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Original im Internet

Tun wir unsere Arbeit – oder unterhalten wir uns ausführlich mit dem Teufel?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 4. Mai 2026


Ob Geistliche, Theologen oder Lehrkräfte in Sonntagsschulen – sie alle empfehlen eine tägliche „Dosis“ des Lesens in und Beschäftigens mit der Bibel. Sie wissen, dass die Bibel machtvoll und heilend im Leben von Menschen wirkt. Auch Mary Baker Eddy, die Gründerin der Christlichen Wissenschaft, war sich dessen bewusst. Sie studierte die Bibel eingehend und brachte deren geistige Bedeutung ans Licht. Aus ihrer großen Liebe zum inspirierten Wort der Bibel – besonders zu den Lehren von Christus Jesus –, ihrer Demut und ihrer zärtlichen Liebe zur Menschheit heraus schrieb sie in ihrer Botschaft an die Mutterkirche für 1902 (S. 4–5): „Unsere Gedanken über die Bibel drücken sich in unserem Leben aus.“

Die geistigen Wahrheitsinhalte und Anleitungen der Bibel erleuchten unser Herz und unser Leben, wenn wir sie verstehen und im Alltag umsetzen. Sie lehren uns, Brüder und Schwestern in Christus zu sein – wohltätig und tolerant. Und sie rütteln uns wach, die Tatsache zu erkennen, dass Böses, Hass und irriges Urteilen Denkfehler sind. Doch im Mittelpunkt der Bibel stehen Gottes Güte und die Macht Gottes, des Guten, über das Böse. Die Bibel zeigt uns die Machtlosigkeit und Nichtexistenz des Bösen im Licht der Allheit Gottes.

Aber vielleicht verfolgt Sie ein hartnäckiger Gedanke, der Ihnen zuraunt: „Ich habe zu viel zu tun, um in der Bibel zu lesen, in ihre Botschaft einzudringen und zu beten.“ Oder ein kleiner selbstgerechter teuflischer Gedanke behauptet: „Ich bete ja schon den ganzen Tag; ich muss meine Aktivität jetzt nicht unterbrechen, um mich hinzusetzen und still zu sein!“ Oder vielleicht dieser: „Ich bete später, wenn ich meine Besorgungen erledigt, Anrufe getätigt und E-Mails beantwortet habe.“ Und dann tritt „später“ nie ein, und wir wünschten, wir hätten den Tag mit solidem geistigem Studium und ruhigem Gebet begonnen.

Mrs. Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 406): „Die Bibel enthält das Rezept für alles Heilen.“ Das Rezept für Heilen in der Bibel wird durch die Erläuterung des geistigen Gesetzes im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit, verständlich gemacht. Auf diese Weise wirken beide zusammen als Pastor der Kirche Christi, Wissenschaftler. 

Das Rezept für Heilen erfordert Kommunion mit Gott als wesentlichen Bestandteil unseres Alltags. Diese Kommunion – damit ist wissenschaftliches Gebet gemeint – öffnet unser Denken und Leben für das geistige Verständnis der untrennbaren Beziehung des Menschen zu Gott, und dieses höhere vergeistigte Bewusstsein führt zu Heilungen für uns individuell. Außerdem segnet sie alle, an die wir denken. Wenn unser Herz für die göttliche Liebe, Gott, brennt, können wir andere inspirieren und heilen. Tägliche Kommunion mit Gott bringt geistige Gelassenheit mit sich, die uns die Bereitschaft beschert, auf Wunsch mit Behandlung in der Christlichen Wissenschaft auf die Bedürfnisse anderer einzugehen, und kann sogar zu augenblicklichen Heilungen führen.

Das Gegenteil dieses wohltuenden, vergeistigten Bewusstseins ist ein angebliches Gemüt, das sich dem unendlichen göttlichen Gemüt, Gott, entgegenstellt: das sogenannte sterbliche oder fleischliche Gemüt, das auf Materie aufbaut und dort sowohl Vergnügen als auch Erfahrungswerte sucht. Das sterbliche Gemüt wird von Materialismus und Sinnlichkeit angezogen und zeigt sich in Apathie und Stumpfheit, die wiederum zu einem Mangel an Freude an und Enthusiasmus für Studium und Gebet führen. Dem sterblichen Gemüt nachzugeben würde bedeuten, Gott, Geist, an letzte und die Materie an erste Stelle zu stellen, als ob es die Macht hätte, etwas gegen Gott zu bewirken! 

Tierischer Magnetismus als hypnotische Auswirkung des sterblichen Gemüts hält uns vermeintlich von Gebet und Bibelstudium ab mit den subtilen Behauptungen, dass Wahrheit ja wahr ist und wir daher nichts tun müssen – dass Heilung von selbst eintritt oder irgendwann später kommt, wenn wir geistig gesinnt genug sind, Wahrheit genug Zeit gelassen haben oder sie „verdienen“. Diese Lüge bringt uns dazu, die Augen für die Tatsache zu verschließen, dass wir als Widerspiegelung bzw. Ebenbild Gottes wichtige Aufgaben haben. 

Es ist absolut notwendig, uns gegen die Sicht der Welt auf die Vergnügungen und Mühen der Materie mithilfe von Gebet zu wehren. Nur durch konkrete christlich-wissenschaftliche Behandlung – wissenschaftliches Folgern auf der Grundlage der in der Bibel dargelegten Gesetze Gottes – können wir uns geistig erheben und die irrige Behauptung zerstören, dass Apathie, Unsicherheit oder ein augenscheinlicher Mangel an Fähigkeiten machtvoller ist als Gott, das Gute. 

Vielleicht ist der größte Übeltäter der selbstbetrügerische Glaube, dass wir die erforderliche Arbeit tun, wenn das in Wirklichkeit nicht der Fall ist. 

Das ist etwas, das Martha Wilcox, eine frühe Schülerin der Christlichen Wissenschaft, lernen musste. Als Mitglied und Angestellte in Mrs. Eddys Haushalt wurde ihr eine Aufgabe zugeteilt, die im Gebet ausgeführt werden musste. Sie schrieb in ihren Erinnerungen: „Ich hatte natürlich den großen Wunsch, die Gegenwart der Wirklichkeit zu beweisen, und arbeitete fast die ganze Nacht durch.

Am Morgen rief [Mrs. Eddy] mich zu sich und sagte: ‚Martha, warum haben Sie Ihre Arbeit nicht getan?‘ Ich antwortete: ‚Mutter, ich habe gearbeitet.‘ Sie sagte: ‚Nein, Sie haben nicht gearbeitet, Sie haben eine lange Unterhaltung mit dem Teufel geführt. Warum sind Sie sich nicht der Allheit Gottes bewusst gewesen?‘

Ich sagte: ‚Mutter, ich habe es versucht.‘ Und ihre Antwort war: ‚Nun, wenn Jesus bloß versucht und versagt hätte, dann hätten wir heute keine Wissenschaft.‘ Dann ließ sie ein Schild an die Innenseite meiner Zimmertür hängen, auf dem in großen Druckbuchstaben stand: ‚Der Glaube ohne Werke ist tot.‘ Das habe ich zwei Wochen lang angeschaut“ (Wir kannten Mary Baker Eddy, S. 131–132).

Das mag eine unangenehme Lektion für Martha gewesen sein, doch sie hat die Botschaft verstanden: Man darf nicht nur über den Irrtum (das Gegenteil geistiger Wahrheit) oder mit dem Irrtum reden. Man muss geistig im Gebet erkennen, dass Gott Alles-in-allem ist, und damit den Irrtum und seine falschen Behauptungen besiegen.

Gegen Ende 2024 litt eine Bekannte von mir unter starken Schmerzen und bat daher eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, für sie zu beten. Mehrere Wochen vergingen, ohne dass sich viel änderte, doch meine Bekannte begann sich während dieser Zeit ausschließlich mit der Bibel und Wissenschaft und Gesundheit zu beschäftigten. Aufgrund dieses Studiums und Gebets erkannte sie, dass sie nicht spezifisch für sich selbst gebetet hatte. Sie hatte in den Büchern gelesen, sich Aufnahmen angehört und mit der Praktikerin gesprochen, doch nun merkte sie, dass sie sich nie selbst eine christlich-wissenschaftliche Behandlung gegeben hatte. Als sie das begriff, tat sie es augenblicklich, um die Unwirklichkeit des sterblichen Gemüts zu verstehen.

Einige Tage später war sie vollständig geheilt. Warum? Weil sie verneint hatte, dass eine Fehlfunktion und Schmerzen Wirklichkeit besitzen. Und sie hatte bewusst die Wahrheit ihrer Einheit mit Gott bekräftigt, so wie sie es in der Bibel und in Wissenschaft und Gesundheit gelernt hatte. 

Diese spezifische Art von gebetvoller Arbeit ist täglich vonnöten. Wenn wir alles, was sich um uns herum abspielt, auf rein physische Weise angehen, ohne unseren mentalen und geistigen Einsatz zu zeigen, dann werden wir dem Standard wahrer wissenschaftlicher Arbeit nicht gerecht.

Mrs. Eddy ermahnt uns in Wissenschaft und Gesundheit (S. 559): „Lest dieses Buch von Anfang bis Ende. Studiert es, sinnt darüber nach.“ Warum? Weil uns dieses Studium zusammen mit dem Bibelstudium heilt. Und neben der Randüberschrift „Wirkung dieses Buches“ schreibt Mrs. Eddy auf S. 422: „Wenn der Leser dieses Buches in seinem ganzen Organismus einen großen Aufruhr spürt und gewisse moralische und physische Symptome sich zu verschlimmern scheinen, so sind diese Anzeichen günstig. Lies weiter, und das Buch wird der Arzt werden, der die Erregung beruhigt, die Wahrheit oft beim Irrtum auslöst, wenn sie ihn zerstört.“

Diese Arbeit des Studiums und Gebets in der Christlichen Wissenschaft ist mit Freude, Erbauung und Herausforderungen verbunden. Sie bezeugt, dass die göttliche Liebe, Gott, allen Raum füllt. Sie erkennt, dass Liebe auf allen Menschen ruht – Liebe, die Irrtum und Schmerzen zerstört und Irrtum auf sein natürliches Nichts zurückführt. Sie beweist Mary Baker Eddys Aussage in Vermischte Schriften 1883–1896 (S. 183): „Der Mensch ist Gottes Bild und Gleichnis; was immer Gott möglich ist, ist dem Menschen als Gottes Widerspiegelung möglich.“

Die Bibel enthält viele Berichte davon, wie Gottes Güte Böses jeglicher Art überwindet. Die Bibel und ihr Begleitbuch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift machen uns Mut, segnen uns, heilen uns.

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