Eine Dachbodenleiter ruckte ohne Vorwarnung tiefer und traf mich so hart an der Stirn, dass ich zurückgeworfen wurde. Ich rief instinktiv: „Alles OK, alles OK!“
Der Freund, der damit beschäftigt gewesen war, die Leiter herunterzulassen, behielt die Beherrschung. Er legte einfach den Arm um mich und zitierte leise etwas, das wir beide aus Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy kennen (S. 468): „Es ist kein Leben, keine Wahrheit, keine Intelligenz und keine Substanz in der Materie. Alles ist unendliches Gemüt und seine unendliche Manifestation, denn Gott ist Alles-in-allem.“ Das ist ein Auszug aus der „wissenschaftlichen Erklärung des Seins“ im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft.
Ich fühlte mich augenblicklich in Gottes friedvolle, liebende Gegenwart eingehüllt, während wir eine kurze Pause einlegten. Anschließend machten wir weiter, und es war, als sei nichts geschehen – keine Schmerzen, keine Verletzung, keine Nachwirkungen.
Ich war den restlichen Tag von Ehrfurcht erfüllt und dachte darüber nach, was dort geschehen war. Obwohl mich die Leiter mit Wucht an der Stirn getroffen hatte, war ich am meisten von der Reaktion meines Freundes berührt. Statt Angst oder Sorge zum Ausdruck zu bringen, hatte er sich sofort an die göttliche Wahrheit gewandt und Gott als die einzige Ursache und Macht anerkannt. Echte Fürsorge und Anteilnahme sind immer liebevoll, doch die gebetvolle Klarheit meines Freundes bedeutete mir so viel, denn sie ließ keinen Platz für die Behauptung eines Unfalls, einer Verletzung oder einer Schuldzuweisung übrig.
Mir wurde damit eine vertraute Stelle aus Wissenschaft und Gesundheit (S. 424) noch nachvollziehbarer: „Unfälle sind Gott oder dem unsterblichen Gemüt unbekannt, und wir müssen die sterbliche Grundlage der Vorstellung verlassen und uns mit dem einen Gemüt vereinen, um die Vorstellung von Zufall in die richtige Auffassung von Gottes unfehlbarer Führung umzuwandeln und dadurch Harmonie hervorzubringen.“
Dieser Vorfall ist für mich zu einer Lektion geworden: Ich begriff, dass die Wahrnehmung und nicht der Unfall das Entscheidende war, womit bewiesen wurde, dass Materie in der Tat kein Leben, keine Wahrheit, keine Intelligenz und keine Substanz hat. Mir hat das bewusst gemacht, dass Materie nur ein Konzept (eine menschliche Wahrnehmung) ist und weder Wirklichkeit noch Substanz besitzt.
Der feste Halt, den das sofortige Gebet mir gab, wies die Suggestion zurück, es hätte überhaupt einen Unfall gegeben, als ich verstand, dass alle Macht einzig Gott, dem Guten, gehört. Mir hatte die Berührung der Leiter einzig und allein Inspiration verliehen – sie hatte tiefere Dankbarkeit für Gottes Allheit in mir erweckt und bewiesen, dass Materie keine wahre Macht hat. Man könnte es wohl so ausdrücken, dass mir der „Schlag“ geistigen Sinn eingebläut hat! Ich freue mich, diese wundervolle Heilung und die Harmonie zu feiern, die sich entfaltet, wenn wir Gott, das Gute, als die alleinige Macht anerkennen.
Shari Charlston
Grafton, Illinois, Vereinigte Staaten
