Im Zug befragte eine Frau, die das Sweatshirt einer örtlichen Uni anhatte, ChatGPT nach einem VWL-Konzept, das ihr nicht klar war. Neben ihr fragte ein Student die KI, warum seine Freundin sauer auf ihn war – und was er dagegen tun könnte.
Das mag witzig klingen, aber ich musste dabei an diese Zeitschrift und die darin enthaltenen Zeugnisse von Menschen denken, die Antworten auf knifflige Fragen, von schwierigen akademischen Konzepten bis hin zu Beziehungsproblemen, erhalten haben – denn obwohl es den Anschein hat, als habe KI ein Zeitalter unbegrenzten Zugriffs auf Informationen eingeleitet, hat etwas anderes viel, viel früher die Wissensbarriere überwunden. Vor etwa zweitausend Jahren hat ein Mann namens Christus Jesus bewiesen, dass das allwissende Sein mit Namen Gott die wahre Quelle der Intelligenz ist. Und vor anderthalb Jahrhunderten hat eine Frau namens Mary Baker Eddy dieses Wissen in einem Buch bestätigt, das uns zeigt, wie wir uns wie Jesus auf diese göttliche Intelligenz stützen können, um Antworten zu erhalten. Es fängt alles damit an, dass man Gott genug vertraut, um Ihn zu fragen.
Christus Jesus und KI einander gegenüberzustellen mag seltsam klingen, doch Jesu Leben bewies, dass wir immer direkten Zugang zu allem haben, was wir wissen müssen – ganz ohne Technologie. Hier sind einige Beispiele für das, was Jesus wusste, aber aus eigener Kraft nicht hätte in Erfahrung bringen können. Die Bibel beschreibt, dass er die Gedanken der Menschen lesen konnte. Er wusste immer wieder, was die Menschen um ihn brauchten, um geheilt zu werden. Er wusste sogar konkrete Dinge über Menschen, bevor er sie kennenlernte – wie Nathanael, von dem er wusste, dass „kein Falsch“ in ihm war, bevor die beiden auch nur ein Wort miteinander gewechselt hatten (siehe Johannes 1:47).
Wie hat er das gemacht? Er erklärte es mit den Worten (Johannes 10:30): „Ich und der Vater sind eins.“ Hier bedeutet eins nicht „ein und dasselbe“, sondern „untrennbar, mit derselben Essenz“. In einem bahnbrechenden Buch über die Wissenschaft hinter allem, was Jesus lehrte und bewies, erhellt Mary Baker Eddy dieses Konzept weiter. Sie schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 136): „Er beanspruchte weder Intelligenz, Tätigkeit noch Leben getrennt von Gott.“
Die meisten von uns würden das sicher nicht von uns selbst behaupten. Es sieht ganz so aus, als hätten wir eine völlig eigene Denkweise, die auf begrenzter Intelligenz beruht, und nur Zugang zu den Fakten, die wir verinnerlicht haben. Doch die Christliche Wissenschaft, die uns zeigt, wie die Dinge wirklich sind, widerspricht dem. Sie erklärt und beweist, dass es nur eine Quelle der Intelligenz gibt, nämlich Gott, das göttliche Gemüt. Sie offenbart, dass wir der Ausdruck dieser Intelligenz sind. Nicht als Sterbliche, sondern als Gottes geistiger Ausdruck; wir sind das, was Gemüt in der Welt manifestiert!
Wenn wir eine Antwort nicht wissen, wird uns vielleicht bewusst, dass wir uns auf Gott stützen müssen, um Hilfe zu erlangen, und beten dann um Führung. Doch ob wir es wissen oder nicht, wir sind immer von Gott abhängig und haben nie ein eigenständiges Gemüt. Im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft wird der Grund dafür so erklärt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 468): „Alles ist unendliches Gemüt und seine unendliche Manifestation, denn Gott ist Alles-in-allem.“
Ein Gemüt, Gott, und Seine Manifestation, nämlich wir in unserem wahren geistigen Sein. Das ist eine einfache Idee, doch wie setzen wir sie umfassender in unserem Leben um? Indem wir sie akzeptieren, ihr vertrauen, sie uns genauso zu eigen machen, wie Jesus das getan hat. Das bedeutet, von dem Standpunkt auszugehen, dass die Antworten, nach denen wir suchen, nicht außerhalb unserer Reichweite, sondern bereits in uns enthalten sind, da wir der Ausdruck von Gemüt sind.
Ich habe es mir in letzter Zeit zur Angewohnheit gemacht, mich an Gott, statt an mein Smartphone zu wenden, wenn ich etwas nicht weiß, denn ich möchte sicher sein, dass ich auch wirklich die richtige Antwort bekomme. Ich höre auf, dem mentalen Vorgehen zu folgen, selbst Zusammenhänge herzustellen, und öffne mein Denken, fühle eine freudige Erwartung und schaffe quasi einen „Raum“, in dem sich die richtigen Ideen offenbaren können. Ich vertraue darauf, dass die Antwort da ist, denn Gemüt ist mein Gemüt; es offenbart immer alles, was ich brauche.
Die Arbeit, diesen Platz des Einsseins einzunehmen, ist keineswegs abgeschlossen, doch immer, wenn mir eine Idee mit dem geistigen „Klick“ kommt, der mir bestätigt, dass ich die richtige Antwort erhalten habe, werde ich zuversichtlicher. Und ich habe dabei auch Überraschungen erlebt. Es hat sogar Augenblicke gegeben, in denen mir die richtige Idee gekommen ist, bevor ich überhaupt darum gebeten habe – wie einmal, als mir die Lösung für ein kompliziertes Projekt kam, bevor ich angefangen hatte, auch nur die Einzelteile zusammenzustellen. Die Lösung war perfekt und definitiv nichts, worauf ich hätte kommen können.
Die Menschheit vertraut zunehmend auf künstliche Intelligenz, trotz deren bekannter Vorurteile und Ungenauigkeiten, und sie hilft uns auch wirklich, einige Hürden zu überwinden. Doch stellen Sie sich vor, welche weltverändernden Fortschritte gemacht werden könnten, wenn wir unser Vertrauen auf das unendliche, wirklich allwissende Gemüt – die Intelligenz selbst – setzen würden. Jede und jeder von uns kann zu einer Bewegung beitragen, die auf diese Möglichkeit hinsteuert, indem wir unsere Einheit mit Gemüt akzeptieren und beweisen. Die Antworten stehen – ohne Ausnahme – für uns bereit. Wir müssen nur darum bitten.
Jenny Sawyer
Geschäftsführende Redakteurin, Inhalt und Jugend
