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Original im Internet

Von Trauer zu Dankbarkeit

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 13. Juli 2026


Ich möchte meine Dankbarkeit für eine Heilung von Trauer und einem großen Verlustgefühl zum Ausdruck bringen. Vor zehn Jahren habe ich unerwartet ein Kind durch plötzlichen Säuglingstod verloren, und ich war nicht sicher, wie ich ohne diesen Sohn weiterleben sollte. Ich war von Angst und Entmutigung erfüllt. Und dann fühlte ich in einem Augenblick der Stille und Ruhe meine Einheit mit Gott, Geist, dem Schöpfer des Universums, und damit änderte sich plötzlich alles.

Es war ein warmer, sonniger Tag und ich war auf einem Stand-up Paddle Board mitten auf einem See. Ich fragte mich, wie ich wohl noch einen weiteren Tag überleben würde und ob dieses Leben wirklich lebenswert war. Mein Mann und ich haben eine Tochter, die damals vier war, und so fühlte es sich für mich an, als hätte ich einen Fuß auf der Erde und einen im Himmel und würde zwischen den beiden Orten hin und her gerissen. Da ich dieser Verzweiflung nicht nachgeben und auch die Hoffnung nicht verlieren wollte – und aus dem Wunsch heraus, für meine Familie stark zu sein –, sank ich auf die Knie, um zu beten. Ich schaute auf zum Himmel und öffnete mich mit dem verzweifelten Flehen meines Herzens ganz für Gott: „Vater, wo Deine Kinder sind, da bin ich gern“ (Mary Baker Eddy, Vermischte Schriften 1883–1896, S. 397).

Diese Bestätigung, dass alle Kinder dem einen Vater-Mutter-Gott gehören, rief in mir ein Gefühl des Trostes hervor, das ich nie vergessen werde. Mein Herz füllte sich mit Hoffnung und einem Versprechen, dass ich mein Leben weiterleben konnte, obwohl ich mit düsteren, deprimierenden Gedanken gekämpft hatte. Und dann wurde mein Denken von diesen Worten aus demselben Gedicht der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft erfüllt: 

Die Harfensaiten des Gemüts
   erklingen sacht;
die ernste, holde Weise hemmt
   des Kummers Macht
und wecket eine Engelschar,
   die weißbeschwingt –
Gedanken licht, ihr gläubig Lied
   von Liebe singt.
   (Vermischte Schriften, S. 396)

Ich fühlte das Erwecken dieser weißbeschwingten Engelsgedanken, und es erfüllte mich mit Frieden. Ich stand auf und fing wieder an zu paddeln, während ich das Lied sang. Ein liebliches Gefühl von Ruhe umgab mich, und Gottes Liebe leuchtete um mich herum und tauchte den See in ein goldenes Licht. Statt in zwei entgegengesetzte Richtungen gezerrt zu werden, wusste ich, dass ich mich ganz und gar Leben, Gott, ergeben konnte. Ich fühlte mich unwiderstehlich zu etwas hingezogen, das ich nur als die Gegenwart des Christus beschreiben kann. Die Trauer und Unsicherheit wurden durch ein Gefühl von Sicherheit, Schutz und sogar Freude ersetzt. 

Obwohl ich in der Christlichen Wissenschaft aufgewachsen und jung der Mutterkirche beigetreten war, inspirierte mich diese Erfahrung, mein Verständnis der Christlichen Wissenschaft zu vertiefen. Sie gab mir ein neues Verständnis von Leben und öffnete die Tür meines Denkens für die Möglichkeit, dass das ewige Leben, das Christus Jesus verheißen hat (siehe 1. Johannes 2:25), eine tatsächliche gegenwärtige Wirklichkeit sein könnte – nicht nur theoretisch, sondern etwas, an dem ich hier und jetzt teilnehmen konnte. Dafür zu leben lohnte sich! Ich sehnte mich danach, es für mich selbst zu entdecken. 

Mrs. Eddy beschreibt in ihrer Autobiografie Rückblick und Einblick eine ähnliche Erfahrung (S. 23). Auf Jesu Gleichnis von den zehn Jungfrauen (siehe Matthäus 25:1–13) Bezug nehmend sagt sie: „So war es, als die Stunde anbrach, da sich das Herz einem geistigeren Sein vermählen sollte. Als sich die Tür öffnete, stand ich wartend da und hielt Ausschau; und siehe, der Bräutigam kam! Das Wesen des Christus wurde durch die Mitternachtsfackeln des Geistes erleuchtet. Mein Herz erkannte seinen Erlöser.“

Statt mich einer Trauergruppe anzuschließen oder einen Seelsorger zurate zu ziehen, bat ich einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft um Unterstützung durch Gebet. Wenige Augenblicke, nachdem ich mit diesem Praktiker gesprochen hatte, der auch Lehrer der Christlichen Wissenschaft ist, fühlte ich mich wieder in Gottes zärtliche Liebe und Fürsorge für mich und meine Familie gehüllt.

Einige Wochen später wurde ich dazu geführt, mich um Elementarunterricht in der Christlichen Wissenschaft bei diesem Lehrer zu bewerben, und das ist eine der größten Segnungen, die Gott mir je verliehen hat. Die zärtliche Lektion, „dass Leben Geist ist – niemals in noch von der Materie“ (Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 264), ist eine Zuflucht und ein Trost.

Nachdem ich einige Monate lang still für mich studiert hatte, erkannte ich, dass es an der Zeit war, wieder zur Kirche zu gehen. Meine Familie und ich hatten die Gottesdienste einer Zweigkirche der Christlichen Wissenschaft besucht, doch nach dem Tod meines geliebten Kindes erschien es mir angenehmer, sonntags auszuschlafen. Das liebevolle Willkommen, mit dem wir empfangen wurden, als wir wieder durch die Türen der Kirche traten, war ein weiterer Beweis für Gottes zärtliche Liebe und Fürsorge und bewies mir ferner, dass die Christliche Wissenschaft „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ ist (Johannes 14:6).

Nach dem Elementarunterricht wollte ich gern anderen helfen, die an Trauer und Depressionen leiden, indem ich sie mit der Christlichen Wissenschaft bekannt mache. Ich wurde Mitglied der Zweigkirche und bete jetzt mit Freude um Möglichkeiten, andere Sucherinnen und Sucher nach Wahrheit zu erreichen. 

Ich denke nach wie vor oft an meinen Sohn, habe aber gelernt, nach den geistigen Eigenschaften Ausschau zu halten, die er zum Ausdruck gebracht hat, wie Lachen, Freude und Staunen. Ich weiß, dass nichts „uns von der Liebe Gottes zu scheiden vermag, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Römer 8:39). Die Lücke, die der Tod meines Sohnes hinterlassen zu haben schien, ist nun mit neuem Verständnis der Immer-Gegenwart von Gottes Liebe zu allen Seinen Kindern gefüllt. 

Meine Dankbarkeit für die Christliche Wissenschaft und ihre machtvolle, heilende Wahrheit, ihr Erhellen des vollständig geistigen Lebens und ihr beständiges Entfalten des Verständnisses von Gott, dem Guten, für die ganze Menschheit, kennt keine Grenzen. „Gott ... sei Dank für seine unaussprechlich reiche Gabe!“ (2. Korinther 9:15).

Lindsey Roder
Oconomowoc, Wisconsin, Vereinigte Staaten

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