Im Herbst 2012 fühlte ich mich, wie viele andere während der Zeit des Wahlkampfes in meinem Land, von den nationalen Unruhen überwältigt. Ich war erst seit zwei Jahren in der öffentlichen Praxis der Christlichen Wissenschaft tätig, und mir wurde bewusst, wie viel ich noch darüber lernen musste, in turbulenten Zeiten geistige Gelassenheit und Frieden zu bewahren. Ich sehnte mich danach, mehr von der Harmonie zu verstehen, die die göttliche Liebe verheißt.
Während eines Besuchs in Boston vor den Weihnachtsferien geschah etwas, das mich dazu anspornte, mein geistiges Verständnis zu vertiefen. Als ich eines Nachmittags die Stadt besichtigte, rutschte ich aus, stürzte schwer auf einem Gehweg mit Kopfsteinpflaster und prallte hart mit der Schulter auf dem Boden auf. Dabei hörte ich ein Krachen und konnte danach meinen linken Arm nicht mehr bewegen. Mehrere freundliche Menschen, die den Sturz beobachtet hatten, kamen mir zu Hilfe, schauten besorgt und drängten mich, ins Krankenhaus zu gehen. Ich lehnte dankend ab und bat lediglich darum, zu einer Bank in der Nähe begleitet zu werden.
Ich fühlte mich allein, ängstlich und hatte Schmerzen, nachdem sie gegangen waren – deshalb rief ich eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft an, um durch Gebet Hilfe zu erhalten, und wandte mich in Gedanken an die göttliche Liebe um Führung. Die Praktikerin ermutigte mich liebevoll, zu einem nahe gelegenen Leseraum der Christlichen Wissenschaft zu gehen. Dann las sie aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft vor: „‚Liebet einander‘ – Offenbarungsworte! Liebe macht frei und froh, öffnet jede Pforte“ (Margaret Morrison, Lied Nr. 179, Text und Übers. © CSBD).
Ich konnte zum Leseraum gehen, dieses Lied finden und es viele Male lesen. Seitdem ist es eines meiner liebsten Gebete geworden, denn es hilft mir zu erkennen, dass meine Sicherheit, mein Schutz und mein Fortschritt auf Prinzip, göttlicher Liebe, beruhen.
Nachdem ich im Leseraum neue Kraft geschöpft hatte, nahm ich ein Taxi zu meiner Unterkunft. Ich wohnte in einer Pflegeeinrichtung der Christlichen Wissenschaft, einem geistigen Zufluchtsort, der auch Raum zum Ausruhen und Studieren bietet. Der Umstand, dass ich bereits ein Zimmer an diesem unterstützenden Ort hatte, zeigte mir, dass ich genau dort war, wo ich sein musste.
Als ich ankam, bot mir die Rezeptionistin an, eine Pflegekraft in der Christlichen Wissenschaft für mich zu rufen, was ich dankbar annahm. Es war meine erste Erfahrung mit einer derartigen Dienstleistung, und ich war unendlich dankbar für die Hilfe. Umgeben von der liebevollen Unterstützung der Pflegekraft in der Christlichen Wissenschaft und getragen von den Gebeten der Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, fühlte ich mich gestärkt. Angst und Schmerz begannen nachzulassen, als ich weiter mit tiefen und gewissenhaften Bezeugungen der Wahrheit betete (siehe Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 12).
In den nächsten zwei Tagen wurde die Bibellektion aus dem Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft zu meinem Wegbegleiter; die heilenden Wahrheitsinhalte aus der Bibel und Wissenschaft und Gesundheit gaben mir Halt und Unterstützung. Ich empfand diese Unterstützung als eine heilige Begegnung mit der göttlichen Liebe. Ich lernte, auf diesen immer sanften Ruf „Steigt hier herauf!“ (Offenbarung 11:12) zu hören – meine Gedanken zu Gott zu erheben. Indem ich weiterhin lauschte und mich einem tieferen, innigeren Verständnis von Gott öffnete, gelang es mir, meine Gedanken von der Schulterverletzung weg und hin auf die Allheit Gottes, des Guten, zu lenken.
Im Laufe der Woche unterstützte und leitete die Bibellektion meinen Fortschritt. Ich war so dankbar für die Heilung, die vor sich ging. Die Pflegekraft in der Christlichen Wissenschaft half mir während meines restlichen Aufenthalts weiterhin beim Duschen, und ich fühlte mich nach wie vor durch die Gebete der Praktikerin der Christlichen Wissenschaft gestärkt.
Sonntagmorgen konnte ich dann in die Kirche gehen. Ich betete mit der Idee, dass Kirche „die Struktur der Wahrheit und der Liebe [ist]; alles, was auf dem göttlichen Prinzip beruht und von ihm ausgeht“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 583), und ich betete darum, mich selbst als Widerspiegelung Gottes – der Wahrheit und Liebe – zu sehen und zu erkennen, dass meine Struktur wahrhaft geistig ist.
Am Ende der Woche konnte ich der Pflegekraft und der Praktikerin der Christlichen Wissenschaft für ihre Dienste danken und selbstständig nach Hause zurückkehren. Ein liebevoller Nachbar holte mich vom Flughafen ab und half mir beim Einkaufen und mit Besorgungen. Ein anderer kümmerte sich um meinen Hund und erinnerte mich daran, dass das Gute sich in meinem Leben immer weiter entfaltet.
Innerhalb weniger Wochen kehrte ich zu meiner Routine zurück – mit dem Hund laufen, in die Kirche gehen, Hausarbeiten erledigen und als Praktikerin der Christlichen Wissenschaft für andere beten. Noch bedeutender war jedoch, dass mir die geistigen Schätze, die ich durch diese Erfahrung gewonnen hatte, erhalten geblieben sind. Der Frieden, nach dem ich mich zuvor gesehnt hatte, beruhte nun auf einem tieferen Bewusstsein von Gottes allgegenwärtiger Liebe und Führung.
In den seitdem vergangenen Jahren habe ich keine weiteren Probleme mit der Kraft oder der Beweglichkeit meiner Schulter gehabt – ich spiele weiterhin Golf and schwimme regelmäßig. Dieses Erlebnis war wirklich ein Wendepunkt, eine heilige Erinnerungsstütze für die Tatsache, dass kein Fall, keine Angst und keine Unruhe in der Lage sind, uns von der Macht, der Gegenwart und dem Frieden der göttlichen Liebe zu trennen.
Suzanne Salvatore
Azusa, Kalifornien, Vereinigte Staaten
