Ich war zu tief unter Wasser. Zwar konnte ich die Oberfläche über mir sehen, doch ich wusste nicht, ob ich sie rechtzeitig erreichen würde. Da ich Christliche Wissenschaftlerin bin, fing ich an zu beten. Ich hielt an der geistigen Tatsache fest: Da Gott die Quelle meiner Versorgung ist, kann ich nie in eine Situation kommen, in der mir etwas Notwendiges fehlt. Auch nicht Luft.
Als ich betete, wurde mir plötzlich klar, dass ich überhaupt nicht in Gefahr war. Ich lag im Bett und schlief – ich träumte das alles nur. Aber ich wachte nicht auf, sondern die Lösung bestand darin, dass ich im Traum unter Wasser atmen konnte.
Aus meiner Sicht hatte Gott, göttliche Liebe, im Grunde genommen eine perfekte Lösung – Atmen unter Wasser – für ein Problem bereitgestellt, von dem Er keine Kenntnis hatte, da es nur in meinem Traum vorhanden war. Da Gott keine Kenntnis von dem Problem hatte, hatte Er auch keine Kenntnis von der Lösung. Und doch passte die Lösung perfekt!
Oberflächlich gesehen mag dieses Erlebnis keinen Bezug zu dem haben, was wir das wirkliche Leben nennen. Doch Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, schreibt (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 188): „Die sterbliche Existenz ist ein Traum von Schmerz und Lust in der Materie, ein Traum von Sünde, Krankheit und Tod; und er ist wie der Traum, den wir im Schlaf haben, in dem jeder seinen Zustand ganz und gar als einen Gemütszustand erkennt.“ Diese Aussage mag überraschend klingen. Doch sie gibt eine Schlussfolgerung wieder, die Mrs. Eddy aufgrund von Argumentation und Offenbarung durch ihre intensive Beschäftigung mit den Worten und Werken Christi Jesu erlangt hat. Und das befähigte sie, so zu heilen wie Jesus – und andere dies ebenfalls zu lehren.
Beim Heilen in der Christlichen Wissenschaft geht es somit nicht einfach darum, unharmonische materielle Umstände zu verbessern – beispielsweise einen kranken materiellen Körper in einen gesunden materiellen Körper zu verwandeln. Vielmehr geht es darum, durch die Macht Christi die wahre Idee von Gott zu erkennen, dass wir zu keinem Zeitpunkt unsere Gesundheit, Vollständigkeit und Lebendigkeit verloren haben. Dies sind unzerstörbare Qualitäten Gottes und somit unzerstörbare Qualitäten einer und eines jeden von uns als Seine Schöpfung, Sein Bild und Gleichnis (siehe 1. Mose 1:26, 27). Doch wenn wir anfangen, diese Wirklichkeit zu realisieren, zeigt sich das in unserer menschlichen Erfahrung, indem das, was sich wie ein kranker Körper angefühlt hat, plötzlich wohlauf ist.
Gott sieht Seine Schöpfung nie anders als geistig und vollkommen. Unsere materiellen Probleme sind gelöst, nicht weil Gott etwas ändert, sondern weil unser Denken sich ändert – wie wir uns sehen, stimmt mehr mit dem überein, wie Er uns sieht. Was uns wie eine vollkommene, gottgegebene Lösung für ein Problem erscheint, ist nichts anderes als unsere sichtbar gewordene verbesserte Sichtweise – oder, besser gesagt, unser verbessertes Verständnis, dass wir überhaupt nie ein Problem hatten. In dem Maße, wie wir unsere Einheit mit Gott besser verstehen, begreifen wir diese in Wirklichkeit immer vorhandene Einheit klarer in allem, was wir tun.
Das ist der Grund, warum augenblickliche Heilungen im Traum des Wachzustands der Überzeugung, wir seien sowohl materiell als auch geistig, stattfinden können, genau wie eine augenblickliche Heilung in meinem Schlaftraum stattgefunden hat. Die Substanz dessen, was wir erleben, besteht zu hundert Prozent aus unserem Denken. Disharmonien in dem, was wir erleben, einschließlich des Körpers, können sich so schnell ändern wie unser Denken. Klingen viele der Problemlösungen, die Jesus bereitgestellt hat, beim näheren Nachdenken nicht wie etwas, das in einem Traum passieren kann? Er brauchte Steuergeld, und es fand sich im Maul eines Fisches. Er brauchte genug Nahrung, um Tausende Menschen satt zu bekommen, und das verfügbare Essen – Brot und Fische – vermehrte sich, als es ausgeteilt wurde. Er musste von einem Platz zu einem anderen gelangen und war augenblicklich dort. Er musste mitten in einem Sturm ein Schiff erreichen, das draußen auf einem großen See war, und ging auf dem Wasser dorthin. Alle diese Dinge bewiesen, dass die Materie ein Traumzustand ist – der Adam-Traum (siehe 1. Mose 2:21). Die sogenannten Gesetze dieses Traumzustands sind so geschmeidig wie die sogenannten materiellen Gesetze, denen ich in meinem Schlaftraum zu unterliegen glaubte.
Demgegenüber ist Gottes Gesetz immer gegenwärtig, unveränderlich und stets in Kraft. Einmal brach ich mir beim Volleyballspielen den Knöchel. Der Knochen war eindeutig verschoben. Ich betete so, wie ich es in der Christlichen Wissenschaft gelernt hatte, und hielt an der Aussage in Wissenschaft und Gesundheit (S. 424) fest, dass „Unfälle ... Gott oder dem unsterblichen Gemüt unbekannt“ sind. Allerdings nagte das Argument an mir: „Aber es ist doch passiert! Ich war ja da!“ Als ich mich an Gott wandte, um Seine Gegenwart und Macht zu fühlen, erhielt ich plötzlich ein sehr klares Verständnis, dass sich der Unfall in der Tat nicht zugetragen hatte. Es war alles eine Illusion, ein Traum im Wachzustand. Die Tatsache war, dass Gott mich unversehrt erschaffen hat, und nichts konnte das ändern. Die Schmerzen verschwanden, obwohl der Knöchel weiterhin verletzt aussah. Doch ich vertraute der Wahrheit, die ich begriffen hatte. Ich ging schlafen, und als ich am nächsten Morgen aufwachte, war der Knöchel wieder korrekt ausgerichtet.
Wenn wir auf die Stimme Gottes, der göttlichen Liebe, lauschen und dem Gesetz der Liebe gehorsam sind, stellt Liebe eine vollkommene Lösung für unser Problem bereit. Wie das „Atmen unter Wasser“ in meinem Schlaftraum oder der gerichtete Knöchel in meinem wachen Traum zeigt sich die Lösung auf eine uns einleuchtende Weise, selbst wenn wir noch darum bemüht sind, aus diesem sterblichen Traum zu erwachen. Freuen wir uns darüber, dass Jesu Demonstration des Christus und die göttliche Wissenschaft, die Mary Baker Eddy entdeckt hat, uns gezeigt haben, wie wir aufwachen können. Und mit jedem einzelnen Traum, der sich auflöst, wird unser Weg dahin, unsere in Wirklichkeit bereits vorhandene Vollkommenheit hier und jetzt zu sehen, klarer!
Lisa Rennie Sytsma
Chefredakteurin
