„Frage doch das Vieh, das wird es dich lehren, und die Vögel unter dem Himmel, die werden es dir sagen.“ Das war mein erster Gedanke, als ich sehr früh an einem Morgen mit Grippesymptomen aufwachte. Ich überlegte, was das für mich und meine Situation zu bedeuten hatte. Ich kannte diesen Vers aus dem Buch Hiob in der Bibel (12:7). Hiob hatte nicht nur viele Probleme, sondern musste auch noch mit der Meinung von drei Freunden fertigwerden, er hätte dieses Leid irgendwie verdient. Allerdings hält Gott Seine gesamte Schöpfung liebevoll geborgen, und ein anderer Freund, nämlich Elihu, erklärte Hiob, dass Gott die Quelle alles Lebens ist (siehe 33:4).
Ich wollte Gott ebenfalls als die Quelle meines Lebens betrachten, und so war ich sehr offen für die Führung, die dieser erste Vers mir gab. Ich beschloss, über die Tiere nachzudenken, die im Pastor der Ersten Kirche Christi, Wissenschaftler – der Bibel und dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy – genannt werden.
Als Erstes dachte ich an einige Bibelgeschichten. Eine Eselin weigerte sich drei Mal, voranzugehen, selbst als ihr Besitzer, ein Mann namens Bileam, sie für ihren Ungehorsam schlug, da er nicht erkannte, dass Gottes Engel mit einem bloßen Schwert ihnen den Weg versperrte (siehe 4. Mose 22:21–35). Das sagte mir, dass Gehorsam Gott gegenüber, selbst wenn dies nicht einfach zu sein scheint, immer der richtige Weg ist. Ich musste an Zeiten denken, in denen ich eigenwillig meinen Weg gegangen war und nicht den gewünschten Segen erhalten hatte. Daher fragte ich mich: „Habe ich gelernt, ohne die Folgen zu fürchten auf das zu lauschen und mich daran zu halten, was von Gott vorgegeben, ehrlich und richtig ist?“
Als Nächstes dachte ich an die Löwen, in deren Grube Daniel geworfen wurde (siehe Daniel 6). Gottes Engel hatte ihnen den Rachen zugehalten. Ich stellte mir vor, wie sie vielleicht beschlossen hatten, darauf zu vertrauen, dass ihr Hunger auf andere Weise gestillt werden würde als dadurch, dass sie Daniel fraßen. Und ich musste lachen, denn es hatte Zeiten gegeben, in denen ich laut auf mein Recht auf Versorgung gepocht hatte, während es in Wirklichkeit darum gegangen war, auf Gottes Fürsorge zu vertrauen. Ich konnte definitiv besser bereit sein, mir von Gott den Mund zuhalten zu lassen.
Als Jona versuchte, Gottes Befehl zu umgehen, gegen die Stadt Ninive zu predigen (siehe Jona 1, 2), sandte Gott „einen großen Fisch“, der Jona verschlingen und dann nach drei Tagen wieder ausspeien sollte. Der Gehorsam des Wals stand in großem Kontrast zu Jonas Ungehorsam, und ich verstand die Forderung, Gottes Führung zu folgen. Wie oft hatte ich mich schon der Aufforderung widersetzt, meinen Kurs zu ändern? Wenn ein Schritt göttlich vorgegeben wird, ist es unerlässlich, dieser Führung zu folgen.
Weitere Beispiele von Tieren, die in der Bibel erwähnt werden, fielen mir ein, darunter der Wolf und das Lamm, das Böcklein und der Leopard, die Kälber und jungen Löwen, die Kuh und die Bärin aus Jesaja 11:6–9. Und Christus Jesus erwähnte manchmal Tiere und Vögel in seinen Lehren, beispielsweise Schafe, Raben, Sperlinge und Tauben. Was für wichtige Lektionen sie verdeutlichen – zum Beispiel sich mit anderen zu vertragen, die nicht so sind wie wir, sanft zu sein, auf Gottes Versorgung zu vertrauen und andere als Gottes Kinder zu akzeptieren, die unter Seinem Schutz stehen.
Als Nächstes wandte ich mich dem Buch Wissenschaft und Gesundheit zu, in dem die geistigen Eigenschaften bestimmter Geschöpfe erklärt werden: „Die Vögel, die … unter dem Firmament des Himmels fliegen“ (S. 511) und einer höheren Hoffnung entsprechen; der Löwe, der moralischen Mut repräsentiert; das Vieh, das Fleiß und Beharrlichkeit demonstriert; der Wurm, der unermüdlich ist und nicht aufgibt; die kluge Schlange, die friedevolle Taube, das unschuldige Schaf. Ich erkannte, dass ich dieselben von Gott geschaffenen Eigenschaften besitze und mich immer bemühen kann, sie noch vollkommener zum Ausdruck zu bringen.
Zum Schluss fiel mir Mrs. Eddys Beschreibung eines Kätzchens ein, das auf sein eigenes Spiegelbild reagiert (siehe S. 220). Sofort begriff ich, dass die Grippesymptome nichts als eine falsche Vorstellung von Leben und Gesundheit waren, die auf ihr eigenes irriges Konzept vom Sein reagierte.
Wissenschaft und Gesundheit enthält eine gute Zusammenfassung dessen, was ich lernte (S. 514): „Alle Geschöpfe Gottes, die sich in der Harmonie der Wissenschaft bewegen, sind unschädlich, nützlich, unzerstörbar.“ Ich wusste, dass das auf mich zutraf. Ich konnte nicht ansteckend, müde oder leidend sein, da auch ich „unschädlich, nützlich, unzerstörbar“ bin.
Nun fühlte ich mich wundervoll regeneriert. Ich schlief ein und wachte später am Morgen völlig gesund auf. Ich hatte einen aktiven und erfolgreichen Tag, und die Symptome kehrten nicht zurück.
Ich bin dankbar für das, was Tiere mich jeden Tag lehren, und für den Anstoß, diese Lehren in die Tat umzusetzen!
