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Original im Internet

Offen für Erneuerung sein

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 20. Juli 2026


Als mein Sohn noch klein war, haben wir bei Autofahrten oft nach den neuesten Nummernschildern Ausschau gehalten. Wir hatten die Reihenfolge der Zahlen auf den Nummernschildern entziffert und konnten auf diese Weise schnell sehen, wie alt jedes Nummernschild ungefähr war. Als ich ein paar Jahre später ein neues Auto kaufte, freuten sich mein Sohn und ich, dass mein Nummernschild jetzt eines der neuesten war – allerdings hielt das nicht lange vor. Innerhalb weniger Wochen sahen wir Autos mit noch neueren Nummernschildern. Nach und nach wurde nicht nur mein Nummernschild älter, sondern auch das Auto, und irgendwann erforderte es immer mehr Reparaturen.

Es kann manchmal einfach erscheinen, unser Leben ähnlich zu sehen. Wenn wir jung sind, erscheint uns die Welt neu und lebendig, und unser Leben ist von Abenteuern und großem Wachstum erfüllt. Doch mit den Jahren kommt vielleicht die Verlockung auf zu meinen, wir würden stagnieren, seien erschöpft oder nicht mehr so flexibel wie einst. Das kann zu der Schlussfolgerung führen, dass wir zumindest teilweise körperlich, sterblich und begrenzt sind und im Verlauf der Jahre wie ein Auto einfach verschleißen.

Solch eine Sichtweise geht von der Prämisse aus, dass wir gänzlich in einem materiellen Universum verankert sind und leben, in dem nur das wirklich ist, was wir sehen, hören, berühren können usw. und wo alles letztendlich schwächer wird, verschwindet oder sich abnutzt – selbst Dinge, die wir als zeitlos betrachten, wie Berge und Sterne. In solch einem Universum können Menschen von einer begrenzten Existenz ausgehen, die unweigerlich im Tod endet.

Doch es gibt eine andere Sichtweise vom Leben, eine geistige, bei der das Bewusstsein – und zwar das göttliche – festlegt, was wir erleben. Dieses geistige Universum ist nicht mit materiellen Dingen, sondern mit Gottes grenzenlosen Ideen erfüllt. Wir erkennen und lieben diese Ideen durch unseren geistigen Sinn und nicht durch die körperlichen Sinne. Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, schreibt in ihrem Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 298): „Der geistige Sinn, der den materiellen Sinnen widerspricht, schließt Intuition, Hoffnung, Glauben, Verständnis, Erfüllung, Wirklichkeit ein.“ Da Gott dieses Universum erschafft, ist alles darin vollkommen, unveränderlich, harmonisch, ewig. Nichts altert, verschleißt und nutzt sich dort ab, auch wir nicht.

Diese beiden Sichtweisen der Existenz, die materielle und die geistige, sind diametral entgegengesetzt und nicht miteinander vereinbar, daher kann nur eine wahr sein. Das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft hilft uns zu erkennen, welche von beiden der Wahrheit entspricht (ebd., S. 269): „Die Metaphysik löst Dinge in Gedanken auf und tauscht die Gegenstände des Sinnes gegen die Ideen der Seele ein.

Diese Ideen sind für das geistige Bewusstsein vollkommen wirklich und greifbar, und gegenüber den Gegenständen und Gedanken des materiellen Sinnes haben sie den Vorteil, dass sie gut und ewig sind.“

Und an anderer Stelle in Wissenschaft und Gesundheit lesen wir (S. 312): „Wie wahr ist es doch, dass alles verloren gehen muss, was durch den materiellen Sinn erlernt wird, weil ein derartiges sogenanntes Wissen durch die geistigen Tatsachen des Seins in der Wissenschaft umgekehrt wird. Das, was der materielle Sinn als nicht greifbar bezeichnet, erweist sich als Substanz. Was dem materiellen Sinn Substanz zu sein scheint, wird zum Nichts, wenn der Traum der Sinne vergeht und die Wirklichkeit erscheint.“

Das weist darauf hin, dass jedes wahre Phänomen, jede wahre Erfahrung, geistig ist und sein muss. Das gilt auch für uns. Als Kinder Gottes sind wir keine sterblichen, körperlichen Wesen, die in eine irdische Existenz hineingeboren werden, in der wir uns eine begrenzte Zeit aufhalten, um dann schließlich einer Krankheit, einem Unfall oder Altersschwäche zu erliegen. Wir sind unsterbliche Ideen von Gott, die ewiglich in Seinem unendlichen Gemüt existiert haben und dort in alle Ewigkeit existieren werden.

Wenn das Leben also anfängt, uns materiell und begrenzt, fahl oder immer gleich zu erscheinen, wie können wir das Bewusstsein unseres wahren geistigen Status wiedererlangen?

Ein Psalm, den ich sehr liebe, enthält diesen Vers (51:12): „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“ Ich habe darüber nachgedacht, dass mich ein neuer Geist von Grund auf erneuert: etwas Altes ... gegen Frisches, Neues auswechselt (siehe dwds.de). Das heißt, dass unser beständiger Geist, unsere göttliche Essenz, schon immer in uns gewesen ist und nur in unserem Denken in den Vordergrund gebracht und revitalisiert werden muss. Wir müssen keine göttliche Identität für uns selbst schaffen und uns auch nicht von einem materiellen Wesen in ein geistiges umwandeln. Wir brauchen nur unser Denken mithilfe unseres geistigen Sinnes für das zu öffnen, was seit jeher der Wahrheit entspricht: dass wir vollständig geistig und unsterblich sind und es auch immer waren. Und mit dieser mentalen Wiederherstellung geht eine Revitalisierung unseres Lebens einher – unserer Hoffnungen, Beziehungen, Fähigkeiten sowie unseres Körpers und unserer Versorgung.

Das weltliche Denken widersetzt sich dieser geistigen Sichtweise im Allgemeinen und versucht uns davon abzuhalten, unser wahres geistiges Selbst zu erkennen, indem es uns einredet, wir seien sterblich und körperlich. Das ist das Wesen dessen, was die Christliche Wissenschaft als Irrtum und tierischer Magnetismus bezeichnet – Verneinungen oder unwahre Suggestionen über unser wahres Sein. Um nicht auf diese Lügen hereinzufallen, müssen wir uns immer wieder die Einzelheiten der göttlichen Wahrheit, Gottes, bewusst machen. Das tun wir, indem wir unser Denken vergeistigen – indem wir uns bewusst von drängenden, aber falschen materiellen Bildern abwenden, die uns täglich vorgelegt werden, und unsere Aufmerksamkeit vollständig der Fülle und Frische des Christus, der Idee Gottes, zuwenden. Der Apostel Paulus legt uns nahe (Römer 12:2): „Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eurer Gesinnung, damit ihr prüfen könnt, was der gute, wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“

Natürlich gibt es keine festgelegten Formeln, keinen Ersatz dafür, Gottes frische Inspiration zu erhalten, doch helfen mir oft drei allgemein formulierte Schritte dabei, mein Denken neu zu ordnen. Als Erstes erneuere ich mein Bewusstsein von und meine tiefe Verehrung für Gott. Er ist nicht nur groß und mächtig, sondern allerhaben. Es gibt nichts – keinen Ort, keine Zeit, absolut nichts – außer Gott und Seiner Schöpfung. Wenn ich daher merke, wie weltliche Sorgen oder Belange mein Denken überschatten, wende ich meine Aufmerksamkeit bewusst zurück auf Gott, den göttlichen Geist, indem ich Seine Allheit und Vollkommenheit aufs Neue bestätige.

Zweitens erkenne ich meine Gotteskindschaft dankbar und freudig an. Gott ist nicht nur die einzige Gegenwart und Macht im Universum, sondern auch unser Vater und unsere Mutter, die Väterlichkeit und Mütterlichkeit, aus denen alles Sein, alle Harmonie und alles Gute fließen. Gott tut mehr als uns Leben zu schenken; Er ist unser Leben. Die Bibel drückt es so aus (Apostelgeschichte 17:28): „Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ Alles, was wir haben, alles, was wir sind, stammt von Gott und ist in Gott, und diese Tatsache versichert uns, dass wir ebenso geistig, ewig und vollkommen sind wie Er.

Und zuletzt füge ich mich in allem vollständig Gott. Wenn ich Gottes Allmacht und meine unauflösliche Verbindung mit Ihm aufs Neue bestätigt habe, fällt es mir nicht schwer, mich Seinem Willen zu unterwerfen, obgleich das demütig, ehrlich und uneingeschränkt geschehen muss. Diese mentale Unterwerfung ebnet den Weg für friedvolle, zärtliche, geborgene Gefühle und Inspiration – die Liebe und Gnade Gottes, die wir tief im Herzen fühlen und die unsere Überzeugung von Einheit, Vollständigkeit und Harmonie wiederherstellen.

Meine Frau und ich haben nicht sehr jung geheiratet und dachten daher kaum daran, Kinder zu bekommen. Doch bei unserem weiteren geistigen Wachstum konnten wir spüren, wie sich eine gewisse Stagnation und Egozentrik in ein Leben schleicht, das sich ausschließlich um sich selbst dreht. Also schafften wir uns einen Hund an, nahmen mehr Ämter in der Kirche an und waren außerdem ehrenamtlich in unserem Umfeld tätig. Aber auch das erfüllte uns nicht richtig.

Als wir diesbezüglich beteten, keimte die Idee eigener Kinder in uns auf, doch wir wiesen sie von der Hand in dem Glauben, zu alt dafür zu sein. Und dann mussten wir an die Geschichte von Abraham und Sara in der Bibel denken, die beide „alt und hochbetagt“ waren, als Gott ihnen verkündete, dass Sara Abraham einen Sohn gebären würde. Wir lesen dort (1. Mose 18:11, 14): „Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?“

Das erweiterte unser Denken über unsere materiellen Begrenzungen hinaus, und innerhalb von zwei Monaten war meine Frau schwanger. Mit der Geburt unseres Sohnes ging ein großes Gefühl der Erneuerung, Erfüllung und Freude einher – etwas, das wir aller Voraussicht nach nie erlebt hätten, wenn wir nicht empfänglich für Gottes unendliches Potenzial und offen für die Erkenntnis gewesen wären, dass das der richtige Weg für uns war.

Mrs. Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit neben der Randüberschrift „Erneuertes Selbst“ (S. 249): „Lasst uns die göttliche Energie des Geistes fühlen, die uns zu neuem Leben führt und weder einer sterblichen noch einer materiellen Kraft die Fähigkeit zu zerstören zuerkennt. Freuen wir uns, dass wir der göttlichen ‚Obrigkeit‘ unterstehen. Das ist die wahre Wissenschaft des Seins. Jede andere Theorie von Leben oder Gott ist trügerisch und mythologisch.“

Und der Prophet Jesaja drückt es so aus (Jesaja 40:31) „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie vorwärtsgehen und nicht müde werden.“ Jeder Augenblick beschert uns Gelegenheiten, unser Denken zu regenerieren und zu vergeistigen, wodurch neue Möglichkeiten sichtbar werden, uns von Gott inspirieren, stärken und voranführen zu lassen.

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