Ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie oft Artikel und Zeugnisse in den Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft auf die Bibel und Mary Baker Eddys Schriften, allen voran Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, verweisen? Diese Beiträge wurden von Leserinnen und Lesern verfasst, die beschreiben, was sie aus diesen Büchern gelernt haben und wie bzw. wovon sie geheilt wurden. Sie erwähnen die Bücher, damit andere Leserinnen und Leser sich ihnen ebenfalls zuwenden.
Die Bibel und die veröffentlichten Schriften der Gründerin der Christlichen Wissenschaft werden in christlich-wissenschaftlichen Kreisen oft informell als „die Bücher“ bezeichnet. Das ist eine Kurzform für etwas, das aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Sie wenden sich an „die Bücher“ mit dem Ergebnis, dass Heilung erfolgt.
Und was genau hat diese heilende Macht? In der Bibel wird berichtet, dass Jesus seine Jünger einst etwas Derartiges fragte, denn er wollte, dass sie die Heilungen, deren Zeugen sie waren, verstanden. Er fragte: „Was sagen die Leute, wer ich, der Menschensohn, sei?“ Simon Petrus antwortete: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Jesus befürwortete diese Antwort (siehe Matthäus 16:13–17). Und „die Bücher“, auf die Christliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verweisen, identifizieren die heilende Macht genau wie Petrus als den Christus, die wahre Idee Gottes.
Der Herold, den Sie lesen (oder sich anhören), ist eine von vier Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft, die in den Büchern verankert sind. Mrs. Eddy stellte diese Publikationen einst so vor: „Ich habe allen christlich-wissenschaftlichen Zeitschriften den Namen gegeben. Die erste war The Christian Science Journal, dazu bestimmt, die göttliche Wissenschaft der Wahrheit aufzuzeichnen; die zweite nannte ich Sentinel, dafür vorgesehen, über Wahrheit, Leben und Liebe Wache zu halten; die dritte, Der Herold der Christian Science, die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden; die nächste nannte ich Monitor, er soll die unerschöpflich wirkende Wissenschaft ungeteilt verbreiten. Das Ziel des Monitors ist, keinem Menschen zu schaden, sondern die ganze Menschheit zu segnen“ (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler und Verschiedenes, S. 353).
Über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren haben die Zeitschriften ein Portrait des praktischen Christentums für die Menschheit gezeichnet. Journal, Sentinel und Herold enthalten Heilungen von Krankheiten, nachbarschaftlichen Disputen, Depressionen, Verletzungen, Eheproblemen, Geburtsfehlern und vielem mehr. Diese Heilungen sowie die Berichterstattungen und ein täglicher Artikel über die Inhalte der Christlichen Wissenschaft im Monitor, geben nicht nur Christlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern der ganzen Gemeinschaft der Suchenden in aller Welt Hoffnung.
Doch wenn wir Mrs. Eddys Aussage über die Aufgaben lesen, die sie den Zeitschriften gegeben hat, fällt noch etwas anderes Interessantes auf: Obwohl die Leserschaft mit der Tätigkeit von Wahrheit und Liebe vertraut wird und die universale Reichweite der göttlichen Wissenschaft erkennt, wurden die Zeitschriften nicht ins Leben gerufen, um die Christliche Wissenschaft zu lehren oder den Inhalt der Bücher zu interpretieren. Wenn wir lernen wollen, wie wir die Wissenschaft des Seins im Leben praktizieren können, müssen wir uns selbst an „die Bücher“ wenden.
Beispielsweise erhalten wir beim Lesen einer Heilung von Grippe oder von den Nachwirkungen eines Sturzes einen unschätzbaren Beweis von Gottes Macht und Immer-Gegenwart sowie von Seiner Liebe zum Menschen. Und wir erlangen Inspiration und hilfreiche Ideen, mit denen wir beten können, doch es wäre ein Fehler zu glauben, dass die jeweiligen Gebete und Erkenntnisse einer Person als Formel für die Gebete einer anderen Person dienen können, selbst wenn der Bedarf im Augenblick ähnlich ist. Es ist das Privileg eines jeden Menschen, mit Gott bekannt zu werden und sich unter das zu begeben, was die Bibel „den Schirm des Höchsten“ (Psalm 91:1) nennt – zu unserem Platz im Denken, wo wir ungestört mit der göttlichen Wahrheit und Liebe zusammen sein können. Wir wenden uns unmittelbar an Gott und würden auch nichts anderes wollen. Göttliche Liebe und Wahrheit sprechen zu uns individuell, nicht nur als Teil der Gesamtheit der Menschen.
Eine Satzungsbestimmung im Handbuch der Mutterkirche von Mary Baker Eddy macht das sehr deutlich (S. 43): „Formeln verboten. Abschn. 9. Kein Mitglied darf geschriebene Formeln als Hilfsmittel zum Lehren der Christlichen Wissenschaft oder zum Heilen der Kranken benutzen oder seinen Patienten oder Schülern dies erlauben. Was auch immer für beide Zwecke erforderlich ist, ist in den Büchern der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft enthalten. Mitunter mag sie den Glauben durch einen geschriebenen Text stärken wie niemand anders es kann.“
Viele Christliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (mich eingeschlossen) haben eine Sammlung von Zeugnissen aus den Zeitschriften zusammengestellt, die sie besonders ansprechen und die zu verschiedenen Zeiten eine Hilfe dabei gewesen sind, falsche Überzeugungen der Angst oder Entmutigung zu durchbrechen. Und im letzten Kapitel von Wissenschaft und Gesundheit, genannt „Früchte“, sowie in einem ähnlichen Kapitel mit der Überschrift „Heilungszeugnisse“ in Mrs. Eddys Buch Vermischte Schriften 1883–1896 finden sich Zeugnisse von Menschen, die dadurch geheilt wurden, dass sie Wissenschaft und Gesundheit lasen.
Von der Umwandlung zu lesen, die eine Heilung bewirkt hat, weckt ganz natürlich den Wunsch in uns, mehr darüber zu erfahren, was genau diese große Veränderung im Leben der betreffenden Person bewirkt hat. Die heilende Macht wird am deutlichsten, wenn unser Fokus nicht auf der geheilten Person, sondern auf der Macht Gottes und den Wahrheitsgedanken ruht, durch die sie geheilt wurde. Mrs. Eddy stellt diesbezüglich mehrere interessante Fragen (Verschiedenes, S. 114): „Hat ein einziger Christlicher Wissenschaftler schon die Höhen dieser Lehren erreicht? Und wenn nicht, warum weist man dann auf die Lebensführung Christlicher Wissenschaftler hin und bekrittelt das Buch, das diese Lebensführung gestaltet hat?“ Trotz der Tausenden verifizierter Heilungen hat niemand von uns „die Höhen dieser Lehren erreicht“. Die Bücher erklären die Offenbarung – die Wissenschaft des Christus. Und diese Wissenschaft gestaltet unsere Lebensführung.
Da die Bücher alles geben, was auch immer zum Verständnis Gottes und Seiner Heilmacht erforderlich ist, beschäftigen sich viele regelmäßig mit ihnen, indem sie die wöchentlichen Bibellektionen lesen, die von der Verlagsgesellschaft der Christlichen Wissenschaft im Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft veröffentlicht werden. Die Bibellektionen, auch „Lektionspredigten“ genannt, setzen sich aus Abschnitten aus der Bibel und Wissenschaft und Gesundheit zusammen, die unter der Woche gelesen werden und dann am Sonntag in allen Gottesdiensten der Christlichen Wissenschaft als Predigt dienen.
Es ist erwähnenswert, dass die Leserinnen und Leser der Zweigkirchen Christi, Wissenschaftler, im Kirchenhandbuch (S. 32) aufgefordert werden „zu keinem Zeitpunkt erklärende Anmerkungen zur Lektionspredigt [zu] machen“. Diese Regel begrenzt oder behindert die Übermittlung des Wortes an die Suchenden in keiner Weise und hält uns auch nicht davon ab, Erkenntnisse außerhalb des Sonntagsgottesdienstes (und der Mittwoch-Zeugnisversammlung) an andere weiterzugehen. Es geht um das Verständnis, dass wir alle die unverzichtbaren geistigen Lehren der Bücher verstehen können und dass sie individuell zu jedem Menschen sprechen.
Mrs. Eddy identifizierte die göttliche Wissenschaft als den von Christus Jesus verheißenen Tröster. Er sagte (Johannes 14:26): „Der Tröster, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ Und ein andermal sagte er (Johannes 6:45): „Es steht geschrieben in den Propheten: Sie werden alle von Gott gelehrt sein.“
Von Gott gelehrt zu sein ist nicht zu abstrakt oder theoretisch, noch mangelt uns dabei die unmittelbare Fürsorge, die wir brauchen. „Die Bücher“ sind nicht zu akademisch, um das Sehnen des Herzens zu stillen. Wenn man beispielsweise die Heilungen im Kapitel „Früchte“ in Wissenschaft und Gesundheit liest, findet man viele Berichte von Menschen, die unter akuten Krankheiten oder schweren Verletzungen litten oder lange Invaliden waren – und die Bücher sprachen sie direkt und verständlich an, sodass sie geheilt wurden.
Die göttliche Wissenschaft zu verstehen erfordert, den geistigen Sinn einzusetzen, doch der entsteht nicht durch eine bestimmte Art von Prosa oder eine besondere Wortwahl. Der geistige Sinn kommt von Gott. Er ist im Himmelreich enthalten, von dem Jesus sagte, dass es bereits inwendig in uns ist.
Mrs. Eddy schreibt in ihrer Botschaft an die Mutterkirche für 1901 (S. 11): „Das Wort Gottes ist ein machtvoller Prediger, und es ist nicht zu geistig, um anwendbar zu sein, noch zu übersinnlich, um gehört und verstanden zu werden.“ Und in einem Brief, der im Juni 1906 im Herold veröffentlicht wurde und die Errungenschaften unserer Führerin aufzählt, lesen wir, dass Wissenschaft und Gesundheit „eine gewaltige Anzahl von Menschen von Krankheit geheilt und praktisch Unzähligen Gott offenbart hat –, Tatsachen, die beweisen, 1) dass ‚Wissenschaft und Gesundheit‘ denen, die ernsthaft nach der Wahrheit suchen, nicht erklärt zu werden braucht, 2) dass es nicht möglich ist, die Wahrheit auf einfachere oder gefälligere Weise absolut genau darzulegen“ (Verschiedenes, S. v–vi).
Alle, die für die Zeitschriften geschrieben haben, haben diese Hilfe selbst erlebt. Und so ist es kein Wunder, dass sie anderen nahelegen möchten, sich an die Bücher zu wenden.
