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Original im Internet

KI, Jesu Grab und unsere Erneuerung in Christus

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 19. Oktober 2026


Wir hören fast täglich, wie KI – künstliche Intelligenz – unsere Welt verändert. Viele Menschen fragen sich, ob es überhaupt noch möglich ist, zwischen menschlicher und computergenerierter Intelligenz zu unterscheiden. Doch vielleicht ist das der falsche Vergleich. Die für uns nützlichere Erkenntnis ist, wie ähnlich KI und die sogenannte sterbliche Intelligenz vorgehen verglichen mit der vollständig originalen Intelligenz, dem unsterblichen Gemüt, Gott, das das Universum erschaffen hat.

Künstliche Intelligenz nutzt das, was man als Large Language Models – LLMs – bzw. große Sprachmodelle bezeichnet, um riesige Mengen bestehender Daten zu analysieren, und setzt dann prädiktive Algorithmen ein, um vordergründig erkenntnisreiche Antworten auf Fragen von Personen zu geben. Einfach ausgedrückt könnte man sagen, dass KI das Beste von dem durchforstet, was die Menschheit in der Vergangenheit in Erfahrung gebracht hat, um auf dieser Grundlage die logischste Antwort für die heutige Zeit zu geben. Selbst wenn sie neue bildliche Darstellungen oder vorausschauende Ideen generiert, tut sie dies ausschließlich auf der Grundlage ihrer Fähigkeit, bereits bekannte Informationen zu sammeln und neu zusammenzustellen.

Interessanterweise ist diese „Intelligenz“ dem ähnlich, was die Christliche Wissenschaft über das einprogrammierte „Denken“ des menschlichen Gemüts lehrt. Wenn das sterbliche Bewusstsein gemäß dem argumentiert, was die körperlichen Sinne berichtet haben, entspricht das erwartete Ergebnis immer etablierten materiellen Normen. Wir haben alle schon erlebt, wie diese einprogrammierte Denkweise funktioniert. Wenn Menschen beispielsweise husten oder niesen, erwarten sie in der Regel, dass sie eine Erkältung bekommen. Der Punkt ist, dass diese sogenannte Intelligenz sich auf Erwartungen beschränkt, die nicht über den Glauben an eine materielle Existenz hinausgehen können. Sie lässt wirklich neue Erkenntnisse nicht zu.

Was wäre gewesen, wenn KI verfügbar gewesen wäre, um die Evangelien während Jesu Missionstätigkeit zu schreiben? Stellen wir uns einmal vor, Sie hätten dem KI-Modell alles berichtet, was diesem Menschen Jesus bis hin zu seiner Kreuzigung widerfahren ist, und es dann gefragt, was als Nächstes passiert. Sicherlich hätte die Antwort nicht gelautet, dass Jesus am dritten Tag nach der Kreuzigung und Beerdigung aufersteht und aus dem Grab hervorkommt. Solch ein Datenpunkt existierte damals noch nicht. Die verfügbaren Informationen hätten die KI zu der Schlussfolgerung geführt, dass der Tod Leben zerstört und dass dieses Ergebnis nicht umgekehrt werden kann. Doch Jesu Auferstehung bewies genau das Gegenteil: Sie zeigte, dass Christus den Tod zerstört und dass der Sieg über den Tod nicht umgekehrt werden kann. Und auf diese Weise hat Christus, das wahre Verständnis von Gott, das Jesu Bewusstsein erfüllt hat, ein vollständig neues Ergebnis hervorgebracht, das sich ausschließlich auf die Wirklichkeit Gottes und nicht auf angesammelte Limitationen einer materiellen Geschichte stützt.

Die wirklich gute Nachricht ist, dass uns allen dieses immer neue Leben in Christus in jeder denkbaren Situation verfügbar ist. Die Christliche Wissenschaft gründet sich vollständig auf die Tatsache, dass das unendliche göttliche Gemüt die einzig wirkliche Intelligenz ist. Das göttliche Gemüt ist gerade deshalb fähig, den aktuellen menschlichen Bedarf präzise zu decken, weil es die Geschichte des begrenzten menschlichen Wissens außer Acht lässt. Es kennt nur das Jetzt des unendlichen Guten. Und Gottes Schöpfung, der nach Gottes Bild und Gleichnis erschaffene Mensch, ist der Ausdruck dieser unendlichen geistigen Intelligenz. Dieses Bewusstsein offenbart Leben als von Gottes Harmonie, Heiligkeit und Freude definiert sowie die Unsterblichkeit wahrer Intelligenz.

Wie klug kann eine Intelligenz sein, die sich selbstzerstörerische Disharmonie und Krankheiten ausdenkt? Solche Kreationen sind die falschen Schlussfolgerungen des „künstlichen Wissens“ der materiellen Sinne und haben nicht mehr Substanz als ein Traum. Mary Baker Eddy erklärt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 250): „Die sterbliche Existenz ist ein Traum; die sterbliche Existenz hat keine wirkliche Wesenheit, doch sie sagt: ‚Das bin ich.‘ Geist ist das Ego, das niemals träumt, aber alle Dinge versteht; das sich niemals irrt und immer bewusst ist; das niemals glaubt, sondern weiß; das niemals geboren wird und niemals stirbt. Der geistige Mensch ist das Gleichnis dieses Egos.“

Zu akzeptieren, dass das wahre Leben die Widerspiegelung des Geistes, Gottes, ist, stellt Anforderungen an uns. Wir müssen uns bewusst weigern, in das vorprogrammierte Dröhnen der materiellen Sinne einzustimmen, und aus vollem Herzen die Allerhabenheit der unendlichen Güte Gottes als die Macht akzeptieren, die uns definiert. Das kann eine unerwartete Neuerung in uns hervorrufen.

Als Jesus und seine Jünger einem blindgeborenen Mann begegneten (siehe Johannes 9:1–7), betrachteten ihn die Jünger zunächst mit künstlicher, sterblicher Intelligenz, die keine Möglichkeit einer Vollständigkeit und Heilung voraussah. Diese Intelligenz konnte nur eine binäre Liste an Erklärungen für die Lage des Mannes in Betracht ziehen. Die Jünger fragten Jesus: „Meister, wer hat gesündigt, er oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?“ Jesus wies das gesamte Konzept eines außerhalb von Gottes Intention und Güte befindlichen Bewusstseins ab. Er sagte: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern an ihm sollten die Taten Gottes sichtbar werden.“ Das Ergebnis war, dass der Blinde geheilt wurde und zum ersten Mal sehen konnte.

Die meisten von uns nutzen KI im Alltag, vielfach auf eine Art und Weise, die uns gar nicht bewusst ist. Daraus ergibt sich die logische Forderung an die Menschheit sicherzustellen, dass die Entwicklung und Nutzung von KI auf moralischen Grundsätzen der Integrität und des Wohlwollens beruhen. Die Forderung, die Gedanken des menschlichen Gemüts durch aktives Lauschen auf Christus und durch Gehorsam ihm gegenüber zu disziplinieren, wie die Christliche Wissenschaft es als möglich aufzeigt, ist noch wichtiger. Doch am wichtigsten ist unsere Bereitschaft, die Blindheit der Überzeugung zu überwinden, dass etwas Materielles uns korrekte Informationen über unsere Aussichten des Guten vermitteln kann. Wir müssen unsere Augen für die offenbarten Werke Gottes öffnen. Mit anderen Worten, wir müssen die neu-alte, alles verändernde Tatsache verstehen, dass das göttliche Gemüt, Gott, unsere einzig wahre Quelle der Intelligenz und des Bewusstseins ist.

Scott Preller
auf Einladung der Redaktion

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