottes sind, hat unser Vater-Mutter-Gott auch sie versorgt. Diese Fürsorge führte dazu, dass der Alkoholismus aufhörte, als ich ein Teenager war, und wir haben nicht nur unsere Beziehung wiederaufgebaut, sondern ich konnte miterleben, dass meine Eltern noch mehr als 35 Jahre glücklich verheiratet waren.

Als ich mehr nach Gottes aktiver Liebe Ausschau hielt, verlor das Drama meiner ersten Lebensjahre an Wirklichkeit, und zurück blieb ein besseres Verständnis der Beständigkeit von Liebe, Gott. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit (S. 57): „Die winterlichen Stürme der Erde können vielleicht die Blumen der Zuneigung entwurzeln und sie in alle Winde verstreuen; aber diese Trennung fleischlicher Bindungen dient dazu, die Gedanken inniger mit Gott zu vereinen, denn Liebe steht dem ringenden Herzen bei, bis es aufhört, über die Welt zu seufzen, und beginnt, seine Schwingen himmelwärts zu entfalten.“

Wenn das Herz mit einer schwierigen Vergangenheit ringt, ist es ein wenig wie Motorbootfahren. Der Blick zurück über das Heck zeigt das aufgewühlte Wasser hinter uns – wie das Drama der menschlichen Erfahrungen. Und wenn wir lange genug auf das starren, was hinter uns liegt, kann das geradezu hypnotisch sein. Doch selbst wenn wir uns auf das Heckwasser unseres Lebens fixieren, bewegt sich das Boot weiterhin vorwärts. Wir gehen immer voran, weil Gott uns führt.

Mich hat das Wissen befreit, dass die Ereignisse der Vergangenheit meine Identität weder berühren noch ihr anhaften können, ebenso wie Schadrach, Meschach und Abed-Nego im Feuerofen vor Schaden bewahrt waren und ohne Nachwirkungen daraus wieder hervorkamen. Mrs. Eddy verwendet Gemüt als Synonym für Gott, wenn sie schreibt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 124): „Adhäsion, Kohäsion und Anziehungskraft sind Eigenschaften des Gemüts.“ Das göttliche Gemüt versichert mir, dass Erfahrungen, die keinen Bezug zu Gott, dem Guten, haben, mich und sonst jemanden weder berühren noch verfolgen können. Das Gute in uns allen – und es gibt nur Gutes, da wir die geistige Idee des Gemüts sind – stimmt mit dem Guten überein, das Leben ist. Diese Güte zu verstehen hilft mir, von nichts angezogen zu werden, das dem Guten unähnlich ist, wie beispielsweise ungesunde Beziehungen oder unweise Lebensentscheidungen. Dadurch, dass ich meine Untrennbarkeit von meinem Vater-Mutter-Gott begreife, habe ich Freude und die Freiheit erlangt, Leben frei von den Erfahrungen der Vergangenheit zum Ausdruck zu bringen.

Die Bibel berichtet, dass der Prophet Elia einmal mutlos war, als er sich in einer schwierigen und bedrohlichen Situation befand (siehe 1. Könige 19:1–12). Doch Gott hat ihm gezeigt, dass Er nicht im Wind, nicht im Erdbeben und auch nicht in einem Feuer war. Und Gott ist auch nicht in unseren Schwierigkeiten, ob in der Gegenwart oder der Vergangenheit. Er ist im stillen, sanften Sausen – der Stimme, die uns sanft mitteilt, dass Gott, das Gute, größer ist als jede schlimme Erinnerung oder schwierige Situation. Wir sind weder allein noch verlassen. Das Gute von heute und morgen ist gesichert, denn Gott bringt uns immer voran.

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