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Original im Internet

Wirksam Widerstand leisten

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 16. Februar 2026


Wenn wir eine Person oder Gruppe bei einer Übeltat beobachten, sollten wir uns dann einmischen? Allein schon die Frage kann eine Debatte auslösen. Was ist übel oder böse? Schließlich ist das, was eine Person für böse hält, vielleicht etwas Gutes aus der Sicht einer anderen. Doch selbst wenn sich Menschen einig darüber sind, wie man Böses definiert, können sie sich völlig uneinig darüber sein, wie man dem Bösen Einhalt gebietet.

Um eindeutig identifizieren zu können, was böse oder übel ist, müssen wir erst wissen, was gut ist. Das bedeutet, Gott und Seine Schöpfung zu verstehen – und dazu gehören wir alle in unserem wahren, geistigen Sein als Bild und Gleichnis Gottes, des Guten. Die Bibel versichert uns, dass Gott, Geist, alles erschaffen hat und zwar sehr gut (siehe 1. Mose 1). Dann muss alles, was Gott und Seiner Schöpfung unähnlich ist, als böse erkannt werden.

Wenn wir uns in unserer Welt umsehen, kann das, was Gott unähnlich ist, allzu deutlich auf der Hand liegen. Mangel, Habgier, Eigennutz, Hass, Böswilligkeit, Krieg, Krankheit und Tod können alle das ebenfalls sichtbare Gute zeitweilig zu überwältigen scheinen. Diesem Bösen in der jeweiligen Form zu widerstehen bedeutet, dass wir bei uns selbst anfangen müssen, mit unserem Herzen und unseren Gedanken. Trotz aller augenscheinlichen Beweise des Gegenteils müssen wir bereit sein zu akzeptieren, dass Gottes Allheit und unendliche Güte die Tatsache nach sich zieht, dass das Böse keinen Ort hat, wo es existieren kann, und somit keine Existenz. Und dann müssen wir allem widerstehen, das in unserem Denken ungöttlich ist, indem wir uns bemühen, zu jeder Zeit und in jeder Situation nur gottähnliche Eigenschaften – Liebe, Mitgefühl, Zartheit, Sanftmut, Vergebung usw. – zum Ausdruck zu bringen.

Die Arbeit daran, Seine Eigenschaften zum Ausdruck zu bringen, hilft uns, unseren geistigen Sinn zu entwickeln, den Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, als „eine bewusste, beständige Fähigkeit Gott zu verstehen“ definiert (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 209). In dem Maße, wie unser geistiger Sinn zunimmt, nimmt auch unsere Fähigkeit zu, das Gute zu erkennen, das Gott erschaffen hat, Gutes, das jederzeit gegenwärtig und verfügbar ist. Und wenn wir das Gute wahrnehmen können, dann können wir das Böse zutreffend identifizieren und uns ihm widersetzen.

Unser Widerstand könnte damit beginnen, dass wir unsere Gedanken, unser Verhalten und unsere Motive reinigen, doch das reicht nicht. Die Bibel gibt uns klare Schritte vor, die auf den ersten Blick möglicherweise widersprüchlich erscheinen. Jesus sagt uns (Matthäus 5:39): „Ich aber sage euch, dass ihr dem Bösen nicht widerstreben sollt; sondern, wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem halte auch die andere hin.“ Und bei Jakobus lesen wir (4:7): „Widersteht dem Teufel, dann flieht er von euch.“

Doch diese beiden Anweisungen sind nicht wirklich widersprüchlich. Wenn wir sie in ihrem jeweiligen Kontext lesen, stellen wir fest, dass die Bibel uns zeigt, worauf wir unseren Widerstand richten sollen, und uns gleichzeitig versichert, dass wir damit erfolgreich sein werden. Da Gott und Seine Kinder gut sind, gibt es keine schlechten Menschen, denen wir Widerstand leisten müssen. Wenn wir jemanden, der uns geschlagen hat, zurückschlagen, verfolgen wir das falsche Ziel. Das Problem ist die Lüge, dass Einzelne oder Gruppen schlecht sein können.

Mrs. Eddy definiert den Begriff Teufel unter anderem als „das Böse; eine Lüge; Irrtum; weder Körperlichkeit noch Gemüt; das Gegenteil der Wahrheit; ein Glaube an Sünde, Krankheit und Tod“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 584). Somit ist der Teufel – das Böse – für Christliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler niemals eine Person, sondern eine Lüge, die sich als schlechter oder böswilliger Mensch oder eine derartige Gruppe ausgibt. Unser Angriffsziel ist immer die Lüge, nicht Einzelne oder Gruppen. Und wir durchschauen die Lüge, indem wir uns selbst abverlangen, das zu sehen, was bereits vorhanden ist, nämlich den wahren, von Gott erschaffenen Menschen, selbst wenn das Böse oder eine Falschheit behauptet, vorhanden zu sein.

Diesen wahren Menschen da zu sehen, wo alle anderen nur Übel sehen, ist Widerstand gegenüber dem Bösen, und zwar auf die wirksamste Art, da man dadurch dessen Gegenwart, Identität, Substanz und Macht in unserem Denken und somit im eigenen Erleben verneint. Inmitten von Konflikt und Wut, wenn das Böse sehr wirklich aussieht und zu sein scheint, mag uns das schwerfallen. Es erfordert von uns, dass wir menschliche Meinungen und Strategien außer Acht lassen und uns aus ganzem Herzen Gott, der göttlichen Liebe, zuwenden. Doch wir müssen das nicht allein tun. Wenn wir bereit sind, uns Gott zu fügen, spüren wir den Heiligen Geist, den Tröster, der den geistigen Sinn entfaltet und erleuchtet, den wir in uns weiterentwickeln wollen.

Das ist nicht nur eine gedankliche Übung. Wie der Verfasser des Jakobusbriefes verheißt, flieht das Böse – die Lüge, dass sich eine böswillige Macht vor uns aufbaut –, wenn wir dieses Vorgehen diszipliniert verfolgen.

Eine Christliche Wissenschaftlerin geriet einmal in eine politische Demonstration. Obwohl sie keiner der beiden Seiten angehörte, sah die eine Fraktion sie als Feindin. Ihre Kleidung wurde von einem Stein getroffen, und es sah so aus, als ob weitere Steine folgen würden. Sie fing an, still für sich selbst zu beten und zu bekräftigen, dass es keine Zwietracht zwischen Völkern – zwischen Gottes Nachkommen – gibt. Als sie an der Wahrheit festhielt, dass es nur ein Volk – nur den von Gott erschaffenen Menschen – gibt, konnte sie erkennen, dass Liebe und nicht Hass die einzige Macht war. Während sie betete, um Gottes Gegenwart und Macht zu fühlen, die sie und alle Anwesenden beschützte, brachte jemand aus der Gruppe der Steinewerfenden sie in Sicherheit (siehe „Ich musste nach Gaza fahren“ von Martha Roadstrum Moffett, Herold-Online, 2. Februar 2026).

Das Böse als Lüge zu identifizieren und Gottes Schöpfung als die einzige Wirklichkeit zu sehen, ist die wirksamste Art und Weise, dem Bösen nicht nur zu widerstehen, sondern es zu zerstören. Lassen Sie uns diese wichtige Arbeit gemeinsam tun, denn damit segnen wir nicht nur uns selbst, sondern die ganze Welt!

Lisa Rennie Sytsma
Stellvertretende Chefredakteurin

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