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Original im Internet

Echte Dankbarkeit

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 2. November 2026


Ich liebe das Buch der Psalmen in der Bibel besonders. So viele Kapitel und Verse sind mit echter, tiefer Dankbarkeit Gott gegenüber erfüllt.

Vor vielen Jahren sehnte ich mich nach solch einer Dankbarkeit, konnte aber nicht sagen, dass ich sie wirklich empfand. Sie hatte mich einfach nicht erreicht – meine Dankbarkeit fühlte sich an wie ein Lippenbekenntnis, besonders während der Feiertage wie dem amerikanischen Thanksgiving.

Lassen Sie mich das erklären. Meine Frau und ich waren etliche Male umgezogen – von Haus zu Haus und von einer Gegend in die nächste –, immer auf der Suche nach etwas, das genau richtig war. Aber irgendwie fanden wir es nie. Nach jedem Umzug empfanden wir Unzufriedenheit statt Dankbarkeit. Diese unruhige und missmutige Einstellung, die ich zunehmend als Undankbarkeit ansah, wirkte sich auf meine Kirchenarbeit, meine Beziehungen, das Familienleben, meine Arbeitsstellen und sogar auf Urlaubreisen aus.

Nachdem ich gelesen hatte, dass Undankbarkeit als „Vergesslichkeit oder unzulängliche Erwiderung empfangener Freundlichkeit“ definiert wurde, kamen bei mir Fragen auf. Was ist, wenn uns die Freundlichkeit, die wir empfangen, nicht bemerkenswert erscheint? Was ist, wenn die Erwiderung auf etwas Gutes nicht bedeutend genug aussieht, um dauerhafte Zufriedenheit hervorzurufen? Ich wusste, dass ich Dankbarkeit benötigte. Ja, ich versuchte sogar immer wieder, mehr zu empfinden! Ich brachte Dankbarkeit zum Ausdruck, besonders in der Zeit um Thanksgiving, doch hinterher setzte die Undankbarkeit wieder ein. Ich brauchte etwas Tiefgehenderes, etwas Dauerhaftes.

Ich fing an, die Bibel nach Hilfe zu durchforsten, angefangen mit der Allegorie von Adam und Eva in Kapitel 2 und 3 der Genesis. Hier fragte ich mich: Wieso hat Eva vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen? Die Einflüsterungen der Schlange waren verführerisch (1. Mose 3:5): „Eure Augen [werden] geöffnet ..., und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ Wenn etwas so Einfaches wie ein Stück Obst sie weiser machen konnte, dann war Eva voll dabei. Doch ihre Entscheidung führte zu noch mehr Undankbarkeit. Das Gute, das Gott bereitgestellt hatte, reichte Adam und Eva nicht mehr. Undankbarkeit brachte letztendlich Schande; sie wurden aus Gottes Reich vertrieben und zu einem Leben der Mühsal und des Leidens verdammt.

Die Bibelgeschichte über den Turmbau zu Babel (1. Mose 11:1–9) enthielt ebenfalls eine Lehre für mich. Die Menschen stellten Ziegel her, als sie die schlaue Idee bekamen, diese Ziegel für den Bau eines Turms zu verwenden, der bis in den Himmel reichte. Sie wollten sich einen Namen machen, statt Gott zu gehorchen und zu ehren, und vergaßen darüber ganz und gar ihre gottgegebene Vollständigkeit als Seine Kinder. Diese Undankbarkeit säte Verwirrung unter ihnen und sorgte letztendlich dafür, dass sie nicht zusammenarbeiten konnten. Sie fingen alle an, unterschiedliche Sichtweisen bzw. Sprachen zu haben, wodurch ein Durcheinander geschaffen wurde und sie keinen gemeinsamen Nenner mehr finden konnten. Diese Aussage in Prediger 7:29 weist auf die Undankbarkeit hin, die in der Geschichte verdeutlicht wird: „Ich habe gefunden, dass Gott den Menschen aufrichtig gemacht hat; aber sie suchen viele Künste.“

Mir wurde klar, dass Undankbarkeit eine sehr lange Tradition hat, uns das Gefühl zu geben, aus Gottes Reich ausgeschlossen zu sein. Dank dieses Gefühls verlieren wir den Zugang zu Harmonie und Frieden; unsere Beziehungen werden ruiniert, unsere Ziele unklar und wir lassen uns dazu verleiten, unsere moralischen Verpflichtungen aufzugeben. Undankbarkeit scheint die Menschheit davon abzuhalten, die wahre Zielsetzung der göttlichen Liebe zu erreichen. 

Ich verstehe, dachte ich. Undankbarkeit ist schlecht! Sie behindert unseren Fortschritt. Doch wie vermeiden wir es, dass Undankbarkeit ihr Netz um unser Herz und unser Leben spinnt?

Ich fing an zu erkennen, dass ehrlich empfundene Dankbarkeit das Gegenmittel ist. Das hat mit der Erkenntnis dessen zu tun, was Gott beständig gibt, und erfordert, dass wir es ehren und zu schätzen wissen. Ich habe erkannt, dass Dankbarkeit viel mehr sein muss als eine oberflächliche Nettigkeit, von der man im Dankgottesdienst berichtet. Aus den Berichten in der Bibel über Dankbarkeit, die ich las, konnte ich erkennen, dass sie auf einer stabilen, wissenschaftlich christlichen Grundlage steht, mit anderen Worten, sie ist ein natürlicher Bestandteil unserer wahren, göttlichen Natur.

Jesus gab uns ein sehr gutes Beispiel für aktive Dankbarkeit. Nachdem er eine Gruppe von Menschen drei Tage lang unterwiesen hatte, wollte er sie nicht fortschicken, ohne dass sie gegessen hatten. Es hätte schwierig für sie sein können, wieder nach Hause zu kommen, da einige von weither gekommen waren (siehe Markus 8:1–9). Seine Jünger sagten zu ihm: „Wie kann sie jemand hier in der Wüste mit Brot sättigen?“ Mit anderen Worten, sie wussten nicht, wie man das bewerkstelligen sollte – ihrer Sichtweise zufolge war es unmöglich. Doch Jesus betrachtete die Situation aus einer völlig anderen Perspektive – vom Standpunkt der Allmacht Gottes, seines Vaters. Wie er später sagte (Markus 10:27): „Bei Gott sind alle Dinge möglich.“

Diese andere Perspektive war nicht einfach eine andere menschliche Sichtweise, sondern der Christus. Ja, Christus ist Jesu göttlicher Titel (Christus Jesus), weil Christus jeden Gedanken und jede Handlung von Jesus beflügelt hat. Jesus und Christus waren untrennbar voneinander. Christus ist der göttliche Ausdruck des unendlichen Guten und kommuniziert die Immer-Gegenwart und allwissende Natur Gottes. Das ist der Grund, warum die Zuversicht in die unendliche Fülle der göttlichen Liebe, mit der eine Menschenmenge satt werden kann, nicht nur Hoffnung oder einfach Glaube war.

Jesus „wies die Menschenmenge an, sich auf die Erde zu setzen, und nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern; und die Jünger gaben sie den Menschen“ (Matthäus 15:35, 36). Jesu Dankbarkeit ging viel weiter als das, was die körperlichen Sinne uns präsentieren. Jesus war ein echtes Verständnis und eine ehrliche Anerkennung der Unendlichkeit der göttlichen Liebe zu eigen, die immer ausreicht, um jeden menschlichen Bedarf zu stillen, und damit hat er auch die Herzen derjenigen erreicht, die an jenem Tag anwesend waren. Es ist nicht überraschend, dass sie nach dem Essen sieben Körbe mit Resten hatten. Echte Dankbarkeit ist machtvoll.

Wir könnten versucht sein zu sagen: „Na gut, das war ja auch Jesus.“ Doch Jesus zeigte uns unsere intuitive, selbstverständlich dankbare, gottgegebene Natur und die Auswirkung, die ein Denken und Handeln auf der Grundlage dieses Verständnisses hat. Jede und jeder von uns kann heute ein gewisses Maß an der Dankbarkeit des Christus zum Ausdruck bringen. Das wird uns helfen, all die Herausforderungen zu meistern, die Undankbarkeit in der Welt, in unserem Umfeld, unseren Kirchen, Familien und dem Leben der Menschen verbreitet. Es wird uns helfen, christlich-wissenschaftliches Heilen zu demonstrieren.

Vor einigen Jahren habe ich etwas erlebt, das mir half, all das klarer zu erkennen. Ich hatte eines Abends Schmerzen und bat meine Frau, noch mal mit mir aufzustehen und mir einen Satz aus Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy vorzulesen, damit ich mit den darin enthaltenen Gedanken beten konnte. Dieses körperliche Problem war im Verlauf der Jahre mehrmals aufgetreten, doch diesmal waren die Schmerzen heftiger als sonst.

Mein erster Gedanke war, dass ich ein besserer Christlicher Wissenschaftler sein musste – einer, der der Versuchung, zufrieden mit dem Stand der Dinge zu sein, wirksamer widersteht. Ich hatte mich oft von dem allgemeinen weltlichen Glauben mitreißen lassen, dass wir dazu verurteilt sind, mit verschiedenen ungelösten Problemen zu leben. Man könnte sagen, dass ich Zeit mit periodisch auftretenden chronischen Schmerzen verbrachte, als ob das normal wäre. Ich hatte versucht, sie zu ignorieren und auf unterschiedliche Weise einzudämmen, sie aber als eine Wirklichkeit akzeptiert und nicht die notwendige gebetvolle Arbeit getan, um ein für alle Mal Freiheit davon zu erlangen.

Doch enthält all das Hinweise auf Undankbarkeit? Ein Fokus auf meine Versäumnisse hatte mich davon abgehalten, Gottes Güte zu erkennen, und hielt mich in einem Teufelskreis des Irrtums gefangen, der so aussah: Ich wünschte, ich wäre ein besserer Christlicher Wissenschaftler, bin es aber leider nicht. Weiter kam ich nicht. Es kam mir vor, als spiegelten die chronischen Schmerzen diesen Kreislauf wider.

Und dann las mir meine Frau diesen Satz aus Wissenschaft und Gesundheit vor (S. 475): „Der wirkliche Mensch kann von der Heiligkeit nicht abweichen noch kann Gott, der den Menschen hervorgebracht hat, die Fähigkeit oder Freiheit zu sündigen erzeugen.“ Ich nahm mir diesen Satz vor und betete bei jedem Schritt mit ihm, während ich im Haus hin und her ging. Ich hörte mich diese Worte sagen: „Gott hat mich nicht als Heuchler erschaffen!“ Das fühlte sich so an, als ob die Botschaft des Christus mich zu mehr Dankbarkeit leitete. Ich erkannte, dass ich gar nicht sterblich und materiell bin. Ich litt keinen Mangel an der Macht und Kraft, die Christliche Wissenschaft zu beweisen. Nein, ich spiegele den guten Plan der göttlichen Liebe wider. Ich bin eine starke, reine, geistige Idee und Gott hat mich fähig gemacht! Unzulänglichkeit hat keine Grundlage in der göttlichen Wissenschaft, und somit hatte sie keine Grundlage in mir.

Die Schmerzen vergingen zügig und damit lösten sich auch die Undankbarkeit und das Gefühl auf, dass Gottes Mensch jemals unvollkommen gemacht werden könnte. Ich pries Gott ungefähr eine Stunde lang für die wahre Art, auf die Er nicht nur mich, sondern alle Menschen gemacht hat, und ging dann zurück zu Bett. Christus hatte die Undankbarkeit zerstört, mir eine bessere Sichtweise gezeigt und mich geheilt! Meine Dankbarkeit war echt. Und sie blieb bestehen.

Nach dieser Erfahrung sind die Schmerzen nie wieder aufgetreten, und man könnte sagen, dass ich mich in echte, vom Christus ausgehende Dankbarkeit „verliebte“. Ich war nicht nur körperlich frei, sondern mir auch einheitlicher meiner Fähigkeit bewusst, das, was Gott vorgesehen hat, zu verstehen und anzuerkennen. Und ich fühlte die Zufriedenheit, die damit einhergeht. Diese sesshaft gewordene Zufriedenheit erweiterte alle Bereiche meines Lebens, einschließlich der Wertschätzung unserer späteren Wohnorte.

Jahre nach dieser Erfahrung stieß ich auf eine Stelle in Wissenschaft und Gesundheit, die meiner Meinung nach das zusammenfasst, was ich über das Thema Undankbarkeit und die Neigung gelernt hatte, nur zu Thanksgiving dankbar zu sein (S. 3–4): „Wenn wir für Leben, Wahrheit und Liebe undankbar sind und dennoch Gott für alle Segnungen danken, sind wir unaufrichtig und ziehen uns den scharfen Tadel zu, den unser Meister den Heuchlern erteilt. In solch einem Fall ist das einzig annehmbare Gebet, den Finger auf die Lippen zu legen und uns an unsere Segnungen zu erinnern. Solange das Herz der göttlichen Wahrheit und Liebe fern ist, können wir die Undankbarkeit eines unfruchtbaren Lebens nicht verbergen.“

Dunkelheit und Undankbarkeit sind von Natur aus unfruchtbar. Dort befindet sich nichts von Wert. Aufrichtige Dankbarkeit – vom lebendigen, immer gegenwärtigen Christus – ist voll von Substanz und Licht. Christus bringt Freude, Gesundheit und Fruchtbarkeit. Er verteidigt die Harmonie, Integrität, Reinheit und Fülle Gottes und des Himmelreiches und bewirkt, dass wir uns von Herzen und stetig für das unendliche Gute, Gott, einsetzen.

In Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes sind Worte von Mary Baker Eddy an den Ersten Leser einer Kirche Christi, Wissenschaftler, abgedruckt (S. 247): „Geliebter Schüler! Christus ist alles beherrschende Sanftmut und Wahrheit.“ Wir alle können vorangehen und mit jedem Schritt die Herrschaft des Christus besser anerkennen; damit wird Dankbarkeit so natürlich zu uns kommen, wie Licht an einem sonnigen Tag durch das Fenster eindringt. Dieses Licht ersetzt die Dunkelheit von Undankbarkeit jeglicher Art. Möge Ihre Zeit der Danksagung mit mehr von diesem Licht des Christus erfüllt sein; möge sie voll echter Dankbarkeit sein.

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