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Original im Internet

Lähmende Schmerzen überwunden

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 20. Juli 2026


Mary Baker Eddy schreibt im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 199): „Muskeln sind nicht selbsttätig.“ Im selben Buch schreibt sie ferner, dass die Christliche Wissenschaft starre Muskeln entspannt (siehe S. 162) und dass Materie keine Empfindung hat (siehe S. 346). An diese drei Tatsachen habe ich mich geklammert, als ich auf einmal so starke Schmerzen in der Hüfte und dem Oberschenkel auf der linken Seite hatte, dass ich kaum noch bewegungsfähig war.

Ich rief mir immer wieder ins Bewusstsein, dass ich als vollkommene geistige Idee Gottes weder verfallen noch verschleißen kann. Gott ist meine Kraft. Immer wieder sagte ich mir, dass wir „in ihm leben, weben und sind“ (Apostelgeschichte 17:28). Nach mehreren Tagen wurde mir klar, dass ich Angst handhaben musste – Angst vor Einschränkung, Angst vor Bewegungsunfähigkeit, Angst, dass ich nicht mehr mit anderen laufen und Rad fahren konnte. Jeder begrenzende Gedanke wurde rasch mit geistigen Wahrheitsaussagen von Gott umgekehrt.

Ich wusste, dass die politische Situation in meinem Land mein Denken durcheinandergebracht, ja, „verrenkt“ hatte. Als ich überlegte, wie ich dieses Gefühl überwinden könnte, dachte ich an die Geschichte von Jakob, der die Nacht vor einem Treffen mit seinem Bruder im Kampf mit einem Engel verbracht hat. Dabei wurde Jakobs Hüftgelenk verrenkt. Der Engel war bereit, den Kampf zu beenden, doch Jakob weigerte sich und sagte zu ihm (1. Mose 32:26): „Ich lasse dich nicht gehen, es sei denn, du segnest mich.“ So sehr ich frei von den Schmerzen sein wollte, so wusste ich doch, dass ich von diesem Abenteuer Segnungen und geistigen Fortschritt erwarten konnte.

Ich betete fast täglich mit einer Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, die mir so viele Dinge zu verstehen half, darunter, wie wichtig es ist, Behauptungen von Einschränkungen über Freundinnen und Freunde, die mit körperlichen Problemen ringen, nicht zu akzeptieren. Die nächste Änderung in meinem Denken bezog sich auf meine vielen Pflichten in der Familie und der Kirche. Ich lernte, mir von anderen helfen zu lassen, statt alles aus einem falschen Verantwortungsgefühl heraus zu erzwingen und ihnen die Möglichkeit vorzuenthalten, Hilfe zu leisten. Die Beaufsichtigung meines Enkels wurde anderweitig geregelt. Einige Mitglieder übernahmen bereitwillig meine Aufgaben in der Kirche. Ein paar Dinge mussten einfach warten, und das war in Ordnung. Und ja, meine Familie schaffte es sogar, etwas zu Essen zu bekommen, ohne dass ich wie sonst als Küchenchefin über alles wachte.

Jede einzelne wöchentliche Bibellektion aus dem Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft enthielt heilende Gedanken, die speziell für mich geschrieben zu sein schienen. Die Nächte waren besonders schwer, weil ich versuchte, eine Stellung zu finden, in der ich schlafen konnte. Ich musste mir immer wieder sagen, dass mein Ziel nicht Bequemlichkeit in der Materie war, sondern die körperlichen Sinne dazu zu bringen, ihr falsches Zeugnis einzustellen.

Eine weitere sehr hilfreiche Idee, die mir immer wieder kam, war, mich bei meinem Widerstand gegen die Schmerzen auf diese Anweisung aus Wissenschaft und Gesundheit zu stützen (S. 391): „Statt dich blind und gelassen dem Anfangsstadium oder dem vorgeschrittenen Stadium der Krankheit zu unterwerfen, lehne dich dagegen auf. Verbanne den Glauben, dass du auch nur einen einzigen auf dich eindringenden Schmerz zu ertragen hast, den die Macht des Gemüts nicht vertreiben kann, und du kannst auf diese Weise die Entwicklung von Schmerz im Körper verhindern.“ Ich fühlte die Kraft, mich aufzulehnen und diesem Glauben an Schmerzen den Kampf anzusagen.

Ich musste auch einen angemessenen Umgang mit wohlmeinenden Personen aus der Familie und meinem Freundeskreis finden, die dem Problem Namen gaben und mögliche materielle Therapien und Mittel empfahlen. Es war hilfreich, auf S. 443 unseres Lehrbuchs, Wissenschaft und Gesundheit, zu lesen, „dass unter normalen Umständen eine Zuflucht zum Glauben an körperliche Mittel dazu führen kann, dass diejenigen, die einen solchen Kompromiss schließen, vom völligen Vertrauen auf das allmächtige Gemüt, das in Wirklichkeit alle Macht besitzt, abgehalten werden“. Ich wollte mich durch nichts davon abhalten lassen, uneingeschränkt auf die Macht des Gemüts zu vertrauen.

Als ich eines Nachts vor Schmerzen und Frust Tränen in den Augen hatte, hörte ich: „Geliebte Tochter ...“ Nur diese beiden Worte, doch sie machten mir bewusst, dass ich Gott am Herzen liege. Gott liebt mich, sorgt für mich, erhält mich, stützt mich, stärkt mich. Danach erlangte ich die Erkenntnis, dass nur das Denken angepasst werden muss. Das tröstete mich, denn ich hatte im Stillen gehofft, dass ich, wie ich in einigen Zeugnissen gelesen hatte, eine Änderung in einem Körperteil erleben und damit wieder in Ordnung sein würde.

Mrs. Eddy schreibt in ihrem Buch Grundzüge der göttlichen Wissenschaft (S. 11): „Gesundheit ist das Bewusstsein von der Unwirklichkeit des Schmerzes und der Krankheit oder vielmehr das absolute Bewusstsein von Harmonie und von nichts anderem.“

Als ich mein Denken weiter prüfte, kam eine andere Angst ans Licht – dass ich unfähig sein würde, das Problem zu überwinden, oder mich gar damit abfinden würde! Obwohl ich viele Heilungen durch das Studium der Christlichen Wissenschaft erlebt hatte, schien dieses Problem am schwersten von allen zu sein. Ich verstand schnell, dass Gott mich nie aufgeben würde, und somit würde ich auch nicht aufgeben. Ich wollte all die geistigen Wahrheitsgedanken verstehen, die ich durch diese Erfahrung lernte.

Eine Freundin empfahl mir einen wundervollen Artikel von Louise Knight Wheatley mit dem Titel „Man konnte keinen Brandgeruch an ihnen riechen“, der am 10. Juli 2014 im Herold online erschienen ist. Dieser wertvolle Artikel enthält äußerst hilfreiche Ideen, die ich mir wieder bewusstmachen musste, besonders folgende: „Wie herrlich wäre es, wenn jeder, der je eine Feuerprobe zu bestehen hatte, herauskäme ‚heil am ganzen Leibe‘, erhobenen Hauptes und mit leuchtenden Augen, mit einer größeren Liebe zu Gott und dem Menschen, einer tieferen Dankbarkeit, einem stärkeren Glauben und mit einer größeren Nachsicht gegenüber den Fehlern und Kämpfen der Schwachen und Beladenen auf Erden!“ Ja, wie herrlich wäre das!

Meine vollkommene Freiheit erlangte ich ca. einen Monat, nachdem das Problem begann. Jetzt ist folgender Gedanke mein ständiger Begleiter (Wissenschaft und Gesundheit, S. 283): „Gemüt ist die Quelle aller Bewegung, und es gibt keine Trägheit, die seine unaufhörliche und harmonische Tätigkeit verzögern oder hemmen könnte.“

Fenna Corry
Greensboro, North Carolina, Vereinigte Staaten

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