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FÜR JUNGE LEUTE

Als ich plötzlich kein Date mehr zum Abschlussball hatte

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 9. Februar 2026


Kleid? Check. Reservierung fürs Abendessen? Check. Date? Check. Unser Abschlussball, die größte Schulparty des Jahres, stand kurz bevor. Ich konnte es gar nicht abwarten.

Doch dann rief mich mein Date ein paar Wochen vorher an und sagte, dass er nicht mehr mit mir dahin gehen wollte. Die Kosten, der Zeitpunkt – das passte alles nicht zusammen, und er wollte nicht mehr hingehen. Ich sagte ihm freundlich, dass ich das verstehen könne. Dann legte ich auf und brach in Tränen aus.

Sonst mied ich Schulbälle. Ich tanzte nicht gern und war oft die Einzige in meinem Freundeskreis, die kein Date hatte. Das war peinlich und unangenehm. Besser gar nicht erst hingehen, als sich so zu fühlen. Aber jetzt waren da diese grässlichen Gefühle und zeigten wieder ihre Fratzen – vor dem einzigen Ball, auf den ich mich wirklich gefreut hatte.

Als ich an diesem Abend mein Gesicht in die Kissen presste und nichts anderes wollte als diesen Schmerz loszuwerden, kam meine Mutter rein und fing an, über meine Vollständigkeit als geistige Idee zu reden. Das mag wie eine bizarre Reaktion auf das Heulen einer Teenagerin klingen. Aber ich besuchte schon seit ich klein war eine Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft. In meiner Familie war Gebet die natürlichste und logischste Reaktion auf jede Art von Unwohlsein, ob körperlich oder seelisch. Ich war schon oft von Krankheiten und Verletzungen geheilt worden, aber ich glaube nicht, dass ich bis dahin jemals über ein Beziehungsproblem gebetet hatte. 

Meine Mutter und ich haben dann vor allem über die beiden Schöpfungsberichte im ersten Buch Mose (die Genesis) in der Bibel geredet. Im ersten Schöpfungsbericht (1. Mose, Kapitel 1) erschafft Gott, Geist, das ganze Universum – alles, einschließlich aller Menschen – und erklärt es für gut. In diesem Bericht erfahren wir, dass wir alle als Bild und Gleichnis Gottes erschaffen wurden, also geistig, vollkommen und vollständig. Das zweite Kapitel der Genesis beschreibt eine völlig andere Szene. Es beginnt mit Nebel, der vom Boden aufsteigt und ein verschwommenes, verzerrtes Bild von der Schöpfung zeigt. Dort wird ein Mann namens Adam aus Staub gebildet, und etwas später formt Gott Eva aus einer von Adams Rippen. Dieser Bericht beschreibt, dass Eva dazu erschaffen wurde, den Mann Adam zu vervollständigen – sie soll seine Gefährtin sein.

Meine Mutter hat gesagt, dass es sich manchmal so anfühlt, als würden wir in der Welt dieses zweiten Kapitels der Genesis leben, als unvollständige Wesen auf der Suche nach unserer fehlenden Hälfte in Form einer geliebten Partnerin und eines geliebten Partners, der uns das Gefühl der Vollständigkeit vermittelt. Aber dieses Gefühl ist aus dem Nebel des Glaubens entstanden, dass wir alle aus Materie bestehen und von Adam und Eva abstammen. In Wirklichkeit sind wir alle – jeder einzelne Mensch – als Bild und Gleichnis Gottes, des Geistes, erschaffen. Wir sind vollständige, geistige Ideen, die sämtliche schönen Eigenschaften des Geistes widerspiegeln.

Wenn ich ehrlich bin, war ich damals mehr durch die mütterliche Liebe getröstet als durch das, was meine Mutter mir sagte. Doch innerhalb einer Woche war das Problem mit dem Abschlussball gelöst. Ganz überraschend bot mir ein befreundeter Klassenkamerad an, mit mir auf den Ball zu gehen. Unsere Freundeskreise überschnitten sich etwas, und so passte er sehr gut in meine Gruppe. Der Abend mit allen war genauso schön und unvergesslich, wie ich es mir vorgestellt hatte. 

Und was ist mit dem Konzept geistiger Vollständigkeit, über das meine Mutter geredet hatte? Wie sich herausstellte, hatte sie Recht. In den Jahren nach meinem Schulabschluss erkannte ich immer besser, dass Vollständigkeit nichts mit meinen Beziehungen zu anderen zu tun hat. Die Ganzheit, die wir so gerne wollen, und die Liebe, nach der wir uns sehnen, kommen von Gott, der göttlichen Liebe. Liebe kann auf viele verschiedene Arten und zu den verschiedensten Zeiten in unserem Leben ausgedrückt werden, aber die Substanz dieser Liebe ändert sich nie, denn unsere Beziehung zur göttlichen Liebe ist unveränderlich.

Die Erkenntnis, dass Freude nur von Gott kommt und mich nie verlässt, hat mich immer wieder getröstet und mir Hoffnung gemacht, wenn sich Beziehungen, die nicht gut für mich waren, auflösten. Das Vertrauen darauf, dass ich immer bei Gott, Liebe, bin, hat – mehr als einmal – ein Gefühl von Einsamkeit geheilt. Und durch das Verständnis, dass meine geistige Identität immer und ewig vollständig und komplett ist, hatte ich eine feste Grundlage, als ich dann schließlich heiratete. Heute ist der Abschlussball eine ferne Erinnerung, aber die geistige Lektion, die ich damals gelernt habe, begleitet mich heute noch.

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