Jeder fühlt sich gelegentlich nostalgisch. Dahinter kann sich der heimliche Wunsch nach einem Lebenszweck oder nach Zugehörigkeit verbergen. Doch der Blick zurück ist nicht hilfreich, wenn wir bewusst oder gar unbewusst meinen, dass die Dinge „damals“ besser waren. Auf das zu schauen, was einst war, ob mit Bedauern oder aus Nostalgie, oder eine konkrete Zeitperiode mit verklärtem Blick zu betrachten, kann unser Denken begrenzen, da das Leben an bestimmte Zeiten oder materielle Umstände gebunden wird. Das kann die geistige Tatsache verdecken, dass das wahre Gute hier und jetzt reichhaltig vorhanden ist.
Um klarer zu verstehen, dass uns das Gute immer verfügbar ist, erklärt die Christliche Wissenschaft, dass alles wahre Gute immer seine Quelle in Gott hat. Gott, das göttliche Leben, ist unveränderlich und ewig. Und Gottes Ausdruck ist ewiglich aktiv, nie überholt oder vermindert und nie an ein bestimmtes Menschen- oder Zeitalter gebunden. Viele haben festgestellt, dass das Studieren und Praktizieren der Christlichen Wissenschaft ihnen hilft, sich der göttlichen Macht und Gegenwart besser bewusst zu sein.
Wir beginnen mit dem Verständnis, dass geistiger Fortschritt mit dem entsprechenden Denken und der Erkenntnis der gegenwärtigen Wirklichkeit von Gottes Reich einhergeht. Mary Baker Eddy schrieb im Hinblick auf die Worte des Meisters aller Christen, Christus Jesus (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 251): „... ‚Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden‘ (mit einer durch die Sinne erlangten Erkenntnis), sondern ‚das Reich Gottes ist inwendig in euch‘, innerhalb der gegenwärtigen Möglichkeiten der Menschheit.“
Das Reich Gottes inwendig in uns zu suchen – wo es uns allen hier und jetzt zur Verfügung steht –, hilft, unser Denken in der Wahrheit zu verankern, dass Gottes Segnungen nie an eine materielle Form, an materielle Umstände oder an einen Zeitraum gebunden sind. Sie sind immer verfügbar und werden durch unsere unzerstörbare Verbindung zum göttlichen Leben und Geist erkannt.
Wir mögen gelegentlich versucht sein, mit Nostalgie auf ein unleugbar „goldenes Zeitalter“ des Heilens zu blicken – wie zu der Zeit von Jesus und seinen Jüngern oder von Mrs. Eddy und ihren frühen Schülerinnen und Schülern der Christlichen Wissenschaft. Doch können wir Ermutigung und Inspiration erhalten, indem wir aus der Vergangenheit lernen, statt uns einfach zu ihr zurückzusehnen. Dankbarkeit für Segnungen der Vergangenheit enthält die Verheißung, unsere Gegenwart zu bereichern.
Das Zurücksehnen nach einer aus unserer Sicht mit Heilungen gefüllten Zeit zeigt das aktuelle Verlangen, heute mehr von dieser heilenden Macht zu erleben. Das ist ein heiliges Sehnen. Doch wenn wir meinen, dass Heilung, Inspiration oder Heiligkeit eher zu einer anderen Zeit gehören, dann leugnen wir die Zeitlosigkeit des Christus, der Wahrheit.
Als die göttliche Offenbarwerdung Gottes hat der Christus keinen Anfang und kein Ende und keinen Bezug zu Zeit. Es hat nie eine Zeit gegeben, in der Gottes Güte uns näher war als jetzt. Wann und wo immer unser Denken empfänglich und bereit dafür ist, sich dem göttlichen Gesetz zu fügen, können wir das Reich Gottes selbst erleben.
Die Geschichte von Lots Frau in der Bibel (siehe 1. Mose 19:1–26) verdeutlicht diese geistige Lehre eindrücklich. Ihr Blick zurück könnte als ein Festhalten an einem materiellen Verständnis von Leben betrachtet werden, das sie loslassen sollte. Wenn wir stattdessen auf die Wahrheit von Gottes Immer-Gegenwart vertrauen, können wir auf eine leuchtende Zukunft blicken und heute das beweisen und praktizieren, was Jesus lehrte und von Gottes Güte und heilender Macht bewies. Jesu Beispiele des Heilens stellen die Zeitlosigkeit der Gegenwart des Christus unter Beweis. Die göttlichen Eigenschaften, die den mentalen Nährboden für Heilungen bereiten, gehören nicht der Vergangenheit an, sondern sind geistig und daher immer aktiv und verfügbar. Dankbarkeit und Anerkennung für das, was vor uns war, erfüllt die Gegenwart mit Kraft und Klarheit.
Die Arbeit, die Christus Jesus und seine unmittelbaren Nachfolger – und später Mary Baker Eddy sowie ihre direkten Schülerinnen und Schüler – geleistet haben, stellte die Immer-Gegenwart und unveränderliche Wirklichkeit von Gottes Güte und Macht unter Beweis, und jede Heilung, die im Herold und in seinen Schwesterzeitschriften, dem Christian Science Journal und dem Christian Science Sentinel, veröffentlicht wird, beweist, dass die göttliche Güte und Macht heute ebenso gegenwärtig und wirksam sind. Das unlängst herausgekommene Buch Christian Science: Continuing Evidence of Christ-Healing [Die Christliche Wissenschaft: Anhaltende Beweise des Christus-Heilens] enthält mehr als achtzig verifizierte aktuelle Berichte von Personen, die geheilt wurden, indem sie sich auf die Christliche Wissenschaft verlassen haben – von Angstzuständen, Krampfanfällen, Krebserkrankungen, Alkoholismus und schweren Verletzungen, um nur einige zu nennen.
Die göttliche Wahrheit war in einer anderen Zeit oder Ära nicht wirksamer als heute. „Die Lehren und Demonstrationen Jesu waren für alle Völker und alle Zeiten bestimmt, nicht für eine bevorrechtigte Klasse oder einen begrenzten Zeitabschnitt, sondern für alle, die an ihn glauben würden“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 244). Christus, Wahrheit, bleibt konstant, ob das in einem bestimmten Zeitalter erkannt wird oder nicht. Was für eine Beruhigung – zu wissen, dass derselbe Christus, der vor zweitausend Jahren Heilungen bewirkt hat, auch heute präsent ist, dem menschlichen Bewusstsein geistig Gutes übermittelt und uns bewusst macht, dass Gottes Macht hier und jetzt für uns verfügbar ist.
Larissa Snorek
Stellvertretende Chefredakteurin
