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Original im Internet

Herrschaft für uns behaupten

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 27. April 2026


Das Universum. Ein spannendes Konzept, tief beeindruckend – ein enormer, sternenübersäter Raum, von dem man annimmt, dass er alterslos ist, keinen Ursprung hat und sich endlos erweitert, obwohl es unzählige Bemühungen gegeben hat, sein Alter und seine Quelle festzustellen. Doch über der materiellen Wissenschaft steht die Wissenschaft des Christus, der Wahrheit, und sie vermittelt uns ein Verständnis des Universums durch Vernunft und Offenbarung.

In den Erhellungen der auf den Worten und Werken Christi Jesu beruhenden Christlichen Wissenschaft zeigt sich alles, was wirklich existiert, als Manifestation des unendlichen Gemüts, Gottes. Der Begriff Universum geht auf ein lateinisches Wort zurück, das „das Ganze als Inbegriff aller Teile“ bzw. „ganz, sämtlich“ bedeutet. Mary Baker Eddy verwendet die Analogie der Sonne als Mittelpunkt, wenn sie auf Seite 310 des Lehrbuchs der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, schreibt, dass „die Wissenschaft Seele als Gott [offenbart], unberührt von Sünde und Tod – als das zentrale Leben und die zentrale Intelligenz, um die alle Dinge in den Systemen des Gemüts harmonisch kreisen“.

Nachdem ich diesen Satz gelesen, akzeptiert und geglaubt hatte, war ich vor Jahren sehr überrascht, als unsere Lehrerin uns während des Elementarunterrichts in der Christlichen Wissenschaft anschaute und fragte, wie wir uns sahen – als ein Staubkorn im Universum? Ich merkte, wie ich fast hilflos innerlich und (beschämt) äußerlich mit voller Zustimmung nickte.

Das war der Punkt, an dem sie uns zeigte, dass wir, falls wir das glaubten, alles verkehrt herum oder rückwärts betrachteten, quasi wie durch das falsche Ende eines Teleskops. Da wir das Ebenbild bzw. die Widerspiegelung Gottes, „die vollständige Darstellung des Gemüts“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 591) sind, so erklärte sie ferner, ist das Universum inwendig in uns. Die überraschende Tiefe dieser neuen Sichtweise wurde mir mit Wucht klar und hat mich nie verlassen. So schlicht und doch so umwälzend – das ist die Einfachheit des Christus.

Diese Lehre geht auf Christus Jesus zurück, der sagte: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Lukas 17:21). Während seines gesamten Lebens hat uns Jesus das „Inwendig-Sein“ des himmlischen Guten, unseres wahren Reiches des Friedens, der Gesundheit und der Heiligkeit, immer wieder vor Augen geführt. Gott ist Geist, und das wahre Universum, Sein bewusstes Reich der Ideen, einschließlich des Menschen, muss daher unweigerlich geistig sein. Gott und Sein Reich füllen allen Raum und lassen keinen Platz für ein so genanntes materielles Universum übrig. Und doch scheinen wir in einer Wechselbeziehung mit einem solchen Universum zu stehen. Wo genau ist dieses augenscheinliche Universum zu finden? In unserer materiellen Vorstellung von uns selbst.

Diese Tatsache zu verstehen – dass das, was wie eine physische Welt „dort draußen“ aussieht, in Wirklichkeit ein irriges Konzept im Bewusstsein ist –, verleiht Herrschaft. In dem Maße, wie wir dieses falsche Konzept durch die Inhalte der Christlichen Wissenschaft ersetzen, wird sich die Vorstellung vom Dasein als einem unglücklichen, kalten und unerschlossenen Ort auflösen. Dann entdecken wir, dass unser wahres Selbst und das Universum vollständig geistig sind, in der ewigen Geborgenheit des unendlichen Geistes, der göttlichen Liebe und des göttlichen Prinzips enthalten, in der sich kein Übel verbirgt, keine unvorhergesehenen kosmischen Kollisionen stattfinden und nichts Unharmonisches existiert.

Die unbeschreibliche Herrlichkeit der Liebe – rein, segensreich, intelligent – verleiht allen und allem inwendig und äußerlich Gutes. Alle vorgeblichen Bedrohungen unseres Wohlbefindens – Ansteckung, Konflikt, Unfall, Verlust, sogar die Sterblichkeit selbst – kann durch ein Verständnis der Wahrheit und den Gehorsam ihr gegenüber überwunden werden. „Wenn wir durch den Geist leben“, sagt der Apostel Paulus, „dann lasst uns auch unser Leben im Geist führen“ (Galater 5:25).

Und wiederum, da das physische Universum keine objektive Wirklichkeit, sondern eine subjektive Auslegung im Denken ist, haben wir Herrschaft. Mrs. Eddy erklärt in Wissenschaft und Gesundheit (S. 531): „Das menschliche Gemüt wird sich irgendwann über jeden materiellen und physischen Sinn erheben, wird ihn durch geistige Wahrnehmung ersetzen und die menschlichen Begriffe gegen das göttliche Bewusstsein eintauschen.“

Selbstverständlich hat Gott die Herrschaft, doch als Seine geistige Idee spiegeln wir dieselbe Autorität mit der Erwartung wider, dass alles als unsterbliches Gutes fortdauern muss. Diese Fortdauer ist durch das unveränderliche Gesetz der Liebe ewiglich in Kraft.

Dieses Gesetz offenbart, dass der Augenschein von Disharmonie jeglicher Art nichts als eine fasche, sterbliche Vorstellung ist. Da Disharmonie nicht zum inwendigen Himmelreich gehört, können wir sie durch das Verständnis der echten, wahren Idee berichtigen, die sie zu verbergen scheint. Ein Blick durch das falsche Ende eines Teleskops verkleinert und verzerrt die Sicht, daher ist eine korrekte Sichtweise vonnöten. Als Jesus in einem Schiff war, das von einem plötzlich aufkommenden Sturm bedroht wurde, offenbarte seine eigene korrekte Sicht die immer gegenwärtige Harmonie und den Frieden von Seele, wodurch der Glaube an ein tragisches Ende vertrieben wurde. Disharmonie in welcher Verkleidung auch immer muss sich der geistig-wissenschaftlichen Herrschaft fügen, die ausgeübt wird.

Vor zwei Jahren zog ich in ein Haus mit schönem Garten, in dem Bäume und Sträucher verschiedener Größe wuchsen. In meinem ersten Frühling dort schienen ein Strauch und ein Baum, dessen Stamm mehr als einen halben Meter dick war, am Ende zu sein. Sie hatten weder Knospen, noch sah man sonstige Lebenszeichen. Der Baum hatte zwar eine imposante Krone, seine Äste sahen aber so aus, als seien sie von schwarzem Filz überdeckt. Ein Fachmann riet mir, ihn fällen zu lassen.

Ich musste an zahllose Heilungen durch die Christliche Wissenschaft denken, und damit wehrte ich mich gegen das Bild, das sich mir bot. Einen Monat lang betete ich fast täglich, um diese Pflanzen als frühlingshaften Ausdruck des geistig Wahren zu erkennen – gesund und lebendig und nicht das Opfer einer materiellen Fäule.

Und tatsächlich schlugen beide aus und bekamen wundervolle Blätter. Die Rinde des Baumes sah wieder normal aus, und ich genoss den Schatten, den der Baum in der Sommerhitze spendete. Vielleicht gehörte dieser Baum zu den Spätblühern, denn er war mit allem viel später dran als die anderen Bäume im Garten. Doch selbst in diesem Fall bewahrte meine Weigerung, die düstere Prognose von einem kranken Baum zu akzeptieren, dass er unnötig abgeholzt wurde. Diese Aussage aus Wissenschaft und Gesundheit untermauert meine heutige Sicht der Ereignisse (S. 125–126): „Der Astronom wird nicht mehr zu den Sternen aufschauen – er wird von ihnen aus in das Weltall hinausschauen; und der Blumenzüchter wird seine Blume vor ihrer Aussaat wahrnehmen.

So wird schließlich bewiesen werden, dass die Materie nichts weiter ist als ein sterblicher Glaube, völlig ungeeignet, einen Menschen durch ihre vermeintliche organische Tätigkeit oder durch ihre vermeintliche Existenz zu beeinflussen.“

Unsere Herrschaft als die Widerspiegelung Gottes befähigt uns, allen Irrtum zu zerstören. Irrtum ist Mangel, ob an Nahrung, Gesundheit, Sicherheit, Gerechtigkeit, Frieden oder Liebe. Er ist Disharmonie jeglicher Art und macht die Wurzel der Konflikte zwischen den Völkern aus. Solch eine Unzulänglichkeit kann man nur in einem falschen Konzept eines begrenzten, materiellen Universums erleben – einer umgekehrten Sicht auf die geistige Wirklichkeit. Doch der Christus, die Manifestation des Vaters selbst, ist im menschlichen Bewusstsein immer gegenwärtig und aktiv, um „das unsterbliche Sehnen“ durch ein erwecktes Verständnis des inwendig in uns befindlichen geistigen Universums – des Reiches Gottes – zu stillen (siehe Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 189).

Wann immer wir für die Menschheit als Ganzes beten, ist es nützlich zu bedenken, dass nur das wahre Universum der Seele im wirklichen Denken des Menschen enthalten sein kann – und dass dieses göttlich mentale Reich die erhabene Wirklichkeit ist. Es ist weder verborgen noch in weiter Ferne, sondern nah, deutlich sichtbar und überzeugend, „mit Heil unter ihren Flügeln“ (Mary Baker Eddy, Botschaft an die Mutterkirche für 1902, S. 9). Solch eine umfassende, auf das Millennium gerichtete Sicht ist die Forderung unserer Zeit.

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