Der Verfasser der Offenbarung in der Bibel schreibt (21:1): „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.“
Mary Baker Eddy, die Gründerin der Christlichen Wissenschaft, zitiert diese Stelle in einem Kapitel von Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, das diesem letzten Buch der Bibel gewidmet ist, und erklärt dann (S. 573–574): „Das ist die biblische Vollmacht für die Schlussfolgerung, dass für die Menschen eine solche Erkenntnis des Seins in diesem gegenwärtigen Daseinszustand möglich ist und war – dass wir uns hier und jetzt dessen bewusst werden können, dass Tod, Leid und Schmerz aufhören. Das ist tatsächlich ein Vorgeschmack auf die absolute Christliche Wissenschaft. Fasst Mut, liebe Leidenden, denn diese Wirklichkeit des Seins wird mit Sicherheit irgendwann und auf irgendeine Weise erscheinen. Es wird keinen Schmerz mehr geben und alle Tränen werden abgewischt.“ Und sie endet mit diesen Worten: „Wenn ihr das lest, denkt an Jesu Worte: ‚Das Reich Gottes ist inwendig in euch.‘ Dieses geistige Bewusstsein ist deshalb eine gegenwärtige Möglichkeit.“
Was für eine Verheißung! Wir können erwarten, greifbare Beweise für Gottes Reich auf Erden zu sehen, genau wie der Offenbarer sie gesehen hat – hier und jetzt, auf große wie auf kleine Weise. Die Güte von Gottes Reich zu erleben ist eine gegenwärtige Möglichkeit, da dieses Reich inwendig in uns ist.
Mir ist zunehmend klar geworden, dass alles wirklich Gute in meinem Leben, meinem Umfeld, meinem Land und der Welt von Gott kommt. Alles, was gut ist, stellt die Immer-Gegenwart von Gottes Reich unter Beweis. Das Gute kommt nicht von Menschenhand; alles, was gut ist, stammt von Gott, der Alles und vollständig gut ist.
Manchmal scheint das Gute stückchenweise zu uns zu kommen, begleitet von unschönen Dingen wie Schmerzen, Leiden und Traurigkeit. Das ist eine materielle Sichtweise, die das Gegenteil von Gott, Geist, und Seiner Schöpfung als Wirklichkeit erklärt. Doch wir erhalten immer dann, wenn wir durch die Praxis der Christlichen Wissenschaft – auf ausschließlich geistige Weise – geheilt werden, einen Beweis dafür, dass das wahre Universum vollständig geistig ist. Jede dieser Heilungen offenbart die Gegenwart dieses neuen Himmels und dieser neuen Erde, in denen weder Schmerzen, Trauer, Leiden noch Traurigkeit vorhanden sind.
Als Christus Jesus gefragt wurde, wann das Reich Gottes kommen würde, antwortete er (Lukas 17:20, 21): „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte; man wird auch nicht sagen: ‚Sieh, hier!‘ oder: ‚Sieh, dort!‘. Denn seht, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ Jesus zeigte uns, dass wir Beweise der Wirklichkeit des Geistes, Gottes, zu jeder Zeit und an jedem Ort in Form von Heilung erwarten können.
Vor mehreren Jahren hatte ich eine schöne Erfahrung, die meiner Meinung nach verdeutlicht, wie wir Gottes Reich hier und jetzt erleben können. Nachdem ich jahrelang in einer Wüstengegend gelebt hatte, entstand der Wunsch in mir, mehr in der Nähe von Wasser zu wohnen. Die finanziellen Mittel, um diesen Wunsch umzusetzen, überstiegen weit meine Möglichkeiten. Doch mich begleitete weiter der schöne Gedanke, immer im Reich Gottes zu sein, egal wo ich mich menschlich befinde.
Monate später nahm ich eine Stelle an der Ostküste der Vereinigten Staaten an. Mit meinem Fokus auf dieser neuen Stelle geriet der Wunsch, am Wasser zu wohnen, ein wenig in Vergessenheit. Und dann fand ich ein Haus, das nicht nur genau passend war, sondern auch einen großen Teich direkt vor der Haustür hatte.
Natürlich kennt Gott nicht die Einzelheiten unseres menschlichen Alltags, und meine Situation ist ein sehr bescheidenes Beispiel. Aber ich bin wirklich überzeugt, dass mein neues Zuhause ein äußerlicher, fühlbarer Beweis für Gottes Reich hier auf Erden ist. Durch meine Wahrnehmung der ewigen Gegenwart von Gottes Güte, wo immer ich auch bin, wurde ein mir wichtiger Wunsch ganz natürlich zu einem Teil meines Lebens.
Das hatte nichts damit zu tun, etwas zu „visualisieren“ und damit wirklich zu machen. Für mich war es, wie wenn Gott mir die Augen geöffnet und Sein von mir angestrebtes geistiges Reich gezeigt hatte, und zwar genau dort, wo ich war.
Jesus sagte zu seinen Jüngern (Matthäus 6:6): „Wenn du betest, geh in dein Zimmer und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dich öffentlich belohnen.“ Jede Belohnung von unserem himmlischen Vater ist ein Beweis Seiner Fürsorge für alle und versichert uns, dass wir erwarten können, diese eindeutigen Beweise beim Beten selbst zu sehen. Es geht nicht darum, Dinge zu erhalten, es geht um das Verständnis unserer reichhaltigen Schönheit und Freude sowie unseres umfangreichen Wohlbefindens und Fortschritts als Gottes geistiger Ausdruck; dieses Verständnis wird uns so offenbart, wie es in unserem Alltag sinnvoll ist.
Diese Erwartung gründet sich auf das grundlegende Verständnis, dass Gott uns beständig umfangreiches Gutes bereitstellt. Wenn wir sie mit dem ehrlichen Bemühen verbinden, in Übereinstimmung mit Gottes Gesetz des Guten zu denken und zu handeln, dann werden wir die Wirklichkeit des Guten – Gottes immer gegenwärtiges Reich – auf praktische Weise bewiesen sehen, wann immer wir Gott bitten, uns mehr von Seiner Fülle zu zeigen.
Die Bibel zeigt uns, dass Gott, Geist, nichts unmöglich ist und dass Seine Ressourcen geistig und somit unbegrenzt sind. Als ein Angriff von einer feindlichen Armee unmittelbar bevorzustehen schien, hatte der Diener des Propheten Elisa große Angst. Elisa zeigte ihm, dass das nicht nötig war (2. Könige 6:17): „Elisa betete: ‚Herr, öffne ihm die Augen, damit er sieht!‘ Da öffnete der Herr dem Diener die Augen, sodass er sah; und sieh, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.“ Sie waren die ganze Zeit in Sicherheit gewesen. Der Angriff wurde ohne Militärgewalt abgewendet.
Es ist nie zu spät zu erwarten, wundervolle Offenbarungen dessen zu sehen, was Gott ist und erschafft. Weder Zeit noch Alter ist jemals ein Faktor, und wir sollten niemals denken: „Das war’s, ich bin am Ende, für mich gibt es nichts Gutes mehr!“ Wir sollten erwarten, auf jeder Stufe des Lebens neue Möglichkeiten, neue Frische und neues unbegrenztes Gutes zu finden. Die Bibel sagt uns, dass Gott Abraham versprochen hatte, er und seine Frau Sara würden trotz ihres fortgeschrittenen Alters einen Sohn bekommen. Und genau das trat ein (siehe 1. Mose 17:15–17, 19; 21:1, 2).
Ich finde es so schön, dass Gottes Versprechen weder an Abrahams noch an Saras Alter scheitern konnte. Aus meiner Sicht verdeutlicht dies folgenden Satz aus dem Kapitel „Gebet“ in Wissenschaft und Gesundheit (S. 1): „Unausgesprochene Gedanken sind dem göttlichen Gemüt nicht unbekannt. Verlangen ist Gebet; und es kann uns kein Verlust daraus entstehen, Gott unsere Wünsche anzuvertrauen, damit sie geformt und veredelt werden, bevor sie in Worten und Taten Gestalt annehmen.“
Wir sollten die Erwartung haben, hier in diesem Augenblick Beweise der geistigen Wirklichkeit zu sehen, selbst wenn es nur ein Schimmer ist. Und je mehr wir Gottes immer gegenwärtiges Reich als die Quelle alles Guten anerkennen, desto mehr Gutes werden wir erleben. Und das zeigt sich dann beispielsweise in körperlichen Heilungen und der Lösung finanzieller Probleme, in der Überwindung schlechter Charaktereigenschaften – oder auch darin, dass wir ein Haus mit einem großen Teich vor der Tür finden.
